Glossar: Berufsunfähigkeitsversicherung

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherte aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann. Regelmäßig genügt eine (voraussichtlich dauerhafte) Beeinträchtigung von 50 Prozent, um Leistungen zu erhalten.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich entweder als eigenständige Police abschließen oder in Kombination mit einer Risiko- oder Kapitallebensversicherung (sogenannter „Berufsunfähigkeitszusatz“, abgekürzt „BUZ“).

Tarif-Check: Die besten BU-Tarife im Vergleich
Meine Vorgaben für den Anbieter-Tarif-Vergleich
Bitte Versicherung wählen …
Ich interessiere mich für …
Monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit
Versicherungsdauer bis zum Alter …
Priorität (Mir ist wichtig …)
Stempel Info Service

Für wen ist eine BU-Versicherung wichtig?

Ein BU-Schutz ist für Erwerbstätige praktisch unverzichtbar: Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Betroffene verlieren mit ihrem Job auch ihr Einkommen. Die Folge: Sie können ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen.

Seit einer Gesetzesnovelle im Jahre 2001 sind die staatlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit gering: Anspruch auf eine gesetzliche BU-Rente haben nur Arbeitnehmer mit Geburtsdatum vor dem 2.1.1961. Jüngere Arbeitnehmer können lediglich eine „Rente wegen Erwerbsminderung“ (Erwerbsminderungsrente) beantragen.

Wie lässt sich eine BU-Police veränderten Lebensumständen anpassen?

In den meisten Fällen ist das Einkommen beim Berufseinstieg am geringsten und steigt im Laufe des Berufslebens an. Einer Versicherungspolice sollte sich daher auch veränderten Lebensumständen anpassen lassen. Dazu bestehen zwei Möglichkeiten:

  1. Dynamisierung: Der Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente steigt regelmäßig um einen bestimmten Prozentsatz. Damit klettern allerdings auch die Beiträge. Die Verträge sind meistens wie folgt gestaltet:
    • Der Versicherte kann jedes Jahr neu entscheiden, ob er die Dynamik beibehalten oder aussetzen möchte.
    • Wird die Dynamik mehrmals hintereinander pausiert, entfällt sie auch für die restliche Laufzeit.
    Ferner gibt es Angebote, bei denen der Versicherer die ausgezahlte BU-Rente regelmäßig dynamisch erhöht.

  2. Nachversicherungsgarantie: Der BU-Rentenanspruch kann bei vertraglich festgelegten Anlässen erhöht werden, z.B. bei Heirat, Geburt eines Kindes oder einer Gehaltserhöhung.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Was ist der Unterschied zwischen Leistungs- und Versicherungszeit?

Versicherungszeit: Nur wenn die Berufsunfähigkeit innerhalb der vereinbarten Versicherungszeit eintritt, zahlt die Versicherung. Beispiel: Endet die Versicherungszeit mit 50 Jahren und der Kunde wird mit 51 Jahren berufsunfähig, bekommt er keine BU-Rente.

Leistungszeit: Das Lebensalter, bis zu dem der Versicherte im Leistungsfall eine BU-Rente erhält. Beispiel: Der Vertrag sieht eine Leistungszeit bis zum 60. Lebensjahr vor. Wird der Versicherte berufsunfähig, so erhält er eine BU-Rente bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres. (In diesem Falle entstünde eine Versicherungslücke bis zum Beginn der gesetzlichen Rente.)

Idealerweise reichen die Leistungszeit und möglichst auch die Versicherungszeit bis zum Beginn der Altersrente. Allerdings müssen solche Verträge (wegen des mit zunehmendem Alter steigenden BU-Risikos) mit höheren Monatsbeiträgen erkauft werden.

Welche Möglichkeiten haben Angehörige von „Risikoberufen“?

So genannte Risikoberufe wie beispielsweise Dachdecker, Fliesenleger oder Kellner haben es schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Oft erhalten Betroffene zwar einen Schutz, aber mit schlechteren Bedingungen wie

  • höherer Beitrag,
  • geringere Versicherungssumme,
  • Kürzung der Versicherungs- und Leistungszeiten und/oder
  • Zuschläge oder Ausschluss für bestimmte Krankheiten.

Worauf ist beim Vertragsabschluss zu achten?

Wichtig zu wissen: Beim Vertragsabschluss müssen sämtliche Vorerkrankungen vollständig angeben werden. Wer Erkrankungen verschweigt, riskiert seinen Versicherungsschutz. Allerdings reagieren Versicherer auf Vorerkrankungen häufig mit Leistungsausschlüssen. Beispiel: War ein Antragsteller vor Vertragsabschluss wegen Rückenproblemen in Behandlung, leisten die Versicherer nicht, wenn Erkrankungen der Wirbelsäule ausschlaggebend für eine Berufsunfähigkeit sind.

In gravierenden Fällen kann es sein, dass Betroffene aufgrund ihres persönlichen Risikoprofils keinen Versicherer finden. In diesem Fall können eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder eine Dread-Disease-Versicherung Alternativen sein.

Daneben sollten Verbraucher beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders auf folgende Kriterien achten:

  • Abstrakte Verweisung: Die Vertragsbedingungen sollten keinesfalls eine "abstrakte Verweisung" erlauben. Sonst kann der Versicherer den Betroffenen im Ernstfall auf eine andere "zumutbare" Tätigkeit verweisen, bei der Ausbildung und erlernter Beruf keine Rolle spielen.
  • Gesundheitsfragen: Diese müssen genau und gewissenhaft beantwortet werden. Bei vorliegender Berufsunfähigkeit stellen Versicherer umfangreiche Recherchen an, bevor sie Leistungen gewähren.
  • Rückwirkende Zahlung: Der Versicherer sollte Leistungen auch rückwirkend erbringen. Ärzte bescheinigen eine Berufsunfähigkeit oft erst Monate nach ihrem Eintritt. Eine gute Versicherung berücksichtigt das in ihren Bedingungen.
  • Frühzeitiger Abschluss: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst frühzeitig abgeschlossen werden. Geringes Alter und ein erfolgreicher Gesundheits-Check ermöglichen günstige Prämien.