Private Krankenversicherung: Beratung muss auf Risiken hinweisen

Schadenersatz bei falscher Beratung zur privaten Krankenversicherung

Kunden müssen vor dem Wechsel ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) bei der Beratung über mögliche Risiken aufgeklärt werden. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm (AZ:18 U 154/09) und stärkt damit die Rechte von Verbrauchern. Versäumt der Makler seine Aufklärungspflichten, haftet er dafür, wenn Kunden bei einem Versicherungswechsel finanzieller Schaden entsteht.

Schadenersatz bei falscher Beratung zur privaten KrankenversicherungPrivate Krankenversicherung: Schadenersatz bei Falschberatung

Das Oberlandesgericht Hamm hat in seinem Urteil zu den Pflichten von Versicherungsvermittlern Vorgaben für die Risikoberatung gemacht. Der Makler „muss auf Risiken besonders hinweisen, wobei sich diese Pflichten auch auf die Abwicklung etwaiger Vorverträge erstrecken“, urteilten die Richter. Die Entscheidung betrifft insbesondere Kunden der privaten Krankenversicherung, die ihren Anbieter wechseln wollen. Im konkreten Fall hatte ein Makler für einen Privatversicherten den Altvertrag gekündigt und eine preiswertere Krankenversicherung in Aussicht gestellt. Der neue Versicherer lehnte den Kunden jedoch wegen Gesundheitsbedenken ab.

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Makler haften für Beratungsfehler

Nach Auffassung der Richter hatte der Makler den Kunden falsch beraten. Die Begründung: Der Vermittler hätte die Kündigung der bestehenden privaten Krankenversicherung nicht empfehlen dürfen. Er sei vielmehr verpflichtet, vorab zu klären, ob ein Wechsel zu den versprochenen Konditionen möglich ist. Außerdem hätte er das Risiko sehen müssen, dass ein Versicherungsunternehmen Kunden beispielsweise wegen Vorerkrankungen ablehnen kann.

Der Beratungsfehler kostete den Klienten in diesem Fall viel Geld: Er musste bei seiner alten Versicherung eine neue Police abschließen, für die das Unternehmen höhere Beiträge verlangte als zuvor. Die monatlichen Mehrkosten wollte er von seinem Vermittler erstattet bekommen. Zu Recht, meinten die Richter, denn ein Makler hafte für den finanziellen Schaden, der durch seine Beratungsfehler entstehe.

Private Krankenversicherung wechseln ohne Risiko

Aus Verbrauchersicht ist das Urteil des Oberlandesgerichts zu begrüßen. Es bestraft unseriöse Vermittler, die Kunden aus reinem Provisionsinteresse zum Wechsel der privaten Krankenversicherung drängen. Die Richter mahnen die Branche: „Der Sinn (...) der Beratung besteht gerade darin, über bestehende Risiken aufgeklärt zu werden und eine Entscheidungshilfe bei deren Beurteilung zu erhalten.“

Die aktuelle Rechtsprechung definiert zugleich Qualitätsmaßstäbe für Vermittler: Ihr Alternativangebot muss auf der Leistungsseite mindestens gleichwertig mit der laufenden Versicherung sein. Steht das nicht zweifelsfrei fest, darf der Makler den Wechsel im Kundenauftrag nicht einfach vollziehen.

Die wichtigste Erkenntnis für die Versicherten ist: Sie können künftig stärker darauf vertrauen, ihren Anbieter ohne Risiko wechseln zu können. Darüber hinaus erhalten sie eine bessere Rechtsgrundlage, um ggf. Schadenersatzansprüche durchsetzen zu können.

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