Private Berufsunfähigkeitsrente: zuletzt ausgeübter Beruf maßgeblich

Auszahlung privater Berufsunfähigkeitsrenten: Versicherer prüfen letzte Beschäftigung

Wer berufsunfähig wird, muss dem Versicherer nachweisen, dass er der zuletzt konkret ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann. Nur wem dieser Nachweis gelingt, erhält die private Berufsunfähigkeitsrente. Hat der Versicherte einen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben, aber den Job noch nicht angetreten, reicht dies für die Annahme eines Berufswechsels nicht aus.

Auszahlung privater Berufsunfähigkeitsrenten: Versicherer prüfen letzte BeschäftigungBerufsunfähigkeitsrente: der zuletzt ausgeübte Beruf entscheidet

Wer wegen Krankheit oder Gesundheitsbeeinträchtigung nicht mehr arbeiten kann, weiß die Vorzüge einer privaten Berufsunfähigkeitsrente zu schätzen. Diese gewährt finanzielle Sicherheit, wenn man den letzten Beruf in seiner konkreten Ausgestaltung mindestens zu 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Um einen Gerichtsprozess darüber gewinnen zu können, muss der Kläger dieses konkret vortragen und es auch beweisen. Daran ist die Klage eines Mannes gescheitert, die das Landgericht Dortmund mit Urteil vom 14.04.2010 (Az. 2 0 501/07) abgewiesen hat.

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Private Berufsunfähigkeitsrente trotz ärztlichen Attests zu Recht abgelehnt

Zugrunde lag folgender Fall: Der Kläger war bis zur Insolvenz in seinem Betrieb als Geschäftsführer tätig. Mitte Juni 2006 wurde er dann in einem anderen Unternehmen eingestellt. Er sollte dort am 19.06.2006 als Maurer-, Stahlbetonbau- und Innenausbaumeister sowie eingetragener Betriebsleiter beginnen. Sein Stundenlohn belief sich auf 65 Euro. Von Beginn an sollte er einen Subunternehmerauftrag eigenverantwortlich betreuen. Am ersten Tag erlitt er auf dem Weg zu seiner neuen Beschäftigung einen Verkehrsunfall. Dieser führte laut Bescheinigung seines Arztes dazu, dass er „für körperliche Arbeiten zu 50 Prozent berufsunfähig“ wurde. Sein Versicherer weigerte sich, die private Berufsunfähigkeitsrente aus der bestehenden Zusatzversicherung zu zahlen. Dies begründete er überwiegend damit, in seinem letzten Beruf als Geschäftsführer habe der Kläger lediglich kaufmännische Aufgaben erfüllt.

Unterzeichneter Arbeitsvertrag nicht ausreichend für Berufswechsel

Das Landgericht war derselben Auffassung und verweigerte dem Mann die private Berufsunfähigkeitsrente. Der Versicherte habe nicht bewiesen, dass er berufsunfähig sei, seine Behauptungen dazu seien unzureichend. Das Gericht stellte klar, dass der zuletzt ausgeübte Beruf in seiner konkreten Ausgestaltung entscheidend sei. Die Richter argumentierten, dass körperliche Arbeiten, wenn überhaupt, nur in ganz geringem Umfang ausgeübt worden seien. Einen Berufswechsel zu rein körperlicher Arbeit hin habe der Versicherte noch nicht vollzogen gehabt, da nur der Arbeitsvertrag unterzeichnet gewesen sei. Die neue Tätigkeit müsse jedoch „aufgenommen und auch bereits für eine gewisse Zeit ausgeübt worden sein“, so die Richter. Nur dann könne, bezogen auf diesen neuen Beruf, geprüft werden, ob er zukünftig noch ausgeübt werden kann.

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