Niedrigere PKV-Beiträge im Alter – wie geht das?

Zusatzvertrag mit PKV-Unternehmen sorgt für Mini-Beiträge im Alter

Jahr für Jahr steigen die PKV-Beiträge. Manchem Versicherten wird es da mulmig ums Herz: Wie können so hohe Beiträge eigentlich im Alter finanziert werden? Auch die Versicherer haben das Problem erkannt: Sie bieten so genannte Beitragsentlastungskomponenten (BEK) an. Das Prinzip: Zusätzliche Einzahlungen in jüngeren Jahren reduzieren die Beiträge im Alter.

Das Ganze funktioniert recht simpel: Der Versicherte zahlt zusätzlich zu seiner Police einen bestimmten monatlichen Beitrag. Die Gesellschaft legt das Geld an; im Alter lässt sich aus den Gewinnen der Beitrag für die private Krankenversicherung verringern – je nach Tarif bis zu 100 Prozent. Genau genommen handelt es also um eine zusätzliche private Rentenversicherung – mit der Besonderheit, dass sie zweckgebunden ist: Sie dient dazu, das Beitragsniveau der PKV im Alter auf einem erträglich niedrigen Niveau zu halten.

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Höhe der Beiträge schwankt erheblich

Wie so oft im Versicherungswesen ist es für den Kunden sehr schwierig, im Voraus seinen Vorteil bei diesem Angebot abzuschätzen. Zu unterschiedlich sind die Faktoren, die in das konkrete Tarifangebot einfließen. Das Eintrittsalter findet bei den Berechnungen ebenso Berücksichtigung wie das Geschlecht. Der Beginn der Beitragsreduzierung und die konkrete Entlastungshöhe spielen eine wichtige Rolle. Schließlich trägt auch die Kalkulationsgrundlage des Anbieters einiges zur Ausgestaltung des Angebots bei. So bewegen sich die BEK-Beiträge meist im zweistelligen Bereich, können aber auch dreistellig ausfallen.

Auch den Chef vor den Karren spannen

Viele PKV-Versicherte haben es besonders leicht, ihre Beiträge im Alter möglichst gering zu halten. Bei Angestellten kann sich nämlich der Chef an den BEK-Kosten beteiligen. Grundsätzlich zahlen Arbeitgeber 50 Prozent zur Krankenversicherung hinzu. Der Höchstbetrag liegt derzeit bei 271,01 Euro. Wird diese Grenze durch die Beiträge zur Vollversicherung nicht erreicht, so kann der Rest für die BEK in Anspruch genommen werden. So zahlt der Chef mit für günstigere PKV-Beiträge im Alter.

Auch steuerlich kann sich der BEK-Einsatz lohnen: Das Finanzamt akzeptiert bei PKV-Versicherten alle Aufwendungen auf dem Niveau der gesetzlichen Kassen und berücksichtigt auch BEK-Zahlungen. Im Alter dürften – aus heutiger Sicht – die Erträge daraus aber steuerfrei sein.

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System zur Reduktion späterer PKV-Beiträge hat auch Nachteile

Möglichen finanziellen Vorteilen stehen beim System der Beitragsentlastungskomponenten aber auch einige Nachteile gegenüber. Der Kunde bindet sich fest an einen bestimmten Versicherer. Kündigt er oder wechselt er den Anbieter, so verfallen alle angesparten Beiträge. Nur ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens rettet ihm das Geld..

Während bei einer normalen privaten Rentenversicherung die Option besteht, dass auch die Nachkommen aus dem Vertrag versorgt werden, entfällt diese Möglichkeit beim BEK-System. Der Versicherte kalkuliert also zwangsläufig auf ein langes Leben, damit die Kalkulation aufgeht..

Beitragsentlastungskomponenten sind insgesamt geeignet, für erträgliche PKV-Beiträge im Alter zu sorgen. Umfassende Informationen zu dem komplexen Thema können Fachleute geben, die im Zuge einer Beratung auf Vor- und Nachteile solcher Prämienentlastungen hinweisen.

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