PKV-Tarifwechsel: Vorsicht Falle!

Tarifwechsel in der PKV: Ein Kampf mit harten Bandagen

100 bis 500 Euro monatlich sparen PKV-Kunden, wenn sie einen Tarifwechsel zu ihren Gunsten durchsetzen. So rechnen Verbraucherschützer, allen voran die Zeitschrift Finanztest. Das klappt allerdings nur, wenn Versicherte beim eigenen Anbieter bleiben. Anderenfalls verlieren sie ihre Altersrückstellungen.

Wechselwillige müssen hart für ihre Rechte kämpfen. Das liegt auch an den privaten Krankenversicherern – aber nicht nur. Dabei steht es im § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG): Pivate Krankenversicherer müssen Anträge ihrer Kunden auf Tarifwechsel annehmen.

Etliche Gesellschaften lassen sich auch tatsächlich dazu herab, entsprechende Anfragen entgegenzunehmen. Danach herrscht allerdings oft Flaute. Von Hinhaltetaktik über Falschinformationen bis hin zum Abwimmeln reicht das Repertoire der Verhinderer.

Grund: Die PKV-Branche will verhindern, dass Tarife „ausbluten“. Wandern viele gesunde Kunden ab, müssen die verbleibenden möglicherweise noch höhere Beiträge bezahlen. Andererseits: Gerade schnell steigende Beiträge sind der Hauptgrund für Kunden, ihren Tarif zu wechseln. Und schon beißt sich die Katze in den Schwanz.

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Gesetzlicher Anspruch auf Tarifwechsel

Wechselwillige PKV-Kunden besitzen Ansprüche, die vom Gesetz unterstützt werden. Wechseln sie den Tarif beim selben Anbieter, bleiben die Altersrückstellungen und ihre sonstigen erworbenen Rechte erhalten. Diese Regelung bezieht sich auf gleichartige Versicherungsangebote. Sieht der neue Tarif bessere Leistungen vor, gilt: Der PKV-Anbieter kann entweder einen Leistungsausschluss oder einen Risikozuschlag verlangen.

Viele Unternehmen nutzen das, um Kunden zu verunsichern. Die einen warnen sie vor gewaltigen Problemen, die sich angeblich bei einem Tarifwechsel auftürmen. Andere drohen unverhohlen mit einer erneuten Gesundheitsprüfung.

Alles Firlefanz: Versicherungsnehmer können nach § 294 VVG einen Risikozuschlag dadurch abwenden, dass sie einen Leistungsausschluss für die Mehrleistung vereinbaren. So haben sie uneingeschränkt Anspruch auf einen Tarifwechsel.

Zweifelhafte Geschäftsmodelle

Doch selbst wenn sich ein PKV-Kunde nicht in den Fallstricken der Anbieter verheddert, droht ihm noch von anderer Seite Ungemach: von den Vermittlern. Schwarze Schafe in der Branche haben das Thema „Tarifwechsel in der PKV“ als einträgliches Geschäft erkannt. Sie ködern mit „günstigen Wechselangeboten“.

Dabei kassieren sie kräftig Provisionen – insbesondere, wenn sie Versicherte zu anderen Gesellschaften locken. Die Kunden sind die Gelackmeierten: Sie verlieren ihre Altersrückstellungen. Selbsternannte „Tarifoptimierer“ und „Tarifwechselportale“ sind deshalb mit Vorsicht zu genießen: Oft versprechen sie „sensationell günstige Tarife“, bei denen der Versicherte am Ende eine Menge draufzahlt.

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Seriöse Beratung gefragt

Um sämtlichen Fallen aus dem Wege zu gehen, suchen sich PKV-Kunden am besten einen seriösen Berater, der nicht provisionsorientiert arbeitet. Dieser sollte

  • einen detaillierten Tarif- und Leistungsvergleich erstellen, der die jeweiligen Leistungspunkte gegenüberstellt;
  • den vollständigen Schriftwechsel und alle Verhandlungen mit dem Krankenversicherer übernehmen;
  • eventuelle Mehrleistungen und Risikozuschläge gegeneinander abwägen und
  • Diagnosen kontrollieren, die für Risikozuschläge relevant sind.
Bei Honorarberatern erfolgt die Vergütung entweder erfolgsabhängig, pauschal oder nach zeitlichem Aufwand. Auch Makler können gute Dienste leisten, da sie – wie Honorarberater – zur Beratung im Sinne des Verbrauchers verpflichtet sind. Hingegen ist von Vertretern, die auf Provisionsbasis nur für eine Gesellschaft arbeiten, kaum eine neutrale Beratung zu erwarten.

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