Krankenversicherung: Wichtige Änderungen für Versicherte im Jahr 2011

Gesetzliche Krankenversicherung wird durch Änderungen 2011 teurer

Das deutsche Gesundheitssystem soll sparsamer und effektiver werden. Dazu notwendige Änderungen sind ab dem 01. Januar 2011 in Kraft getreten. Hauptbetroffene sind die rund 70 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Sie müssen höhere Beiträge an die Kassen zahlen. Zugleich wird es einfacher, zur privaten Krankenversicherung (PKV) zu wechseln.

Der allgemeine Beitragssatz zur GKV steigt im Jahr 2011 auf 15,5 Prozent. Für Arbeitnehmer und Rentner erhöht sich der Finanzierungsanteil von 7,9 auf 8,2 Prozent. Für einen Durchschnittsverdiener mit 2.500 Euro brutto bedeutet das: Er zahlt mit Inkrafttreten der Änderungen jährlich rund 90 Euro mehr für seine Krankenversicherung. Insgesamt soll die Reform etwa sechs Milliarden Euro Mehreinnahmen bringen. Ob das zusammen mit den eingeleiteten Sparmaßnahmen die Kassendefizite ausgleichen kann, ist fraglich. Spätestens 2012 könnte das Thema Zusatzbeiträge wieder aktuell werden.

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Zusatzbeiträge der Krankenversicherung

„Im Jahr 2011 wird die große Mehrheit der Krankenkassen noch keinen Zusatzbeitrag erheben“, betont das Bundesgesundheitsministerium. Doch haben die gesetzlichen Krankenkassen bei künftigem Finanzierungsbedarf freie Hand bei der Kalkulation zusätzlicher Beiträge: Die bisherige Deckelung fällt mit den Änderungen ab 2011 weg.

Zusatzbeiträge dürfen nun nach Bedarf berechnet und einkommensunabhängig erhoben werden. Allerdings bekommen Kassenmitglieder mehr Sonderkündigungsrechte: Sie dürfen es künftig auch bei Wahltarifen ausüben. Zugleich reduziert sich die Mindestbindungsfrist für einige Wahltarife auf ein Jahr.

Änderungen der Kostenerstattung

Mehr Entscheidungsfreiheit und ggf. mehr Kosten bringen die Änderungen bei der Erstattung für Medikamentenausgaben. Ab 01. Januar 2011 können sich Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung anteilig Kosten für teurere Originalpräparate erstatten lassen. Den Rest müssen sie aus eigener Tasche bezahlen oder sich mit Standardmedikamenten begnügen.

Auch die Pharmaindustrie könnte die Auswirkungen der Reform zu spüren bekommen: In Zukunft will das Bundesgesundheitsministerium Einfluss auf die Preisgestaltung von Neupräparaten nehmen. Finanziell profitieren werden Ärzte in ländlichen Gebieten. Sie erhalten Zuschläge, wenn sie sich in unterversorgten Regionen niederlassen.

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Ab 2011 wird der Wechsel zur PKV leichter

Mehr Wahlfreiheit bringen die Änderungen für Kassenmitglieder, die jährlich mehr als 49.500 Euro verdienen: Sie können bereits nach einem Jahr zur privaten Krankenversicherung wechseln. Da die Regelung seit Ende 2010 gilt, konnte ein Wechsel bereits mit Beginn des Jahres 2011 erfolgen. Für Berufsanfänger gilt keine Wartezeit. Bei entsprechendem Einkommen dürfen sie zwischen GKV und PKV frei wählen.

Tipp für Berufsstarter und Wechsler: Vergleichen Sie Leistungsprofile, Preise und Zukunftsperspektiven beider Versicherungssysteme. Das Gespräch mit kompetenten Fachberatern hilft Ihnen dabei, Anbieter und Konditionen richtig einschätzen zu können.

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