Krankenkassen: Zusatzversicherungen nach dem Baukastenprinzip

Zusatzversicherungen bieten extra Leistungen für Krankenkassen-Mitglieder und Privatversicherte

Die gesetzlichen Krankenkassen fahren ihre Leistungen angesichts massiv steigender Defizite kontinuierlich zurück. Gleich ob Zahnersatz oder neue Brille, erstattet werden nur noch Bruchteile der anfallenden Kosten. Naturheilverfahren müssen Patienten ganz aus eigener Tasche bezahlen. Wer solche Behandlungen erstattet haben möchte, hat jedoch bei immer mehr Kassen die Möglichkeit, Zusatzversicherungen abzuschließen.

Hintergrund der ergänzenden Angebote der Kassen ist die Ausrichtung der gesetzlichen Krankenversicherung auf eine gesundheitliche Grundversorgung. Unternehmen wie die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) bieten daher einen ganzen Katalog von Zusatzversicherungen an. Dazu zählen spezielle Policen für zahnmedizinische Leistungen, Hilfsmittel oder Naturheilverfahren. Je nach gewünschter Risikoabdeckung können solche Versicherungen nach dem Baukastenprinzip kombiniert werden. Zielgruppe sind gesetzlich Versicherte und ihre Angehörigen. Aber auch für Privatversicherte können sich Zusatzversicherungen lohnen: Rechnen Privatpatienten darüber ab, gibt es in der Hauptversicherung die volle Beitragsrückerstattung.

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Zusatzversicherung erstattet Kosten für Naturheilverfahren und Heilpraktiker

Im Sozialgesetzbuch definiert der Gesetzgeber detailliert, welche Art von Behandlungen die Krankenkassen bezahlen. Grundlage des Leistungskatalogs ist bis heute die Schulmedizin mit ihren klassischen medizinischen Verfahren. Die Realität ist jedoch differenzierter. Denn im Praxisalltag spielen alternative Behandlungsmethoden inzwischen eine große Rolle. Allein in den deutschen Verbänden für Naturheilkunde sind gut 14.000 Ärzte registriert. Die Krankenkassen zahlen seit einigen Jahren zwar Akkupunkturbehandlungen. Um die Kosten für andere ambulante Heilmethoden erstattet zu bekommen, brauchen Patienten jedoch eine Zusatzversicherung.

Die SDK bietet beispielsweise einen extra Tarif „NaturPrivat“ an. Darin berücksichtigt sind Verfahren der Homöopathie oder Ayurveda. Die Krankenversicherung zahlt außerdem für Chiropraktik und physikalische Therapien wie Massagen, Krankengymnastik und Übungsbehandlungen. Das gilt auch, wenn die Behandlung von einem Heilpraktiker durchgeführt wird.

Krankenkassen zahlen Behandlungen, Heilmittel, Vorsorge und Auslandsschutz

Nach dem Prinzip der Zusatzversicherung für ambulante Naturheilverfahren haben Krankenkassen auch Policen für andere Leistungsbereiche entwickelt. Bei vielen Anbietern können Kunden ihren Versicherungsschutz individuell zusammenstellen. So bietet etwa die SDK Verträge für ambulante Zusatzleistungen wie Hilfsmittel, Brillen oder Hörgeräte an. Darüber hinaus gibt es extra Versicherungen für stationäre Zusatzleistungen, Zahnersatz, Auslandsschutz oder für einzelne Zielgruppen wie Senioren. Im Tarif „Aktiv 55plus“ der SDK bekommen etwa ältere Kunden eine Zusatzversicherung, die maßgeschneidert mehrere Altersrisiken abdeckt.

Ein Angebot zur Ergänzung der gesetzlichen Leistungen macht auch die Vereinigte IKK: In Zusammenarbeit mit der Signal Krankenversicherung hat die Krankenkasse spezielle Policen für Vorsorge oder Unfall entwickelt. Wer einen Gesundheitscheck vorweisen kann, bekommt den Extraschutz bei der Vereinigten IKK sogar praktisch geschenkt. Denn die gewährten 120 Euro Gesundheitsbonus pro Jahr entsprechen der Jahresprämie einer IKK-Zusatzversicherung.

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