Wechsel in den PKV-Standardtarif kann sich lohnen

Wem der PKV-Beitrag zu hoch wird, kann in den Standardtarif wechseln

Steigende Tarife machen vielen PKV-Kunden vor allem im Alter schwer zu schaffen. Mancher denkt darüber nach, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln; in der Regel ist das bis zum 55. Lebensjahr möglich. Nach neueren Analysen ist aber in dem meisten Fällen eine andere Alternative günstiger: der Wechsel in den so genannten Standardtarif.

Ein Standardtarif bildet im Großen und Ganzen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen ab. Der Patient bleibt also privat versichert, kann aber im Wesentlichen nur Leistungen beanspruchen, die auch Kassenpatienten zustehen. Eventuell vereinbarte Extras, wie zum Beispiel Chefarztbehandlung oder Einbett-Zimmer im Krankenhaus, entfallen. Meist erhöhen sich auch Zuzahlungen, insbesondere bei Hilfs- und Heilmitteln.

Wer vor dem 1.1.2009 in der PKV versichert war, hat ein Anrecht auf einen Wechsel in den Standardtarif; für kürzer Versicherte existiert der „Basistarif“ mit vergleichbaren Eigenschaften.

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Warum können Tarifwechsel notwendig werden?

Es hat sich längst herumgesprochen, dass die Kosten im Gesundheitswesen stärker steigen als in vielen anderen Lebensbereichen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Durchschnitts-Beitragssteigerungen in der PKV durchaus fünf Prozent jährlich betragen können. Auch die gesetzlichen Kassen erhöhen regelmäßig die Preise; das muss gar nicht durch die Anhebung des fällig werdenden Prozentsatzes vom Einkommen sein, sondern kann auch versteckter erfolgen – zum Beispiel durch Leistungskürzungen.

Die PKV-Unternehmen investieren allerdings einen erheblichen Teil der Beitragssteigerungen in die Altersrückstellungen für ihre Mitglieder; derzeit verfügen die Privatversicherer über rund 150 Milliarden Euro an solchen Rückstellungen. Dieses Geld bleibt den Mitgliedern erhalten. Bei den zwischenzeitlich angesammelten 20 Milliarden Euro an Überschüssen in der gesetzlichen Krankenversicherung entbrennen hingegen Diskussionen, wie das Geld am besten gleich wieder ausgegeben werden kann.

Wechsel in Standardtarif lohnt sich für manche besonders

Trotz hoher Altersrückstellungen muss die PKV regelmäßig an der Preisschraube drehen, um den überdurchschnittlichen Leistungsstandard weiterhin zu garantieren. Wenn Kunden aufgrund beruflicher oder persönlicher Probleme in finanzielle Schieflage geraten, können hohe Beiträge zu einem echten Problem werden. Vom Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung raten Experten in den meisten Fällen allerdings ab – vor allem, da es mit dem Standardtarif eine gute Alternative gibt, die beim eigenen Versicherer abschließbar ist. Wer weiterhin privat versichert bleibt, muss nicht auf seine angesparten Altersrückstellungen verzichten – ein großer Vorteil.

Ein Wechsel in den von allen Versicherern angebotenen Standardtarif kann sehr viel Geld sparen – vor allem dann, wenn ein hochwertiger Versicherungsschutz mit hohen Altersrückstellungen besteht. Wer also einen hochpreisigen PKV-Tarif besitzt und pro Monat vielleicht 600 oder 700 Euro bezahlt, kann durch einen Tarifwechsel mehrere hundert Euro pro Monat sparen. Wesentlich geringeres Sparpotential besteht naturgemäß bei kostengünstigen Policen, die monatlich vielleicht nur 200 oder 300 Euro kosten.

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Tarifwechsel in der PKV will sorgfältig geplant sein

Ein Wechsel zum Standardtarif sollte nur in zwingenden Fällen erwogen werden. Dem Vorteil des niedrigeren Beitrags stehen einige Nachteile gegenüber:

  • Die Leistungen sind stark abgespeckt. Auf viele gewohnte Annehmlichkeiten – zum Beispiel völlig freie Arzt- und Krankenhauswahl – werden die Patienten verzichten müssen.
  • Ärzte berechnen bei Privatpatienten häufig den 2,3- bis 3,5-fachen Gebührensatz; beim Standardtarif müssen sich die Mediziner mit dem kassenüblichen 1,8-fachen Satz begnügen. Vor einem Wechsel sollten Patienten mit ihrem behandelnden Arzt klären, ob der sie unter diesen Umständen überhaupt weiter behandelt.
  • Ein zu früher Wechsel wirkt sich negativ auf die Altersrückstellungen aus; ein möglichst später Wechsel kann diesen Nachteil vermeiden.
Am besten sprechen Wechselwillige mit einem unabhängigen Berater über die Vor- und Nachteile eines Wechsels in ihrem konkreten Fall. Experten mit fundiertem Fachwissen sind eine gute Hilfe, um die richtige Entscheidung zu treffen.

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