Private Krankenversicherung: Billige Policen bergen Risiken

Vorsicht vor Billigtarifen in der privaten Krankenversicherung

Fast 50 Unternehmen bieten in Deutschland private Krankenversicherungen (PKV) an. Entsprechend hart wird um Marktanteile gerungen. Nicht immer nutzt das Konkurrenzverhalten den Verbrauchern. Das gilt etwa bei dem Geschäft mit Neuverträgen zu Niedrigprämien. Der allzu günstige PKV-Einstieg kann teuer werden: Versicherte bekommen weniger Leistungen und später oft saftige Beitragserhöhungen präsentiert.

Vorsicht bei billigen privaten KrankenversicherungenBilligarife: PKV-Verband sieht Billigtarife kritisch

Billige private Krankenversicherungen werden in der eigenen Branche kritisch gesehen: „Von Billigtarifen hat der Versicherte am Ende nichts.“ Diese Aussage stammt von PKV-Verbandschef Reinhold Schulte, der zugleich Chef der Versicherungsgruppe Signal-Iduna ist. Auch der Konkurrent Süddeutsche Krankenversicherung begegnet den preiswerten Policen mit Skepsis und verweigert sich den Niedrigtarifen. Zwei Hauptgründe gibt es für die Ablehnung der Discount-Tarife: Zu hoch ist die Beitragsunsicherheit und zu niedrig das Leistungsniveau.

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Vermeintlich billige Angebote können teuer werden

Eine billige private Krankenversicherung ist ab rund 50 Euro zu haben. Wer jung und gesund ist, bekommt attraktiv klingende Angebote: Einen 30-jährigen Selbstständigen umwirbt Axa zum Beispiel mit einer anfänglichen Monatsprämie von rund 58 Euro.

Die HUK-Coburg kalkuliert für den Beispielversicherten pro Monat 76 Euro. Die R+V bietet einen Niedrigtarif zu 94 Euro an. Arag, Barmenia, Central und andere Anbieter haben Policen für unter 150 Euro im Programm.

Für viele Kunden sieht die Beitragsrealität allerdings bald anders aus: Wenn sie älter werden und häufiger Leistungen in Anspruch nehmen, steigen die Prämien nicht selten kräftig. Wer nicht erneut in einen preiswerten Tarif für Bestandskunden wechseln kann, droht in eine Beitragsspirale zu geraten.

Für die Versicherten können sich mit zunehmendem Alter die vermeintlichen Vorteile eines Discounttarifs ins Gegenteil verkehren: Sie zahlen mitunter am Ende mehr als ein Versicherungsnehmer im stabileren Normaltarif.

Um diesen Bumerang-Effekt zu verhindern, sollten Verbraucher vor dem Vertragsabschluss oder einem Vertragswechsel klären, welche Anbieter ihren Kunden einen Tarifwechsel, also einen Wechsel in einen anderen Tarif des gleichen Anbieters, ermöglichen. Vorsicht ist auch bei Spezialtarifen geboten, die ausschließlich Neukunden offen stehen.

Tarifspektrum privater Krankenversicherungen nutzen

Die PKV zum Discountpreis kann unter dem Strich nicht nur mehr kosten als ein Normaltarif. In aller Regel bietet ein allzu günstiger Tarif auch schlechtere Leistungen: Ein Einbettzimmer im Krankenhaus oder die Chefarztbehandlung gibt es nun mal nicht zum Spartarif.

Fazit: Preiswerte Einsteigertarife sind auf den ersten Blick verlockend. Vielfältige Leistungseinschränkungen und vor allem die unsichere Beitragsperspektive sprechen jedoch gegen Discount-Angebote. Wer auf preiswert statt billig setzt, findet unter den mehr als 2.000 Tarifen und Vertragsvarianten ausreichend Alternativen zu den Billigtarifen. Die Auswahl eines gleichsam preiswerten, beitragsstabilen und leistungsfähigen Tarifs ist jedoch nicht ganz einfach. Honorarberater und erfahrene, anbieterunabhängige Versicherungsmakler verfügen jedoch in der Regel über ausreichende Marktkenntnisse und Analysewerkzeuge, um nachhaltig preiswerte und leistungsstarke Tarife aus dem breiten Angebotsspektrum auswählen zu können.

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