Urteil: Nach Scheidung bleibt Kind in privater Krankenversicherung

Vater muss nach Scheidung auch die private Krankenversicherung für das Kind weiter bezahlen

Scheidung tut weh – Kindern am meisten. Zu emotionalen Problemen kommen oft noch materielle Nachteile: Zum Beispiel der Verlust der Vorzüge, die eine private Krankenversicherung bietet. Vor allem dann, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil die Mehrkosten nicht bezahlen will. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied nun: Das Kind darf in der privaten Krankenversicherung bleiben.

Vater muss nach Scheidung auch die private Krankenversicherung für das Kind weiter bezahlenUrteil: Nach Scheidung bleibt Kind in privater Krankenversicherung

Die Ausgangslage ist nicht gerade untypisch: Die Eltern lassen sich scheiden, der Mann hat ein gutes Einkommen (5.000 Euro netto), die Frau wesentlich weniger. Dann passiert Folgendes: Der Mann möchte die Zusatzkosten für die PKV seines Sohnes nicht übernehmen. Der könne ja kostenfrei bei der GKV seiner Frau mitversichert werden, so sein Argument. Die hingegen wehrt sich: Das Kind war von Geburt an in der privaten Krankenversicherung. Das solle so bleiben. Die Richter gaben ihr Recht.

Tarif-Check Private Krankenversicherung

Die besten Tarife von mehr als 40 Versicherern im Vergleich!

Kostenloser Infoservice:
Tarif-Vergleich Private Krankenversicherung anfordern …

Mutter möchte weiterhin private Krankenversicherung für gemeinsames Kind

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied den Fall klar zugunsten der Mutter. Die konnte sich nach der Scheidung keine private Krankenversicherung mehr leisten und wechselte in die gesetzliche Krankenkasse. Für das gemeinsame Kind sollte der Vater die Beiträge für die PKV übernehmen. Die Mutter argumentierte unter anderem damit, dass der Junge wegen eines ADS-Syndroms von einer Ärztin behandelt werde, die nur privat abrechne. Der Vater erklärte sich zwar bereit, notfalls auch Zusatzkosten für das Kind zu übernehmen, wenn ein Arzt nur Privatpatienten behandelt. Das alles konnte die Richter allerdings nicht überzeugen.

Vater muss private Krankenversicherung bezahlen

So entschied das Oberlandesgericht Koblenz, dass der Vater zahlungspflichtig ist. Dabei wurden ebenso die guten wirtschaftlichen Verhältnisse des Vaters berücksichtigt wie die Tatsache, dass der Sohn seit seiner Geburt in der PKV versichert ist. Die Richter führten aus: Ein Wechsel in die GKV komme nur dann in Frage, wenn diese kombiniert werden könne mit privaten Zusatzversicherungen. Und selbst wenn dann die gleichen Leistungen wie in der privaten Versicherung garantiert seien, müsse sich auch ein wirtschaftlicher Vorteil daraus ergeben. Allerdings: Das Urteil des OLG Koblenz (Az.: 11 UF 620/09) ist keine Garantie für jedes Scheidungskind, in der privaten Krankenversicherung verbleiben zu können. Die Umstände werden in jedem Einzelfall individuell geprüft.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++
 
Private Krankenversicherung - Vergleich anfordern!