Kooperation KKH-Allianz und Allianz Private Krankenversicherung endet

Ende 2012 beenden die Partner Allianz Private Krankenversicherung und KKH-Allianz die Zusammenarbeit

Mit großen Erwartungen waren beide in das Projekt gestartet, nun endet es eher sang- und klanglos: Die Allianz Private Krankenversicherung und die KKH-Allianz beenden ihre Zusammenarbeit zum Ende 2012. Die Kooperation zwischen privatem und gesetzlichem Anbieter hatte erst 2009 begonnen.

Als Begründung werden vor allem die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen genannt, die der Zusammenarbeit im Wege ständen. Offenbar entsprach aber vor allem die Zahl neuer Abschlüsse nicht den (hohen) Erwartungen. Das ambitionierte Projekt scheiterte deshalb bereits nach weniger als vier Jahren.

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Allianz Private Krankenversicherung und KKH-Allianz hatten Großes vor

Der kleine Partner Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) und die große Allianz Private Krankenversicherung hatten sich eine Menge vorgenommen. Durch die Zusammenarbeit sollten nicht nur verstärkt Allianz-Zusatzversicherungen vermittelt werden; vielmehr war auch die Erstellung gemeinsamer Versorgungskonzepte für die Versicherten geplant. Außerdem wollten beide Unternehmen bei der Leistungs- und Rechnungskontrolle eng zusammenarbeiten. Die KKH Allianz-Mitglieder sollten aufgrund der neuen Zusammenarbeit exklusive Produktangebote erhalten.

Doch nun folgte die Ernüchterung: Die gegenseitigen Erwartungen der Kooperationspartner hätten sich nur teilweise erfüllt, hieß es in einer Pressemitteilung.

Ein neues Gesetz mischt auch mit

Eine Rolle könnte auch das neue GKV-Versorgungsstruktur-Gesetz gespielt haben, das am 1. Januar 2012 in Kraft trat. Danach können die gesetzlichen Krankenkassen wesentlich mehr Satzungsleistungen anbieten als bisher. Das betrifft beispielsweise Vorsorge- und Reha-Maßnahmen, zahnärztliche Behandlungen, künstliche Befruchtung sowie Hilfs-, Heil- und Arzneimittel. Die PKV-Anbieter sind auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen nicht gut zu sprechen; sie sehen einen verzerrten Wettbewerb, da nun auch die Kassen Leistungen erbringen können, die bisher den PKV-Anbietern vorbehalten waren.

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Neuer privater Partner gesucht

Wenn die Zusammenarbeit mit der Allianz Private Krankenversicherung beendet ist, will sich die KKH-Allianz einen neuen Partner suchen – und der soll wieder „privat“ sein. Offenbar setzen die Verantwortlichen grundsätzlich auf dieses Konzept. Die Ziele werden allerdings etwas herunter geschraubt: Anvisiert wird eher eine Vertriebskooperation als eine umfassende „Verzahnung“ der Partner.

Auch wenn das Experiment zwischen Allianz Private Krankenversicherung und KKH-Allianz gescheitert ist, so raten Experten generell dennoch zu Kooperationen zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung. Manche Fachleute können sich in Zukunft sogar eine Bürgerversicherung vorstellen, in der beide Systeme zusammenfließen.

Wer sich aber heute für eine Krankenversicherung entscheidet, hat bei Erreichen der Versicherungspflichtgrenze die Wahl zwischen beiden Systemen. Am besten holen sich Kunden Rat bei unabhängigen Experten; diese sind am besten in der Lage, dem Kunden ein maßgeschneidertes Angebot vorzulegen.