Altersrückstellungen in der PKV: Beim Übertrag gibt es einige Gewinner

Private Versicherte können PKV-Altersrückstellungen mitnehmen

Um allzu starke Beitragserhöhungen im Alter vermeiden zu können, werden in der PKV so genannte Altersrückstellungen gebildet. Diese können – seit 2009 – bei einem Anbieterwechsel teilweise übertragen werden. Davon scheinen einige Unternehmen kräftig zu profitieren, andere haben beim Gesamtübertrag ein Minus in der Rechnung.

In die Altersrückstellungen gehen vor allem Teile des Versicherungsbeitrages ein; dabei werden die entsprechenden Beitragsanteile verzinst, so dass sich im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte ein ordentliches Guthaben entwickelt. Zudem gibt es einen gesetzlichen Zuschlag, der nach § 12a VAG geregelt ist. Die Altersrückstellungen können nach der Neuregelung von 2009 im Umfang des Basistarifs übertragen werden – und das auch beim Wechsel zu einem anderen Anbieter. Bleibt der Kunde beim selben Unternehmen, werden sogar alle Alterungsrückstellungen in den neuen Tarif übernommen.

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PKV-Anbieter möchten ein Plus beim Übertrag von Altersrückstellungen

Logischerweise ist es für PKV-Unternehmen recht interessant, Wechselkunden mit Altersrückstellungen zu gewinnen. Kommen mehr Wechsler hinzu als weggehen, kann bei der Übertrag-Bilanz ein Plus entstehen. Das kann sich zu größeren Beträgen summieren. Immerhin erreichen die verschobenen Altersrückstellungen mittlerweile eine Summe von über 100 Millionen Euro. Dabei sind auch die Verträge eingerechnet, die im ersten Halbjahr 2009 einer Sonderregelung unterlagen: Versicherte mit älteren Tarifen konnten damals einmalig in den Basistarif eines zweiten Versicherers wechseln; Altersrückstellungen wurden dabei angerechnet.

Einige PKV-Unternehmen gehören zu den großen Gewinnern

Ein Blick auf den Übertrag-Saldo einiger Unternehmen zeigt klare Gewinner und Verlierer der Neuregelung. So konnte die Central Krankenversicherung AG ein positives Saldo von zehn Millionen Euro verbuchen. Bei etwa 20 Millionen Euro an eingenommenen Altersrückstellungen musste sie nur etwa zehn Millionen abgeben. Offenbar konnte die Central relativ viele Verträge durch Umdeckung hinzugewinnen. Eine ganze Reihe PKV-Kunden wechselten offensichtlich nach kurzer Vertragslaufzeit bereits den Anbieter und schlossen sich der Central an.

Die HanseMerkur Krankenversicherung AG konnte zwölf Millionen Euro dazugewinnen und musste nur etwa drei Millionen Euro abgeben. So blieb ihr bei der Übertrag-Bilanz ein erkleckliches Saldo von rund neun Millionen Euro plus.

Auch Deutscher Ring, Debeka, Continentale und HUK-Coburg gehörten mit über einer Million Euro Nettozugewinn zu den Nutznießern der neuen Regelungen.

Kunden sollten sich vor jedem Vertragsabschluss eingehend über die Angebote informieren. Jeder Wechsel zu einem anderen PKV-Anbieter bringt Verluste mit sich; nicht zuletzt ist eine neue Gesundheitsprüfung erforderlich. Einen genauen Überblick über alle Angebote in der PKV haben unabhängige Experten. Ob Erstvertrag oder Wechsel: Auf den Rat von Fachleuten sollte keiner verzichten, der den bestmöglichen Vertrag abschließen möchte.

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