Glossar: Dienstunfähigkeitsversicherung

Was ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung, wer braucht sie?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) für Beamte und Soldaten. Staatsdiener sind „dienstunfähig“, wenn körperlicher Zustand oder Krankheit die Ausübung des Berufes auf Dauer verhindern. Eine "DU-Versicherung" zahlt in diesem Fall eine Rente in vereinbarter Höhe.

Setzt die Versicherungspolice den Ausdruck „Dienstunfähig“ gleich mit „Berufsunfähig“, dann nennen Fachleute das "Dienstunfähigkeitsklausel": Der Versicherer kann den Beamten dann nicht auf eine andere Tätigkeit außerhalb des öffentlichen Dienstes verweisen.

Eine „echte DU-Klausel“ beinhaltet zwei Elemente:

  1. Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit und
  2. Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit.
Fehlt der zweite Teil, genießen nur Beamte auf Lebenszeit den vollständigen Schutz. Beamte auf Widerruf oder Beamte auf Probe bleiben ausgeschlossen, da der Dienstherr sie im Falle von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand „entlässt“, nicht „versetzt“.

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Für wen ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung wichtig?

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung eignet sich für Beamte, die ihren Lebensstandard für den Fall sichern möchten, dass sie dienstunfähig werden. Besonders wichtig ist sie für Beamte auf Probe oder auf Widerruf. Denn der Staat entlässt sie im DU-Fall aus dem Dienst. Zugleich sorgt er zwar für die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, gewährt aber keine Versorgungsbezüge. Ohne DU-Versicherung entstehen große finanzielle Lücken. Beamte auf Probe erhalten bei einem Dienstunfall geringe Versorgungsleistungen. Diese reichen in der Regel nicht für den Lebensunterhalt aus.

Jüngere Beamte auf Lebenszeit erwerben erst nach fünf Jahren Dienstzeit einen Anspruch auf Ruhegehalt. Eine DU-Versicherung ist für sie sinnvoll. Die Versicherungsleistungen sollten in den ersten fünf Jahren besonders hoch sein, um einen ausreichenden Schutz zu bieten.

Welche Besonderheiten gelten für Soldaten?

Bescheinigt der Truppenarzt eine Dienstunfähigkeit, versetzt der Dienstherr allenfalls Berufssoldaten in den Ruhestand. Zeitsoldaten werden entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Freiwillig Wehrdienstleistende sind ohnehin gesetzlich rentenversichert und können lediglich eine Erwerbsminderungsrente beantragen.

Einige Versicherer setzen den Status „Soldat“ gleich mit dem Beamtenstatus. Das ist wichtig für die Gültigkeit einer DU-Klausel.

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Worauf sollten Beamte bei Polizei, Justiz oder Feuerwehr achten?

Vollzugsbeamte können in der Regel nur „beschränkt dienstunfähig“ werden. Sie müssen verstärkt damit rechnen, dass der Arbeitgeber sie auf einen anderen Posten versetzt. Nur wenige Dienstunfähigkeitsversicherungen bieten eine besondere Klausel für diesen Fall.

Das Dienstunfähigkeitsrisiko ist für Polizisten und Feuerwehrleute besonders hoch, da sie oft Leib und Leben riskieren. Sie sollten schon in jungen Jahren einen ausreichenden Schutz abschließen, um den Lebensstandard langfristig zu sichern.

Was sollte eine gute Dienstunfähigkeitsversicherung beinhalten?

Eine DU-Versicherung enthält im Idealfall die folgenden Merkmale:

  • echte DU-Klausel,
  • verkürzter Prognosezeitraum (sechs Monate),
  • Verzicht auf abstrakte Verweisung,
  • Versicherungsschutz bis zum Pensionsalter,
  • Nachversicherungsgarantien,
  • Leistungen auch bei begrenzter Dienstunfähigkeit (unter 50 Prozent) und
  • Leistungen auch bei beschränkter Dienstunfähigkeit (wichtig im Vollzugsdienst).