Lohnt sich der Wechsel in die PKV?

Wechsel von GKV in PKV: Nicht nur Beiträge, sondern auch Leistungen bewerten

Geplante Erhöhung des Beitragssatzes von 14,9 auf 15,5 Prozent, dazu unbegrenzte Zusatzbeiträge: Da fragt sich mancher schon, ob er in der gesetzlichen Kasse bleiben soll. Zumal Wechselwilligen der Übertritt zur PKV demnächst leichter gemacht wird. Experten warnen allerdings: Bei einer solch wichtigen Entscheidung sind Schnellschüsse nicht angeraten.

Vermittler sind meist sehr beredt, den Kunden die Vorteile einer Privatversicherung schmackhaft zu machen. Schließlich leben sie von den Provisionen, die jeder Abschluss bringt. Die Vorzüge der PKV werden in den schillerndsten Farben geschildert. Die gesetzliche Krankenversicherung mutiert bei ihnen bisweilen zum gierigen Moloch, der ständig mehr Geld von den Versicherten frisst. Der Wechsel zur PKV sei da nur noch eine logische Konsequenz. Doch ist das wirklich so?

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Das spricht für die „Gesetzliche“ ...

Fakt ist: Die Beiträge sind in der PKV in den letzten zehn Jahren stärker als in der GKV (gesetzliche Krankenversicherung) gestiegen. Die gesetzlichen Kassen haben auch den Ruf, insgesamt sparsamer zu wirtschaften. Oft hilft dabei allerdings der Staat: So muss die PKV für viele Medikamente mehr bezahlen als die GKV. Und etliche Ärzte sehen offenbar im Privatpatienten die Melkkuh der Arztpraxen. Dahinter steht eine einfache Milchmädchenrechnung: Was beim Kassenpatienten – vermeintlich – zu wenig verdient wird, wird beim Privatpatienten wieder herein geholt.

Die gesetzlichen Kassen sparen aber auch bei der Werbung neuer Kunden. Sie benötigen nur etwa ein Drittel der Vertriebskosten, die bei den Privaten anfallen. Solche Sparsamkeit kommt natürlich den Versicherten zugute: Schließlich bezahlen sie alle Aufwendungen mit ihren Beiträgen.

… und das spricht für die PKV

In Zukunft dürfen nur noch Privatversicherer Zusatztarife für Kassenkunden anbieten. Das spricht für eine gewisse Qualität des Angebots und für das Know-how der PKV in diesem Bereich. Viele solcher Leistungen sind in privaten Versicherungen bereits enthalten. Beispiele sind spezielle Zahnbehandlungen oder Chefarztwahl im Krankenhaus.

Ein wichtiges Argument für die Privaten fällt erstaunlicherweise oft unter den Tisch: die Leistungsgarantie. Private Versicherer dürfen ihre Leistungen nicht einschränken; für die gesamte Vertragslaufzeit müssen sie jederzeit alle vereinbarten Leistungen erbringen. Die gesetzlichen Kassen hingegen können ohne Weiteres Einsparungen vornehmen, gegen die der Versicherte nichts unternehmen kann. Fast nichts: Er kann immer noch mit einem Wechsel zu den Privaten liebäugeln.

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Ein Wechsel muss gut bedacht sein

Viele Versicherte starren wie hypnotisiert auf die ständige Erhöhung der Beiträge. Eine Beitragserhöhung alleine ist jedoch kein ausreichender Grund für einen Wechsel. Denn von steigenden Tarifen sind Privatversicherte ebenso betroffen wie gesetzlich Versicherte. Der Blick in die Zukunft ist ungewiss: Die GKV wird mit demographischen Problemen (immer mehr Menschen werden immer älter, weniger Jüngere rücken nach) ebenso zu kämpfen haben wie die PKV. Bei der GKV kommt das Problem hinzu, dass keine Altersrückstellungen vorhanden sind. Ungünstige demographische Entwicklungen finden deshalb relativ kurzfristig ihren Niederschlag in höheren Beiträgen – oder eben in Leistungskürzungen.

Fazit: Wer mit Wechselgedanken spielt, sollte sich also keinesfalls nur auf einen Beitragsvergleich, sondern auch auf einen Leistungsvergleich einlassen. Da schneidet die PKV grundsätzlich besser ab als die GKV.

Sollten im Alter die privaten Versicherungsbeiträge plötzlich unbezahlbar werden, gibt es noch einen Notausgang: den Basistarif. Leistungen und Beiträge bewegen sich dann auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen.

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