Koppelung von BU-Schutz mit Pflegeversicherung hat Nachteile

Zu teuer und unflexibel: BU-Schutz mit gekoppelter Pflegeversicherung

Hört sich zwar gut an, ist es aber nicht: Verbraucher finden zunehmend Angebote mit einer Kombination von BU-Schutz und Pflegeversicherung. Beide Produkte passen aber nicht zwingend zusammen und unterscheiden sich in ihrer Priorität für den Versicherungsnehmer.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der ganz wichtigen Policen. Sie deckt das existentielle Risiko ab, wenn ein Berufstätiger aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit seinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kann. Die private Pflegeversicherung dagegen kann im Einzelfall eine sinnvolle Ergänzungsversicherung sein, ist aber nicht so zwingend notwendig wie ein guter BU-Schutz. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nämlich die größten Risiken der Pflegebedürftigkeit durch Hilfen zur häuslichen und stationären Pflege bereits ab.

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Koppelung von BU-Schutz und Pflegeversicherung nützt Kunden wenig

Die Leistungen in der Pflegeversicherung werden – genauso wie beim BU-Schutz – als Rente erbracht. Beim Kombi-Produkt sind die Beiträge verhältnismäßig hoch. Das Ensemble rechnet sich für den Verbraucher in der Regel nicht.

Das besondere Problem bei dem Koppelungs-Angebot ist die mangelnde Flexibilität, die erst durch die Schnürung des Pakets entsteht: Ändern sich bei einem Kunden die persönlichen Voraussetzungen und er möchte aussteigen, so verliert er nicht nur die Pflegeabsicherung, sondern auch den wichtigen BU-Schutz. Das kann fatale Folgen haben, denn der Staat tritt bei Berufsunfähigkeit kaum noch ein. Will man als Versicherter also die BU behalten, so muss man zwangsweise auch die Pflegeversicherung mitschleppen.

Weiterer Nachteil für jene, die aussteigen mussten und angesichts besserer Finanzen wieder rein wollen: Im fortgeschrittenen Alter kann eine Neuversicherung sehr teuer werden. Manchmal scheitern die Verträge sogar am dann aktuell vorliegenden Gesundheitszustand.

Verträge frühzeitig abschließen

Verbraucherschützer empfehlen deshalb regelmäßig, lieber auf Kopplungsprodukte zu verzichten und Einzelverträge abzuschließen. Passt einer der Verträge nicht mehr, kann er häufig geändert werden, ohne dass andere Versicherungen betroffen sind.

Für den Pflegefall ist es in der Regel vorteilhafter, mit einer extra abgeschlossenen Pflegetagegeld- oder Pflegekostenversicherung vorzusorgen. Preislich fahren Kunden damit meistens am besten. Außerdem sollten Leistungen nicht erst ab Stufe II, sondern schon ab Stufe I garantiert sein. So ist die Unterstützung bereits ab Beginn der Pflegebedürftigkeit gesichert.

Eines gilt aber für beide Versicherungen gleichermaßen: Sie sollten möglichst frühzeitig abgeschlossen werden. Dann sind die Tarife am günstigsten und die Auswahl am größten. Vorerkrankungen, die insbesondere beim BU-Schutz zur Ablehnung führen können, liegen bei einem frühen Abschluss seltener vor.

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