Private Krankenversicherung: Checkliste zur Entscheidungsfindung

Checkliste zeigt Vor- und Nachteile einer privaten Krankenversicherung

Nicht nur Berufsanfänger stehen vor der Frage, wie sie sich am günstigsten krankenversichern. Mehr als 130 gesetzliche Kassen und rund 50 private Krankenversicherer buhlen um die Gunst der Kunden. Die Leistungen der gesetzlichen Kassen unterscheiden sich nur marginal. Die privaten Krankenversicherer bieten in der Regel deutlich mehr, die sogenannte PKV ist aber nicht für jedermann geeignet. Es ist daher hilfreich, die Vor- und Nachteile in Form einer Checkliste gegenüberzustellen.

Die gesetzlichen Vorgaben sind klar: Das Einkommen eines abhängig Beschäftigten muss die Versicherungspflichtgrenze übersteigen, damit er sich privat versichern darf. Diese Einkommensgrenze wird in der Regel jährlich angepasst. Hingegen kommen Beamte, Selbstständige und Freiberufler – ebenso wie Studenten – unabhängig von ihrem Einkommen in die private Krankenversicherung.

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Die private Krankenversicherung punktet insbesondere bei den Leistungen

Generell sprechen insbesondere die besseren Leistungen für eine private Krankenversicherung. Dabei spielen nicht nur die freie Arzt- und Krankenhauswahl eine Rolle. Auch wenn es offiziell nicht gern zugegeben wird: Es ist ein offenes Geheimnis, dass Privatpatienten häufig schneller einen Arzttermin erhalten als Kassenpatienten. Der Grund: Ärzte können bei Privatpatienten mehr abrechnen als bei Kassenpatienten. Weiterer Vorteil für Privatpatienten: Ärzte verschreiben Privatversicherten eher auch alternative, neue oder hochwertigere (und damit teurere) Behandlungen. Doch es gibt nicht nur Vorteile. In nachstehenden Checklisten stellen wir die Vor- und Nachteile von Privatversicherung und gesetzlicher Krankenkasse gegenüber.

Checkliste 1: die Vorteile der privaten Krankenversicherung

Diese Checkliste fasst die wichtigsten Vorteile der PKV zusammen:

  • Privatversicherer bieten ein deutlich höheres Leistungsniveau.
  • Versicherte können sich ihre Leistungsbausteine individuell zusammenstellen.
  • Die Chefarztbehandlung im Krankenhaus ist in der Regel eingeschlossen.
  • Je nach Tarif sind Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus wählbar.
  • Die PKV leistet auch für hochwertigen, unauffälligen Zahnersatz.
  • Auch Sehhilfen/ Brillen werde in der Regel erstattet.
  • Die PKV erstattet auch alternative Heilmethoden.
  • Rezeptfreie Medikamente können erstattet werden, wenn diese ärztlich verordnet wurden; keine Rezeptgebühr.
  • Leistungsgarantie: Die private Krankenversicherung garantiert die zugesagten Leistungen für die gesamte Vertragszeit. Die GKV kann jederzeit Leistungen kürzen!

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Checkliste 2: Argumente gegen eine private Krankenversicherung

Diese Checkliste fasst zusammen, was im Einzelfall gegen eine private Krankenversicherung sprechen kann:

  • Kinder sind nicht – wie in der GKV – kostenfrei mitversichert und müssen separat versichert werden.
  • In der PKV steigen die Beiträge im Alter oft deutlich. Durch den Beitritt in jungen Jahren werden jedoch Altersrückstellungen gebildet, die den Beitragsanstieg im Alter abmildern sollen.
  • Kinderbetreuung im Krankheitsfall und Eltern-Kind-Kuren gelten nicht als Standardleistungen.
  • Versicherte müssen für Arzthonorare in Vorlage treten; das Geld wird später zurückerstattet.

Checkliste 3 für Beamte, Ehepartner, unverheiratete Eltern

Unabhängig von den genannten Checklisten profitieren manche Personengruppen besonders stark von einem der beiden Krankenversicherungssysteme. Für diese ist folgende Checkliste nützlich:

  • Beamte: Für Staatsdiener ist in der Regel die private Krankenversicherung sinnvoll, da die Beihilfe bereits einen großen Teil der Krankheits- bzw. Versicherungskosten übernimmt; der verbleibende Rest kann günstig privat abgesichert werden.
  • Ehepartner: In der GKV können Ehepartner kostenlos mitversichert werden, sofern sie weniger als 375 Euro (400 Euro bei geringfügiger Beschäftigung) verdienen.
  • Eltern ohne Trauschein: Sie können beide Systeme kombinieren. Ist der Hauptverdiener privat und das andere Elternteil gesetzlich versichert, können die Kinder in der GKV beitragsfrei mitversichert werden.
Unabhängig davon, ob jemand als Berufsanfänger die richtige Krankenversicherung sucht oder später wechseln möchte: Eine Checkliste hilft bei der Entscheidung für das passende Versicherungssystem. Ein Wechsel in die private Krankenversicherung sollte aber reiflich überlegt und mit erfahrenen Beratern abgestimmt sein, da es sich meist um eine Entscheidung für das ganze Leben handelt. Der Wahl des Versicherers und passenden Tarifs kommt hier somit eine besonders hohe Bedeutung zu.