Glossar: Erwerbsunfähigkeit

Was ist Erwerbsunfähigkeit?

Im Falle von Erwerbsunfähigkeit kann der Betroffene aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei kommt es nicht – wie bei der Berufsunfähigkeit – auf den zuletzt ausgeübten oder erlernten Beruf an.

Entscheidend für die Feststellung einer Erwerbsunfähigkeit ist allein der Zustand einer allgemeinen und dauerhaften Arbeitsunfähigkeit. Dieser muss ärzlich attestiert sein. Die Ursachen für die Arbeitsunfähigkeit spielen keine Rolle: In Frage kommen sowohl Krankheit oder Unfall wie auch allgemeiner Kräfteverschleiß.

In der gesetzlichen Rentenversicherung wurde der Begriff Erwerbsunfähigkeit nur bis zum Jahr 2000 verwendet. Die Rentenreform 2001 ersetzte „Erwerbsunfähigkeit“ durch (volle oder teilweise) „Erwerbsminderung“. Betroffene haben folglich Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente.

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Was ist volle bzw. teilweise Erwerbsminderung?

Seit 1.1.2001 spricht der Gesetzgeber von (voller oder teilweiser) Erwerbsminderung statt Erwerbsunfähigkeit. §43 SGB VI definiert die Formen der Erwerbsminderung: „Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.“ Beträgt die Arbeitsfähigkeit hingegen höchstens drei Stunden täglich, liegt eine „volle Erwerbsminderung“ vor.

Das heißt also:

  • teilweise Erwerbsminderung: drei bis sechs Stunden tägliche Arbeitsfähigkeit,
  • volle Erwerbsminderung: unter drei Stunden tägliche Arbeitsfähigkeit.
Für die Feststellung einer Erwerbsminderung spielt die konkrete Arbeitsmarktlage keine Rolle: Grundsätzlich kommen alle Tätigkeiten als Arbeitsmöglichkeit in Betracht, selbst wenn kein Arbeitsplatz zu finden ist.

Was sind die häufigsten Ursachen für Erwerbsunfähigkeit/ Erwerbsminderung?

Nach einer neueren Untersuchung der Deutsche Rentenversicherung Bund sind psychische Erkrankungen mit 39 Prozent die häufigste Ursache für Erwerbsminderung. Dahinter folgen orthopädische Erkrankungen (15 Prozent) und Krebserkrankungen (13 Prozent). Herz- und Kreislauferkrankungen liegen mit 10 Prozent an vierter Stelle. Beeinträchtigungen von Nerven bzw. Sinnen machen 6 Prozent aus. Für den Rest sorgen verschiedene andere Erkrankungen sowie Unfälle.

Auffällig ist der hohe Anteil seelischer Erkrankungen. Insbesondere in den letzten Jahren haben psychische und psychosomatische Erkrankungen wie Depressionen, Überlastungen oder Burn-Out stark zugenommen. Es sind also nicht nur schwere körperliche Arbeiten, die einen besonderen Risikofaktor darstellen. Auch Beschäftigte in scheinbar risikolosen Büroberufen werden häufig erwerbsunfähig.

Um den finanziellen Schaden im Ernstfall zu begrenzen, ist eine private Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert.

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