Private Krankenversicherung: Beamte fahren gut damit

Beihilfe macht private Krankenversicherung für Beamte erschwinglich

Für Beamte ist eine private Krankenversicherung die erste Wahl. In den meisten Fällen ist sie sehr günstig zu erwerben. Dies liegt vor allem an der Beihilfe, die Beamten zusteht. Dieser Zuschuss des Dienstherrn stemmt bereits einen erheblichen Teil der Krankheitskosten und mindert die Beiträge in der PKV.

Je nach Bundesland und Kommune differieren die Beihilfebeträge geringfügig. In der Regel erstattet die Beihilfe aber 50 Prozent der Auslagen. Dieser Wert steigt auf 70 Prozent bei Beamten mit zwei und mehr Kindern; ebenso erhalten dienstunfähige Beamte sowie Pensionäre den erhöhten Betrag. Für Ehepartner können bis zu 70 Prozent, für Kinder 80 Prozent veranschlagt werden.

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Leistungen der Beihilfe sind oft Anlass für Diskussionsstoff

Für bestimmte Leistungen sieht die Beihilfeverordnung Höchstgrenzen vor. Es liegen aber Gerichtsurteile vor, nach denen in besonderen Härtefällen solche Höchstgrenzen überschritten werden können. So wurden einem Kläger für ein Hörgerät gerichtlich 5.000 Euro zuerkannt, was dem doppelten festgelegten Höchstbetrag der Beihilfe entspricht (Urteil 2 K 729/10.KO).

Andererseits dürfen Staatsdiener ihre Beihilfewünsche nicht übertreiben. So mochte es ein Gericht nicht akzeptieren, dass sich ein Beamter in der Praxis seiner Frau physiotherapeutische Behandlungen verabreichen ließ; die Richter stellten klar, dass medizinische oder therapeutische Leistungen durch Familienangehörige nicht beihilfefähig sind.

Aufgrund der großzügig bemessenen Beihilfe genügt einem Beamten in der Regel eine so genannte Restkostenversicherung, um rundherum einen ausreichenden Krankheitsschutz zu genießen. Private Krankenversicherungen bieten diese spezielle Variante für Beamten preisgünstig an. Dank der Beihilfeleistungen müssen die Unternehmen weniger für die Erstattung von Rechnungen aufwenden; dementsprechend niedrig fallen die Tarifbeiträge aus.

Auch im Alter sieht es gut aus: Da Pensionäre einen Beihilfesatz von 70 Prozent erhalten, sind Beitragserhöhungen meist gut tragbar. Solche Erhöhungen beziehen sich dann nämlich lediglich noch auf den verbleibenden Prozentsatz – und der liegt mit 30 Prozent niedrig.

Vorerkrankungen müssen keine Stolpersteine sein

Beamte mit Vorerkrankungen haben meist wenig Probleme mit der privaten Krankenversicherung: Etliche Versicherer haben sich zu einem Annahmezwang verpflichtet; im Klartext heißt das, dass sie jeden unabhängig von seiner Krankheitsgeschichte aufnehmen, der erstmalig in das Beamtenverhältnis berufen wird. Der entsprechende Antrag muss allerdings innerhalb von sechs Monaten nach der erstmaligen Berufung gestellt werden.

Einzige Einschränkung: Private Krankenversicherungen können bei gesundheitlichen Vorbelastungen einen Risikozuschlag erheben. Dieser darf allerdings 30 Prozent des Tarifbeitrags nicht übersteigen. Die gute Nachricht: Risikoausschlüsse sind nicht gestattet.

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Beamtenanwärter müssen genau hinschauen

Manche private Krankenversicherung bietet Beamtenanwärtern besonders günstig erscheinende „Einsteigertarife“ an. Hier heißt es aufgepasst: Oft entpuppt sich ein solches, anfangs preiswertes Konstrukt später als Moloch, das in späteren Jahren immer mehr Geld verschlingt. Solche Lockangebote werden meist ohne Altersrückstellungen kalkuliert; so kosten sie anfangs zwar wenig, dafür aber später umso mehr. Vor jedem Vertragsabschluss sollte deshalb immer ein prüfender Blick auf die später fällig werdenden Tarifbeiträge geworfen werden.

Erschwerend kommt hinzu: Ein späterer Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse ist normalerweise nicht möglich. Er funktioniert allenfalls über eine Familienversicherung oder dann, wenn eine versicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen wird.

Fazit: Private Krankenversicherung bietet Beamten viele Vorteile

Unterm Strich ist eine private Krankenversicherung für Beamte eine gute Wahl. Bei den meisten Policen hält sich der eigene Kostenaufwand in Grenzen. Dabei erhalten die Staatsdiener einen hervorragenden Versicherungsschutz, der neben freier Arzt- und Krankenhauswahl auch hohe Erstattungen bei Heil- und Hilfsmitteln sowie bei teuren Zahnbehandlungen bietet.

Die Alternative hieße gesetzliche Krankenversicherung. Sie kommt aber meist nicht in Frage, da sie für den Beamten erhebliche Nachteile mit sich bringt. So muss er die Beiträge in voller Höhe tragen, da der Arbeitgeberzuschuss, den Arbeitnehmer üblicherweise erhalten, entfällt. Auch die Beihilfe zeigt sich plötzlich knauserig: Sie zahlt nur noch bestimmte Krankheitskosten, zum Beispiel Wahlleistungen im Krankenhaus.

Wer sich folgerichtig als Beamter für eine private Krankenversicherung entscheidet, sollte Angebote sorgfältig vergleichen und sich von einem unabhängigen Fachmann beraten lassen.

 
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