Glossar: Private Krankenversicherung

Was ist die private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung (PKV) sichert Kosten ab, die durch Krankheiten oder Unfälle bedingt sind. Sie tritt auch bei vorbeugenden und diagnostischen Gesundheitsmaßnahmen ein. Als Angebot privater Versicherungsgesellschaften ist die PKV eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Privatversicherer betreuen in Deutschland etwa neun Millionen Vollversicherte. Außerdem bestehen über 22 Millionen Zusatzversicherungen. Alle Anbieter

  • sind privatrechtlich organisiert,
  • übernehmen Kosten für Heilbehandlungen und Unfallfolgen und
  • bieten weitere Leistungen an.
Die privaten Krankenversicherer unterstehen der Aufsicht der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

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Wer kann sich privat versichern?

In Deutschland ist jeder verpflichtet, sich krankenzuversichern. Der Schutz muss mindestens ambulante und stationäre Heilbehandlungen beinhalten. Sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherungen bieten diesen Schutz an.

In der PKV können sich Arbeitnehmer versichern, deren Bruttojahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Unabhängig vom Einkommen steht die PKV außerdem Selbstständigen, Freiberuflern und Beamten offen. Andere Personengruppen können sich zwar nicht voll privat krankenversichern, jedoch eine private Zusatzversicherung beantragen.

Die wichtigsten Unterschiede, Vor- und Nachteile von PKV und GKV

Private und gesetzliche Krankenversicherung unterscheiden sich in etlichen Aspekten grundsätzlich voneinander:

  • Finanzierung: Die gesetzliche Krankenversicherung finanziert sich aus Beiträgen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Rentner, freiwillig Versicherte), Zuzahlungen sowie Bundeszuschüssen. Im Unterschied dazu arbeiten private Krankenversicherer nach dem Prinzip der Kapitaldeckung: Aus den Beiträgen bilden sie für jeden Versicherten ein Deckungskapital, das die späteren Leistungen abdeckt. Der Versicherer legt die Sparanteile der Kunden am Kapitalmarkt an.
  • Beiträge: Die Krankenkassen richten die Höhe des Beitrags am Einkommen des Kunden aus; die Tarife in Privatversicherungen orientieren sich an Alter, Gesundheitszustand und vereinbarten Leistungen.
  • Abwicklung: Krankenkassen verwenden Leistungskataloge und rechnen direkt mit den Erbringern der Leistungen ab (Sachleistungsprinzip). Privatpatienten bezahlen vereinbarte Leistungen zunächst selbst und bekommen ihr Geld später erstattet (Kostenerstattungsprinzip).
Private Krankenversicherungen bieten – abgesehen vom Basistarif – deutlich bessere Leistungen als gesetzliche Kassen. Die meisten PKV-Policen
  • bieten freie Arzt- und Krankenhauswahl,
  • erstatten auch höhere Arzthonorare,
  • ermöglichen die individuelle Wahl eines passenden Tarifs (zum Beispiel mit Einbettzimmer und Chefarzt im Krankenhaus),
  • erstatten einen großen Teil der Kosten für Zahnersatz,
  • übernehmen Arzneimittelkosten komplett,
  • beteiligen sich stärker an Heil- und Hilfsmitteln als Krankenkassen,
  • ermöglichen es, den Vertrag zu einem späteren Zeitpunkt anzupassen,
  • bieten vertraglich garantierte Leistungen, die nicht gekürzt werden können,
  • erstatten bei Leistungsfreiheit Beiträge zurück und
  • erlauben das Senken des Beitrags (Selbstbeteiligung oder Leistungsverzicht).
Private Krankenversicherungen haben auch Nachteile gegenüber den Krankenkassen:
  • Familienmitglieder müssen eigene Beiträge zahlen;
  • Vorerkrankungen, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bestehen, führen zu höheren Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder zur kompletten Ablehnung;
  • im Alter steigen die Prämien meist deutlich an;
  • volle Beitragspflicht besteht auch bei Krankheit über sechs Wochen sowie während Mutterschafts- und Erziehungszeiten;
  • ein Wechsel des Anbieters bringt oft finanzielle Nachteile mit sich;
  • eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur selten möglich;
  • psychotherapeutische Behandlungen gehören meist nicht zum Standard und
  • häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe werden selten bezahlt.

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Wie hoch sind die Beiträge?

In der privaten Krankenversicherung orientieren sich die Prämien am Eintrittsalter, Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen des Versicherten. Im Laufe der Jahre ziehen sie oft deutlich an, verursacht vor allem durch steigende Kosten im Gesundheitswesen: Der medizinische Fortschritt und die wachsende Lebenserwartung zwingen die Versicherer dazu, immer mehr Geld aufzuwenden.

Prämienanhebungen sind aber manchmal auch hausgemacht: Manche Versicherer lassen Tarife auslaufen, indem sie dort keine neuen Versicherten aufnehmen. Folglich steigt der Anteil älterer Versicherter. Das führt zu höheren Ausgaben und damit zu höheren Beiträgen.

Eine Besonderheit bildet der Basistarif. Er muss von jedem Unternehmen angeboten werden und darf keine Risikozuschläge beinhalten.

Was sind Zusatzversicherungen?

Private Versicherer bieten außer Vollversicherungen auch Tarife zur Krankenzusatzversicherung an. Gesetzlich Versicherte werden damit in Teilbereichen zu Privatpatienten. Viele Krankenkassen kooperieren mit Privatversicherern und vermitteln solche Zusatzpolicen.

Mit Zusatzversicherungen lassen sich beispielsweise Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte oder Zahnarztbehandlungen privat absichern. Auch Policen für Krankentagegeld oder Krankenhaustagegeld können abgeschlossen werden.

Weltenbummler können sich mit einer global geltenden Reise- bzw. Auslandskrankenversicherung vor dem Risiko hoher Krankheitskosten schützen. Neben solchen Einzelangeboten gibt es auch Kombi-Pakete, die mehrere Zusatzversicherungen bündeln.