Gothaer Krankenversicherung: Tarifwechsel schwer gemacht

Gothaer Krankenversicherung informiert wechselwillige Kunden sehr dürftig

Will ein PKV-Kunde durch einen Tarifwechsel Geld sparen, machen die Versicherer es ihm oft nicht gerade leicht. Der Wechselwunsch gleicht manchmal einem Hürdenlauf. Bisher waren das nur Vermutungen. Jetzt belegen interne Dokumente der Gothaer Krankenversicherung: Da ist was dran. Mitarbeiter werden offenbar angehalten, wechselwillige Kunden schlecht zu beraten.

§ 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) regelt alles ganz genau. Jeder Kunde darf grundsätzlich in einen anderen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz wechseln; dabei bleiben erworbene Rechte und Alterungsrückstellungen erhalten. Weiter heißt es: „(…) der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines Risikozuschlages oder einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er hinsichtlich der Mehrleistung einen Leistungsausschluss vereinbart“.

Das bedeutet: Keiner ist verpflichtet, für zusätzliche Leistungen einen Risikozuschlag zu bezahlen. Stattdessen verzichtet er einfach auf Extras – denn schließlich will er ja Geld sparen.

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Gothaer Krankenversicherung zeigt sich wenig kundenfreundlich

Die Gothaer Krankenversicherung hat offenbar ein Problem damit, ihren Kunden die Möglichkeiten eines Tarifwechsels objektiv aufzuzeigen. Spiegel Online berichtet von einem internen Papier, das die Mitarbeiter auffordert, Wechselwillige von einem neuen Tarif mit Leistungsausschluss fernzuhalten.

Laut Spiegel Online heißt es in dem Papier: „Dem Versicherungsnehmer ist daher vorrangig der medizinische Wagnisausgleich anzubieten.“ Mit anderen Worten: Der Kunde soll lieber einen Risikozuschlag zahlen, statt die für ihn preisgünstigere Variante zu wählen. Etwas fadenscheinig klingt dabei die Begründung, mit der die Mitarbeiter argumentieren sollen: „Die Leistungseinschränkung ist grundsätzlich mit Mehraufwand und Abgrenzungsproblemen verbunden.“

Sollen den Kunden der Gothaer Krankenversicherung höhere Kosten zugemutet werden, weil das Unternehmen Mehraufwand scheut? Das klingt alles andere als kundenfreundlich.

Bestes Gegenmittel: gründliche Recherche

Auch andere Versicherer zeigen sich nicht erfreut, wenn sich ihre Kunden preiswerter versichern möchten. Die Allianz weist sehr klar auf die Nachteile hin, die durch einen Leistungsausschluss entstehen können. Solche Transparenz ist man sonst von den Versicherern gar nicht gewohnt.

Offenbar versuchen manche Gesellschaften systematisch, die Wünsche ihrer Kunden in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das ist nicht unbedingt ungesetzlich – eher ein Beweis für den knallharten Wettbewerb. Die Unternehmen nutzen ihren Wissensvorsprung aus; nur wenn der Kunde auf dem gleichen Level agiert, kommt er zu seinem guten Recht. So heißt es beispielsweise bei der Gothaer Krankenversicherung: „Eine Leistungseinschränkung ist nur zu vereinbaren, wenn der Versicherungsnehmer oder Honorarberater diese explizit fordern.“

Mit anderen Worten: Verbraucher, die ihre Rechte kennen, können sie einfordern. Die anderen gehen leer aus. Das Beispiel zeigt: Kunden sollten sich umfassend informieren, um den Versicherern ebenbürtig gegenüberzutreten. Am besten lässt man sich als Verbraucher von einem unabhängigen Berater sachkundig unterstützen.

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