Pflegeversicherung - Private Versicherung verfügt über Rückstellungen

Pflegeversicherung - Solidarbeitrag der „Privaten“ umstritten

Nach der Reform der Krankenversicherung rücken die gesetzliche Pflegeversicherung und deren Finanzprobleme mehr in den Mittelpunkt. Umstritten ist, inwieweit sich die private Pflegeversicherung an der Finanzierung des gesetzlichen Systems beteiligt.

Soll es einen Finanzausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung geben? Um diese Frage drehen sich im Moment die Diskussionen rund um die Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung. Geht es nach dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach, dann ist die Quersubventionierung der gesetzlichen Kassen durch die privaten Träger eine Selbstverständlichkeit. „Die mit den höchsten Einkommen haben das geringste Risiko, pflegebedürftig zu werden und bisher am wenigsten bezahlt. Deshalb ist der Risikoausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung das A und O dieser Reform“, sagte Lauterbach der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

PKV-Verband sieht verfassungsrechtliche Bedenken

Das sieht der Verband der privaten Krankenversicherung, der auch die private Pflegeversicherung vertritt, naturgemäß völlig anders. Es gäbe weder eine verfassungsrechtliche noch eine sachliche Legitimation für dieses Vorhaben. „Der Gesetzgeber hat bei der Einführung der Pflegeversicherung vor zwölf Jahren bewusst entschieden, diese über zwei Systeme – die gesetzliche und die private Pflegeversicherung – zu organisieren. Ein systemübergreifender Finanzausgleich zwischen beiden Versichertenkollektiven ist verfassungsrechtlich unzulässig“, heißt es in einer aktuellen Erklärung.

Private Pflegeversicherung hat Altersrückstellungen gebildet

Die private Pflegeversicherung verfügt über Rücklagen in Höhe von 16,5 Mrd. Euro. Diese sind Altersrückstellungen und dienen der Zukunftsvorsorge für die jungen Privatversicherten. Nach Angaben des PKV-Verbandes zahlen die Mitglieder der privaten Pflegeversicherung einen höheren Durchschnittsbeitrag als die in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein. Dadurch kommt die beachtliche Rücklage zustande, die nunmehr - geht es nach dem SPD-Sozialexperten Lauterbach - auch den gesetzlich Versicherten zugute kommen soll. Im Gespräch ist derzeit ein Betrag von ca. 900 Millionen Euro jährlich.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++