Glossar: Berufsunfähigkeitsrente

Was Verbraucher zur Berufsunfähigkeitsrente wissen sollten

Verbraucher erhalten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn sie berufsunfähig werden – falls sie sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) privat abgesichert haben. Die Versicherer zahlen die vertraglich festgelegten Beträge bis zum vereinbarten Alter, meist bis zum Beginn des regulären Rentenalters.

Die gesetzliche Rentenversicherung leistete bis 2001 eine Berufsunfähigkeitsrente. Diese schaffte die Regierung bei der Rentenreform Anfang 2001 jedoch ab. Nun gilt: Vor 1961 Geborene können eine Erwerbsminderungsrente mit Berufsschutz beantragen. Wer aber nach dem 1.1.1961 geboren ist, genießt keinen gesetzlichen Berufsschutz. Betroffene erhalten also kein Geld, wenn sie noch eine andere Tätigkeit verrichten können als die zuletzt ausgeübte. Nur bei wirklicher Erwerbsunfähigkeit haben "zu spät Geborene" Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

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Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Wer auf die Einnahmen aus seiner Arbeitskraft angewiesen ist, kommt um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung also nicht herum. Aber wie hoch sollte die vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente ausfallen?

Versicherungsexperten empfehlen, eine monatliche Leistung zwischen 60 und 80 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens abzusichern. Das reicht in der Regel für die notwendigsten laufenden Ausgaben. Um die Kosten einer Berufsunfähigkeitspolice im Rahmen zu halten, sollten Verbraucher aber auch anderweitige Ansprüche prüfen.

So besitzen viele Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung. Manche enthält eine Zusatzversicherung für den BU-Fall. Auch berufsständische Versorgungswerke bieten einen BU-Schutz an. Ärzte, Apotheker, Architekten und andere Angehörige freier Berufe informieren sich am besten bei ihrem Versorgungswerk.

Um die sinnvolle Höhe seiner Berufsunfähigkeitsrente zu ermitteln, sollte man auch berufsunabhängige Einkünfte berücksichtigen. Dazu zählen beispielsweise Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung. Manche Versicherer legen eine Obergrenze für die Versicherungssumme fest, zum Beispiel einen bestimmten Prozentsatz des Einkommens.

Lässt sich die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente nachträglich ändern?

Gute Verträge ermöglichen es, die Rentenanprüche an veränderte Lebensumstände anzupassen, zum Beispiel mittels einer Nachversicherungsgarantie. Hier kann der Versicherte bei bestimmten Ereignissen (zum Beispiel Heirat) seine Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung anheben.

Weiterhin können Versicherte eine Beitragsdynamik vereinbaren. Dann erhöhen sich jedes Jahr sowohl die Beiträge also auch die mögliche Berufsunfähigkeitsrente. Die Dynamik kann beispielsweise drei oder fünf Prozent jährlich betragen.

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So funktioniert die Beitragsdynamik

Bei vernünftigen Berufsunfähigkeitspolicen können Kunden die Dynamik zeitweise aussetzen. Nur so können Verbraucher sicherstellen, dass ihnen die dynamisch steigenden Versicherungsbeiträge nicht über den Kopf wachsen. Bei vielen Tarifen können Kunden bis zu zwei aufeinander folgende Dynamisierungsschritte pausieren. Setzt man allerdings drei Jahre in Folge aus, ist es Schluss mit der Dynamik.

Besonders Pfiffige können die Berufsunfähigkeitsrente also auf dem gewünschten Level halten, indem sie immer wieder ein- bis zweimal pausieren und anschließend wieder mindestens eine Erhöhung mitgehen. Spätstens mit dem 55. Lebensjahr kann die Höhe der BU-Rente dann konstant bleiben, und die Dynamik komplett gestoppt werden.

Was ist eine Staffelregelung?

Die meisten Verträge zahlen die Berufsunfähigkeisrente, sobald die Berufsunfähigkeit einen Grad von 50 Prozent erreicht. In Staffelverträgen richtet sich der Zahlbetrag dagegen nach dem Grad der Berufsunfähigkeit.

Beispiel: Die Berufsunfähigkeitsversicheurng leistet ab ...

  • 30-prozentiger Berufsunfähigkeit 30 Prozent der BU-Rente,
  • 50-prozentiger Berufsunfähigkeit 50 Prozent der BU-Rente,
  • 70-prozentiger Berufsunfähigkeit 100 Prozent der BU-Rente.
Dieses Modell bietet Versicherten den Vorteil, dass sie bereits bei weniger als 50 Prozent Berufsunfähigkeit eine Rente erhalten.

Muss man die BU-Rente versteuern?

Der Ertragsanteil der BU-Rente ist steuerpflichtig. Die Höhe dieses Anteils hängt davon ab, wie lange die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rente zahlen muss. Fließt die Berufsunfähigkeitsrente zum Beispiel noch 2 Jahre, beträgt der steuerpflichtige Anteil 5 Prozent. Hat der Versicherte hingegen noch 25 Jahre bis zum Ablauf des Leistungszeitraums, so muss er 26 Prozent der BU-Rente versteuern. Das Finanzamt rechnet den Ertragsanteil zum steuerpflichtigen Einkommen hinzu (es gilt der persönliche Steuersatz).