Private BU-Absicherung: Burn-out ist nicht im Schutzpaket enthalten

Private BU-Versicherer zieren sich bislang bei der Anerkennung von Burn-out als Berufskrankheit

Psychische Krankheiten boomen: In rund jedem dritten Fall liegt einer diagnostizierten Berufsunfähigkeit eine psychische Erkrankung zugrunde. Dabei spielt der Begriff „Burn out“ zunehmend eine wichtige Rolle. Obwohl das „Ausgebranntsein“ bei Fachleuten als möglicher Vorbote einer Depression gilt, erkennen private BU-Versicherungen nur eine ausgewiesene Depression, nicht aber das Burn-out-Syndrom als Grund für Berufsunfähigkeit an.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Wann sich das Kündigen einer Lebensversicherung lohnt +++ Techniker Krankenkasse gibt laut Finanztest den besten Rat +++ Altersvorsorge: Nur genügend Kapital bringt satte Zusatzrente +++

Dabei sprechen die Zahlen für sich: Seelische Erkrankungen sind weitaus verbreiteter als vielfach angenommen wird. Rund vier Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an psychischen Krankheiten. 2010 mussten rund 1,3 Millionen Deutsche aus diesem Grund sogar klinisch behandelt werden – und ein Burn-out-Syndrom war möglicherweise oft daran beteiligt …

Burn-out ist (noch) keine Krankheit

Arbeitsmediziner und Psychologen nehmen das Phänomen zunehmend ins Visier. Anfänglich oft als Modetrend abgetan, gewinnt der Begriff Burn-out zunehmend an Konturen. Gründe für ein Burn-out können vielfältig sein: Angst vor Jobverlust, Mehrbelastungen durch Rationalisierungen am Arbeitsplatz, unentwegte Erreichbarkeit durch E-Mail oder Handy, Informationsüberflutung – da bleibt kaum Zeit, einmal richtig abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Von vielen Mitarbeitern wird heute erwartet, dass sie auch im Urlaub ständig erreichbar sind.

Im Versicherungsfall müssen Burn-out-Betroffene mit Gegenwind rechnen: Keine BU-Versicherung führt bislang „Burn-out“ in ihrem Leistungskatalog. Generell versichern BU-Unternehmen keine Vorstufen von Krankheiten – und als solche „Vorstufe“ wird Burn-out immer noch angesehen. Nur wenn definitiv eine psychische Krankheit diagnostiziert wird, tritt die private BU-Versicherung auf den Plan – das allerdings kommt zunehmend häufiger vor.

Krankheiten von Bewegungsapparat und Psyche liegen vorn

Psychische Erkrankungen liegen oft schon an der Spitze der Gründe für Berufsunfähigkeit. Die Swiss Life beispielsweise sieht in ihren Statistiken nur noch Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke mit 29 Prozent der Fälle knapp vor den psychischen Erkrankungen (28 Prozent). Bei anderen Unternehmen hat die Psyche sogar schon den „Spitzenplatz“ erobert.

Weitere Ursachen folgen erst mit Abstand: Bei der Swiss Life sind Unfälle mit 13 Prozent und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit elf Prozent vertreten. Im einstelligen Bereich bewegen sich Krebs (acht Prozent) und Innere Krankheiten (sechs Prozent).

Private BU-Policen werden immer besser

Das Tückische an psychischen Erkrankungen und Vorstufen wie etwa Burn-out liegt darin, dass sie jeden gleichermaßen treffen können. Wer also einen ruhigen Bürojob hat und sich deshalb vor typischen Berufskrankheiten sicher wähnt, könnte früher oder später von der Realität eingeholt werden. Zwar gibt es nach wie vor bestimmte Risikoberufe wie Dachdecker, Busfahrer oder auch Schauspieler; die deutliche Zunahme psychischer Krankheiten bei BU-Fällen macht aber einen privaten BU-Schutz in allen Berufen sinnvoll.

Die Anbieter stellen sich zunehmend auf die veränderten Anforderungen ein. Neue Tarife bieten wesentlich mehr Berufsklassen an als früher; so können Kunden in risikoärmeren Berufen von teilweise deutlich niedrigeren Beiträgen profitieren.

Andere private BU-Versicherer erlauben eine Erhöhung der versicherten Leistungen auch ohne bestimmte Ereignisse (Hochzeit usw.) und teilweise auch ohne erneute Gesundheitsprüfung. Unabhängige Institutionen wie „Finanztest“ bestätigen, dass private BU-Tarife in der Tendenz immer besser werden.

Tarif-Check Berufsunfähigkeitsversicherung

Die besten Tarife von mehr als 40 Versicherern im Vergleich!

Kostenloser Infoservice:
Tarif-Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung anfordern …

Jährlich über 200.000 neue BU-Fälle

Auch wenn private Berufsunfähigkeits-Versicherungen (bisher) einen Bogen um die „Volkskrankheit“ Burn-out machen, so gilt dennoch die Tatsache, dass ein BU-Schutz zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt gehört. Die Gründe liegen vor allem in der Vielzahl der Fälle: Jährlich kommen 200.000 bis 300.000 neue Fälle von Berufsunfähigkeit hinzu – allein in Deutschland! Inzwischen muss jeder vierte Angestellte seinen Beruf wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen vorzeitig aufgeben; bei Arbeitern ist es sogar jeder dritte.

Private BU-Policen sind gar nicht so teuer wie oft gedacht wird – vor allem wenn sie in jüngeren Jahren und bei guter Gesundheit abgeschlossen werden. Es muss also keiner auf diesen wichtigen Schutz verzichten. Bei der Auswahl helfen professionelle Berater, die individuell passende Police zu finden.