Krankenversicherung: Das sollten Selbständige wissen

Was Selbständige zum Thema Krankenversicherung wissen sollten

Selbständige müssen – wie jeder Bürger in Deutschland – krankenversichert sein. Allerdings brauchen sie kein Mindesteinkommen, um sich voll privat zu versichern – anders als Arbeitnehmer: Die Türen der PKV stehen Unternehmern generell offen. Gleichwohl können Selbständige auch freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sein.

Selbständige sind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, können sich aber freiwillig krankenversichern. Dafür sind bestimmte Vorversicherungszeiten erforderlich (SGB V, §9): Betroffene müssen

  • in den letzten fünf Jahren vor Ausscheiden aus der Pflichtversicherung mindestens zwei Jahre oder
  • direkt vor dem Ausscheiden ununterbrochen mindestens ein Jahr
gesetzlich krankenversichert versichert gewesen sein.

Hierzu zählen auch Zeiten, in denen man über Eltern oder Ehepartner kostenfrei mitversichert war (Familienversicherung). Außerdem muss man den Antrag innerhalb von drei Monaten stellen, nachdem man aus der Versicherungspflicht in der GKV ausgeschieden ist. Versäumt man diese Frist, bleibt nur die private Krankenversicherung.

Tarif-Check Private Krankenversicherung

Die besten Tarife von mehr als 40 Versicherern im Vergleich!

Kostenloser Infoservice:
Tarif-Vergleich Private Krankenversicherung anfordern …

Wie hoch sind die Beiträge im gesetzlichen und im privaten System?

In der privaten Krankenversicherung richten sich die Beiträge nach Eintrittsalter, Gesundheitszustand und vereinbarten Leistungen. Das Einkommen spielt keine Rolle.

Beispiel: Monatliche Kosten einer privaten Vollversicherung*
Eintrittsalter/
Jährlicher Selbstbehalt
30 Jahre
40 Jahre
50 Jahre
kein Selbstbehalt 480 € 575 € 720 €
300 € 420 € 510 € 655 €
600 € 365 € 460 € 595 €
1.500 € 280 € 345 € 440 €
* HUK-Coburg Komfort-Tarif, Zahlen gerundet. Dieser Tarif beinhaltet u. a. 1- oder 2-Bettzimmer (Krankenhaus), Chefarzt-Behandlung, 80% Erstattung für Zahnersatz, 100 % Erstattung für Heil- und Hilfsmittel sowie Heilpraktikerbehandlung.
Kosten und Leistungen können sich zwischen den Gesellschaften deutlich unterscheiden.


Der Beitrag zurgesetzlichen Krankenversicherung dagegen hängt vom individuellen Einkommen ab und beträgt monatlich 310 bis 610 Euro: Die Kassen legen für hauptberuflich Selbständige ein monatliches Mindesteinkommen von 2.021,25 Euro zugrunde. Unternehmer müssen also zumindest die Kranken- und Pflegeversicherung für gut 2.000 Euro bezahlen, selbst wenn ihr Einkommen geringer ist. Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 15,5 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze (47.250 Euro/ Jahr) deckelt die monatlichen Abgaben auf rund 610 Euro (Alle Zahlen: Stand 2013).

Sind die Einnahmen laut Steuerbescheid höher als zunächst angegeben, muss der Unternehmer nachzahlen. Bei niedrigeren Einnahmen als angenommen zahlen die Kassen allerdings nichts zurück.

GKV-Beiträge für Selbständige sind abhängig vom EinkommenGKV-Beiträge für Selbständige: zwischen 310 und 610 Euro

Wie können sich Existenzgründer und Selbständige mit geringem Einkommen versichern?

Gering verdienende Selbständige können sich über den Ehe- oder Lebenspartner kostenlos mitversichern (Familienversicherung). Sie dürfen aber

  • keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen,
  • nur unter 20 Wochenstunden arbeiten,
  • nicht mehr als 385 Euro (Stand: 2013) verdienen und
  • nicht aufgrund anderer Umstände in der GKV pflichtversichert sein (wie zum Beispiel Künstler und Publizisten ab 325 Euro Monatseinkommen).
Nicht immer kommt die Familienversicherung in Frage. Werden Versicherungsbeiträge unbezahlbar, können Geringverdiener bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Härtefall stellen. Notfalls setzt die Kasse dann einen geringeren Wert für das Mindesteinkommen ein.

Für Existenzgründer gelten Sonderregelungen: Wer den Gründungszuschuss der Arbeitsagenturen bekommt, zahlt oft niedrigere GKV-Beiträge. Bei den Einnahmen bleiben monatlich 300 Euro unberücksichtigt; das ist der Anteil vom Gründungszuschuss, der für die soziale Sicherung vorgesehen ist. Außerdem legen die Kassen als Mindestverdienst lediglich 1.347,50 Euro (Stand: 2013) zugrunde.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Welcher Anspruch besteht auf Krankengeld?

PKV: Private Versicherer zahlen in der Regel ein Krankentagegeld. Beginn und Dauer der Leistung sowie die Höhe werden vertraglich vereinbart.

GKV (Stand 2013): Zahlen freiwillig Versicherte den allgemeinen Beitragssatz (15,5%), so erhalten sie bei Arbeitsunfähigkeit ab der siebten Woche Krankengeld. Wenn sie den ermäßigten Beitragssatz zahlen (14,9%), können sie

  • eine Krankentagegeldversicherung bei einer privaten Krankenversicherung abschließen oder
  • einen Wahltarif bei der gesetzlichen Krankenversicherung nutzen. In diesem Fall gehen sie eine dreijährige Bindung an die Krankenkasse ein.

 
Private Krankenversicherung - Vergleich anfordern!