PKV: Entlastungstarife für niedrigeren Beitrag im Alter

Modell zur PKV-Beitragsentlastung mit Steuerförderung

Die privaten Krankenversicherungen (PKV) wollen Kunden die Angst vor hohen Altersprämien nehmen. Sie bieten zur Vollversicherung Zusatzkomponenten an: Im Berufsleben zahlt der Versicherte mehr für seine Police. Dafür sinkt der Beitrag im Rentenalter. Der Staat fördert das Modell mit Steuererleichterungen. Verbraucherschützer sind skeptisch und raten zur alternativen Geldanlage.

Die PKV wirbt für Krankenversicherungen mit Entlastungstarifen, die im Alter die Prämien reduzieren. Für viele Kunden dürfte das Tarifmodell attraktiv sein. Sie können die entstehende Zusatzbelastung auf Basis ihres aktuellen Einkommens kalkulieren. Im Rentenalter garantiert ihnen die Assekuranz eine Prämienabsenkung, die sich individuell abstufen lässt. Die Höhe der im Alter berechneten Prämie ist allerdings vorher nicht konkret zu berechnen. Sie hängt von der allgemeinen Kostenentwicklung ab. Dafür lassen sich Aufwendungen für die Zusatzkomponente zu 80 Prozent von der Steuer absetzen.

Tarif-Check: Die besten PKV-Tarife
Meine Vorgaben für den Anbieter-Tarif-Vergleich
Bitte Versicherung wählen …
Ich interessiere mich für …
Stationäre Behandlung
Ambulante Behandlung
Zahnbehandlung
Selbstbeteiligung
Stempel Info Service

Flexible PKV-Komponenten

Die PKV bietet in der Regel flexible Konditionen für die Beitragsentlastung an: Die Tarife können gestaffelt auf die persönliche Belastungsfähigkeit eingestellt werden. Die Maximallösung ist eine Entlastung von 100 Prozent. Hier trägt der Versicherungsnehmer mit Renteneintritt nur noch die Kosten für die Zusatzkomponente.

Ein Fallbeispiel veranschaulicht das Modell: Ein 45-Jähriger zahlt aktuell 360 Euro Monatsprämie für seine Krankenversicherung. Für die Komponente mit Komplettentlastung entstehen ihm dann zurzeit monatlich 133 Euro Zusatzkosten.

Beim Versicherer DKV können Kunden Entlastungen in Schritten von 50 Euro vereinbaren. Ein 40-Jähriger muss pro Stufe mit Zusatzkosten von gut 14,30 Euro monatlich rechnen. Frauen zahlen mit rund 15,40 Euro etwas mehr.

Angepasster Beitrag

Das Entlastungsmodell der Krankenversicherungen weist eine Unsicherheit auf: Wie hoch der PKV-Beitrag im Alter konkret sein wird, lässt sich zuvor nicht beziffern. Denn die Kosten für die Zusatzkomponente erhöhen sich im Einklang mit den allgemeinen Prämienerhöhungen.

Verbraucherschützer halten die Tarifkonstruktion für problematisch. Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten rät Versicherten dazu, rechtzeitig etwas für die Finanzierung ihrer Krankenversicherung im Alter zu tun. Doch der Weg über die PKV sei dazu weniger geeignet.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Alternative Finanzierungsformen

Fachleute wie Rudnik sehen Alternativen zum Modell der PKV-Beitragsentlastung: Versicherte sollten sich „besser auf dem Kapitalmarkt nach einer relativ sicheren Geldanlage umschauen.“ Das empfiehlt auch Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, der die Renditestärke der Entlastungskomponenten anzweifelt.

Einig sind sich Versicherungsmanager und Verbrauchervertreter jedoch in ihrem Appell an alle Kunden: Sorgen Sie rechtzeitig vor, damit Sie sich Ihre Krankenversicherung im Alter noch leisten können.

Welche Möglichkeiten es gibt und welche Kosten entstehen, darüber informieren Fachberater. Sie kennen sich mit Versicherungen und Geldanlagen gleichermaßen aus und können so für jeden Versicherten das optimale Finanzierungsmodell entwickeln.

Verwandte Themen