Kinder in der PKV: Tendenz zunehmend

Immer mehr Kinder werden in der PKV versichert – statt in der kostenlosen Familienversicherung

PKV und Kinder – passt das überhaupt, fragen sich viele. Schließlich sind Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) kostenlos mitversichert, während sie in der privaten Krankenversicherung (PKV) nur gegen Extra-Beiträge versichert werden können. Tatsächlich scheint es gut zu passen: Die Entwicklung der Mitgliedszahlen in den letzten Jahren belegt es.

Das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) wollte es einmal ganz genau wissen und untersuchte, wie viel Kinder gesetzlich beziehungsweise privat versichert sind. Dabei wurden die Zahlen innerhalb des Zeitraumes von 2000 bis 2010 miteinander verglichen. Im Mittelpunkt stand die Beantwortung der Frage: Entscheiden sich Familien mit Kindern in der Regel für die GKV (und ihre kostenlose Familienversicherung) oder suchen sie auch Alternativen?

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Abnehmende Kinderzahlen in der GKV

Das Ergebnis der WIP-Untersuchung wird manchen überraschen. Entgegen der landläufigen Meinung geht der Trend nicht in Richtung GKV mit eingeschlossener (und damit kostenloser) Familienversicherung. Obwohl das Angebot der Kassen verlockend klingt, entscheiden sich viele – und zwar mit zunehmender Tendenz – für die teurere Variante, nämlich eine PKV-Versicherung mit kostenpflichtiger Einbeziehung der Kinder.

Laut der Untersuchung waren im Jahr 2000 noch 13,6 Millionen Kinder beziehungsweise Jugendliche (unter 18 Jahren) in der GKV versichert; im Jahr 2010 betrug die Zahl nur noch 11,6 Millionen. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtzahl der GKV-Versicherten verringerte sich dabei kontinuierlich von 19,3 auf 16,7 Prozent.

Kinderboom in PKV

Genau umgekehrt hingegen verlief die Entwicklung in der PKV: Der Zahl der privat versicherten Kinder und Jugendlichen stieg von 1,25 Millionen (2000) auf 1,43 Millionen (2010). Das ist vor allem angesichts der insgesamt rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland besonders bemerkenswert. Die PKV verzeichnete allerdings im betreffenden Zeitraum ohnehin einen großen Zulauf, so dass sich die zunehmende Kinderschar zum Teil auch daraus erklärt.

In jedem Fall bleibt ein bemerkenswertes Ergebnis: Offensichtlich entscheiden sich Familien keineswegs automatisch für das besonders günstig erscheinende Angebot der Krankenkassen. Im Gegenteil: Wer die Chance hat, sich und die Familie privat zu versichern, greift gern zu dieser Möglichkeit.

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Eltern wollen das Beste für ihren Nachwuchs

Warum nehmen Eltern bewusst Zusatzausgaben für ihren Nachwuchs in Kauf, wenn es doch auch kostenlos ginge? Die Antwort liegt auf der Hand: Offenbar überzeugt sie das Angebot der privaten Krankenversicherung mehr. Sie möchten ihre Kinder bestmöglich versorgt wissen – dazu gehören wie selbstverständlich freie Arzt- und Krankenhauswahl und die Sicherheit, dass vereinbarte Leistungen nicht einfach wegfallen können.

Zwar muss für jedes Kind ein eigener Versicherungsvertrag abgeschlossen werden; doch sind die Beiträge für Kinder relativ niedrig, da noch keine Altersrückstellungen gebildet werden. Und: Wer als Kind bereits in der PKV ist, dem bleibt im höheren Alter die Gesundheitsprüfung erspart, die für „Späteinsteiger“ oft problematisch ist.

Bei Fragen rund um die PKV helfen auch Experten gern weiter und unterstützen mit ihrem Fachwissen bei der Entscheidung für die richtige Police.