Private Krankenversicherer erstatten nicht jede Rechnung vollständig

Arztrechnungen erst nach Erstattung durch private Krankenversicherer zahlen

In der privaten Krankenversicherung gilt grundsätzlich das Kostenerstattungsprinzip: Der Patient legt Geld für Arztrechnungen oder Medikamente aus und erhält es später vom Versicherer zurück. Private Krankenversicherer weichen manchmal von dieser Regel ab – zugunsten der Patienten.

Rund 15 Milliarden Euro zahlen Privatpatienten jedes Jahr an Ärzte, Apotheken oder den Fachhandel. Davon gingen im Jahr 2010 allein 2,3 Milliarden Euro an Chefärzte für ihre speziellen Behandlungskünste. Solche Chefarztrechnungen müssen in jedem Fall vom Patienten vorgestreckt werden. Ebenso verhält es sich bei Arzt- und Zahnarztrechnungen. Patienten sollten unbedingt Vorsorge treffen, nicht plötzlich eine Rechnung aus eigener Tasche bezahlen zu müssen.

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Private Krankenversicherer finden manchmal ein Haar in der Rechnung

Die Regel ist ganz einfach: Vorsichtige Kunden warten erst einmal die Überweisung des Versicherers ab, bevor sie eine Rechnung ausgleichen. Der Grund: Entstehen Unstimmigkeiten über die Höhe des geforderten Honorars, können sie in Ruhe die Verhandlungen mit dem Arzt abwarten. Haben sie aber die Rechnungssumme bereits überwiesen, ist es oft schwierig, Geld wieder zurückzufordern.

Typische Anlässe für Auseinandersetzungen sind nicht erstattungsfähige Leistungen, die der Arzt dem Patienten in Rechnung stellt. Private Krankenversicherer kürzen in diesem Fall ihre Erstattungssumme um den entsprechenden Betrag. Der Patient sollte dann seinen Arzt auf den betreffenden Sachverhalt hinweisen; hat er nicht bereits voreilig bezahlt, stehen die Chancen gut, dass er mit dem Arzt eine einvernehmliche Einigung erzielt.

Teure Medikamente unterliegen nicht immer dem Kostenerstattungsprinzip

Besonders bei hohen Beträgen empfiehlt es sich immer, erst einmal nicht in Vorleistung zu gehen. Kunden können zunächst einen Erstattungsantrag stellen und zahlen erst dann, wenn sie das Geld von ihrem Krankenversicherer erhalten haben. In der Regel geschieht das innerhalb von einer Woche – Vollständigkeit der Unterlagen vorausgesetzt.

Auch teure Medikamente müssen nicht unbedingt sofort bezahlt werden. Einige private Krankenversicherer haben mit dem Deutschen Apothekerverband Abkommen geschlossen. So können Apotheken mit der Allianz-Versicherung Beträge über 750 Euro direkt abrechnen – ohne dass der Patient in Vorleistung treten muss. Auch andere Unternehmen bieten einen ähnlichen Service, darunter Debeka, DKV, Axa und uniVersa. Nachfragen lohnt sich meistens.

Knifflige Fragen rund um die private Krankenversicherung sollte man als Verbraucher mit unabhängigen Beratern klären. Diese sind mit der Materie gut vertraut, sodass sie für jeden Kunden die passende Lösung finden sollten.

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