Private Krankenversicherung: DKV soll Kosten transparenter machen

Finanzaufsicht prüft Lebens- und Krankenversicherungen der DKV

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) will Versicherungsunternehmen zu kundenfreundlicheren Verträgen zwingen. Insbesondere geht es um die Kostentransparenz bei Lebens- und Krankenversicherungen. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, hat die Deutsche Krankenversicherung (DKV) bereits Post von der Bundesbehörde erhalten. Die BaFin möchte erreichen, dass Kunden detaillierter über alle Kosten informiert werden.

Hintergrund der BaFin-Initiative ist die Tatsache, dass die DKV in ihren Verträgen zur privaten Krankenversicherung nicht alle Kosten aufschlüsselt. Für den Kunden ist somit nicht nachvollziehbar, aus welchen einzelnen Faktoren sein Beitrag berechnet wird. So erfährt der Verbraucher beispielsweise nicht, in welcher Höhe die DKV Mittel für die Schadenregulierung aufwendet. Statt dessen verfährt die DKV als einer der Marktführer bei privaten Krankenversicherungen wie viele andere Versicherer: Schadenregulierungskosten, wie sie etwa durch juristische Streitigkeiten mit Abrechnungsstellen entstehen, werden versteckt ausgewiesen.

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DKV und andere Versicherer sollen bei Krankenversicherung nachbessern

Mit dieser Praxis der DKV und anderer Versicherungsunternehmen möchte die BaFin Schluss machen. Sie beruft sich auf das im Jahr 2008 novellierte Versicherungsvertragsgesetz. Darin werden die Versicherer verpflichtet, ihre Kostenstruktur klar offenzulegen. Bei der privaten Krankenversicherung haben die Anbieter die gesetzlichen Anforderungen teilweise bereits umgesetzt. So erfährt der Kunde schon heute genau, welcher Anteil seines Monatsbeitrags für die Verwaltungskosten des Versicherers aufgewendet wird. Dieses Modell soll nach dem Willen der BaFin künftig für die Ausweisung der Schadenregulierungskosten als Vorbild dienen. Welche Bedeutung die Kostenstruktur für den Verbraucher hat, zeigen folgende Zahlen: Fachleute haben ausgerechnet, dass allein die versteckten Schadenregulierungskosten gut fünf Prozent eines Monatsbeitrags ausmachen. Provisionen und Verwaltungsaufwand hinzugerechnet, werden gut 15 Prozent der privaten Krankenversicherungsbeiträge für leistungsfremde Ausgaben gebraucht.

Durch Selektionsgewinne der Versicherer könnten die Beiträge sinken

Wenn die BaFin bei der DKV mehr Transparenz durch bessere Kostenaufschlüsselung durchsetzen kann, dürfte die Konkurrenz dem Beispiel schnell folgen. Die Initiative der BaFin könnte dann allen Kunden der privaten Krankenversicherung Vorteile bringen. Denn ohne die Praxis der versteckten Kosten könnten sie die Angebote besser als bisher vergleichen. Geht es nach der BaFin, müssten in Zukunft sogar die Beiträge zur privaten Krankenversicherung sinken. Der Grund: Die Versicherer haben bei jüngeren Kunden ein geringeres Risiko, sodass im Neukundengeschäft so genannte Selektionsgewinne entstehen. Diese werden von den meisten Versicherern bislang zwar in Form niedrigerer Abschlusskosten ausgewiesen. Tatsächlich profitieren Kunden bei vielen Versicherungsgesellschaften aber gar nicht von den Zusatzgewinnen. Die BaFin möchte deswegen dafür sorgen, dass nach den Schadenregulierungskosten die Auswahlgewinne transparenter ausgewiesen werden.

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