Lebensversicherung: Bezugsänderung nach Scheidung mitteilen

Sohn bekommt Lebensversicherung ausbezahlt – trotz Bezugsrechtsänderung nach Scheidung

Stirbt der Inhaber einer Lebensversicherung, beginnt manchmal ein kurioses Wettrennen. Hat er nämlich während der Vertragslaufzeit die Bezugsberechtigung geändert (zum Beispiel wegen einer Scheidung), so können eventuell mehrere Personen die Auszahlung beanspruchen. Kritisch kann es vor allem dann werden, wenn der neue Bezugsberechtigte gar nichts wusste von seinem Glück.

Sohn bekommt Lebensversicherung ausbezahlt – trotz Bezugsrechtsänderung nach ScheidungLebensversicherung: Bezugsänderung nach Scheidung mitteilen

Wer also erst in den Erbunterlagen Policen von Lebensversicherungen mit seinem Namen entdeckt, sollte schnell bei der Versicherung vorstellig werden. Existierte vorher ein erbberechtigter Begünstigter, kann der sich zwischenzeitlich bereits die Summe auszahlen lassen. Erben können eine aktuell bestehende Bezugsberechtigung widerrufen, sofern diese dem Berechtigten gar nicht bekannt ist. Der Grund ist einfach: Das Bezugsrecht gilt juristisch als Schenkungsabsicht. Und die kann eben widerrufen werden. Ist die Schenkung aber vollzogen – spätestens, wenn das Geld an den Begünstigten ausgezahlt ist – geht nichts mehr. Ein solches Szenario kommt öfters in Zusammenhang mit Scheidungen vor.

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Typischer Fall: Änderung der Lebensversicherung nach Scheidung

So hatte der Bundesgerichtshof einen recht häufigen Fall zu bewerten. Nach der Scheidung hatte ein Mann seine Lebensversicherung umschreiben lassen: Statt seines Sohnes sollte die neue Lebensgefährtin bezugsberechtigt sein. Nach dem Tod des Mannes entdeckte die Lebensgefährtin die Unterlagen, von denen sie nichts wusste. Sie schickte Vertrag und Sterbeurkunde an die Versicherung. Zwischenzeitlich hatten Sohn und Witwe aber bereits die Bezugsberechtigung der Frau widerrufen und sich die Versicherungssumme auszahlen lassen. Die Lebensgefährtin ging leer aus. Auch das Gericht konnte ihr nicht helfen: Ist die „Schenkung“ durch Auszahlung vollzogen, ist nichts mehr zu machen.

Tipps zur Vorbeugung

Knackpunkt war, dass die neue Lebensgefährtin über ihre Bezugsberechtigung nichts wusste. Nach seiner Scheidung hatte ihr der Mann die Vertragsänderung nicht mitgeteilt. Experten empfehlen Inhabern von Lebensversicherungen, Änderungen beim Bezug sofort dem neuen Berechtigten mitzuteilen. Sonst kann es sein, dass etwa nach einer Scheidung der ungeliebte Partner die Versicherungssumme erhält.

Um späterem Streit vorzubeugen, sind auch bestimmte notariell beglaubigte Änderungen wirksam. So kann der Kunde die Versicherung einfach als Vermächtnis deklarieren. Oder aber er spricht ein formelles Schenkungsversprechen aus. Alternativ kann der Versicherte aber auch ein unwiderrufliches Bezugsrecht erklären. Das kann dann allerdings nur noch geändert werden, wenn der Empfangsberechtigte damit einverstanden ist. Nach einer Scheidung dürfte das eher selten der Fall sein.

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