Private Krankenversicherer drücken auf Kostenbremse

Kosten in der PKV: Private Krankenversicherer bemühen sich um geringeren Verwaltungsaufwand

Eine erfreuliche Entwicklung: Die Verwaltungskosten der PKV-Anbieter sind weiterhin gesunken. Der neueste Map-Report weist einen Rückgang der Verwaltungskostenquote von 2,55 Prozent (2009) auf 2,45 Prozent (2010) auf. Der Schnitt der letzten zwölf Jahre lag immerhin bei 2,88 Prozent. Private Krankenversicherer sparten also kräftig bei den Ausgaben – allerdings mit individuell unterschiedlichen Resultaten.

Besonders günstig schlug sich die HUK-Coburg. Sie drückte 2010 die Verwaltungskostenquote sogar unter die Ein-Prozent-Marke, nämlich auf 0,94 Prozent. Die Süddeutsche und die Debeka kamen immerhin noch unter 1,5 Prozent. Auf der anderen Seite hat die ERGO Direkt noch einige Hausaufgaben vor sich: Sie weist Verwaltungskosten in Höhe von 4,96 Prozent aus und liegt damit auf dem letzten Platz. Der Jahresdurchschnitt des Unternehmens lag von 1999 - 2010 bei 5,38 Prozent.

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Private Krankenversicherer senkten Abschlusskostenquote

Eine andere Zahl zeigt ebenfalls, dass private Krankenversicherer sich um eine Senkung der Kosten zumindest bemühen – wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. So ist die Abschlusskostenquote eine wichtige Kennziffer der Personenversicherungen: Sie zeigt die Abschlussaufwendungen (zum Beispiel für Provisionen, Courtage usw.) in Relation zum Neugeschäft. Die Quote sank in zwölf Jahren im Durchschnitt von 8,73 auf 7,99 Prozent.

Mit nur 1,91 Prozent Abschlusskosten führt die LKH diese Gruppe an. Zu den teuren Anbietern hingegen gehören die DEVK, die HanseMerkur und die ERGO Direkt. Letztere kommt auf Abschlussaufwendungen in Höhe von 27,40 Prozent.

PKV-Unternehmen sitzen auf einem 175-Milliarden-Euro-Berg

Private Krankenversicherer sind angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus gezwungen, ihre Kosten zu drücken. Es fällt ihnen zunehmend schwer, gute Kapitalerträge zu erwirtschaften. Die Nettorendite lag 2010 bei 4,23 Prozent. Nur die Debeka erwirtschaftete eine Rendite von 5,08 Prozent und lag damit deutlich über dem Branchendurchschnitt.

Dabei steht eine riesige Geldmenge hinter den Unternehmen: Private Krankenversicherer verfügen derzeit über rund 175,2 Milliarden Euro Kapitalanlagevolumen. Vor allem der starke Anstieg der Alterungsrückstellungen – sie sind eine Spezialität der PKV – spielt hierbei eine Rolle: Die Rückstellungen nahmen um 12,6 Milliarden Euro auf 157,7 Milliarden Euro zu. Sie verhindern zu hohe Beitragslasten im Alter und sind damit wertvolles Kapital auch der Versicherten.

Insgesamt haben private Krankenversicherer derzeit zwar mit Problemen wie niedrigen Zinsen und vielen Nichtzahlern zu kämpfen; dennoch besitzen sie insgesamt einen soliden finanziellen Background. Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, erhält sichere Leistungen auf Dauer – ohne ständige Leistungseinschränkungen wie bei den gesetzlichen Kassen. Über gute Angebote beraten unabhängige Experten jeden interessierten Kunden. Bei der Endauswahl hilft ihr fachkundige Rat, sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden.

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