Glossar: Gesetzliche Pflegeversicherung

Was ist die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist die Pflegepflichtversicherung für gesetzlich Krankenversicherte. Zuständig ist die so genannte „Pflegekasse“, die jede gesetzliche Krankenkasse für pflegebedürftige Mitglieder eingerichtet hat.

Die gesetzliche Pflegeversicherung tritt nur ein, wenn eine Pflegebedürftigkeit von mindestens sechs Monaten besteht. Anderenfalls leistet die Krankenkasse selbst (zum Beispiel zwecks häuslicher Krankenpflege).

Welche Leistungen bietet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die Pflegekasse bietet – ebenso wie die private Pflegepflichtversicherung – lediglich eine Grundabsicherung. Die Unterstützung staffelt sich nach der jeweiligen Pflegestufe (siehe Pflegeversicherung). Dabei ist zu beachten, dass die Pflegekasse professionelle Pflegehilfe nicht als Geldleistung, sondern als Sachleistung gewährt.

Sie rechnet die Hilfe direkt mit den von ihr anerkannten Pflegediensten ab. Nimmt der Pflegebedürftige die Hilfe anderer Personen (Freunde, Verwandte) in Anspruch, so zahlt die Pflegekasse ein so genanntes „Pflegegeld“. Geld- und Sachleistungen lassen sich kombinieren, zum Beispiel 70 Prozent Sachleistungen und 30 Prozent Geldleistungen.

Gegenüber der stationären Pflege genießt die häusliche Pflege Priorität und sollte so lange wie möglich genutzt werden. Sie ist deshalb besonders flexibel gestaltet: Ist zum Beispiel die regelmäßige Pflegeperson im Urlaub, übernimmt die Pflegekasse für maximal 4 Wochen im Jahr die Kosten für eine Pflegevertretung (maximal 1.550 Euro).

Außerdem ist die häusliche Betreuung erweiterbar: So kommen auch Kurzzeitpflege sowie eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege in Frage – allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum. Über das Grundangebot hinaus gewährt die Pflegekasse noch weitere Leistungen. So bezahlt sie

  • Pflegehilfsmittel (zum Beispiel Rollstuhl, Spezialbetten, Hausnotruf),
  • Verbrauchsprodukte (zum Beispiel Betteinlagen) bis maximal 31 Euro monatlich sowie einen
  • Zuschuss für Umbauten im Wohnbereich (zum Beispiel Treppenlifte, Rampen, Umbau des Badezimmers) bis maximal 2.557 Euro.
Bei Pflegehilfsmitteln müssen Versicherte mit einem Eigenanteil rechnen (zehn Prozent, maximal 25 Euro pro Pflegehilfsmittel).

Wie hoch ist der Beitrag?

Der Beitrag belief sich beispielsweise im Jahr 2013 auf 2,05 Prozent des beitragspflichtigen Arbeitseinkommens. In allen Bundesländern außer Sachsen tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge paritätisch – also jeweils zur Hälfte. Dagegen finanzieren in Sachsen die Arbeitnehmer fast drei Viertel der Beiträge (Beitragssatz 1,525 Prozent), während der Arbeitgeber-Beitrag bei nur 0,525 Prozent liegt (Stand: 2013).

Kinderlose zahlen darüber hinaus einen Zuschlag von 0,25 Prozent, wenn sie mindestens 23 Jahre alt und nach 1939 geboren sind. An diesem Aufschlag beteiligen sich die Arbeitgeber nicht. Rentner müssen den Beitrag zur Pflegeversicherung sogar komplett alleine aufbringen; der Rentenversicherungsträger beteiligt sich inzwischen nicht mehr an den Beiträgen.

Für die Beitragsberechnung der gesetzlichen Pflegeversicherung sind nur Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung relevant. Diese lag beispielsweise im Jahr 2013 bei monatlich 3.937,50 Euro. Der Maximalbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung belief sich 2013 also auf monatlich 80,82 Euro (bzw. 90,56 Euro für Kinderlose).

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