Private Krankenversicherung kündigen

Wer seine private Krankenversicherung kündigt, muss Fristen beachten

Wie jeder Vertrag ist auch eine private Krankenversicherung kündbar. Grundsätzlich kann eine Kündigung zum Ende des Versicherungs- oder Kalenderjahrs erfolgen. Die Frist beträgt drei Monate. Vor der endgültigen Entscheidung sollte sich jeder Versicherte allerdings Klarheit verschaffen, ob er diesen Schritt wirklich gehen will.

Wer eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, hat sich die Sache in der Regel vorher reiflich überlegt. Aber auch der Umkehrvorgang erfordert viel Aufmerksamkeit und Nachdenken. Eine vorzeitige Kündigung hat einen wesentlichen Nachteil: Der Gesundheitszustand hat sich im Laufe der Jahre in der Regel nicht verbessert.

Ein neuer Gesundheits-Check kann deshalb zu ungünstigeren Ergebnissen führen – und damit zu höheren Beiträgen. Vor der Kündigung sollte man auf jeden Fall ein verbindliches und geeignetes Angebot in Händen halten, damit es hinterher kein böses Erwachen gibt. So erfüllt man auch die bestehende Versicherungspflicht, ohne dass es zu Unterbrechungen kommt.

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Verschiedene Interpretationen von „Vertragsjahr“

Wer seine private Krankenversicherung trotz möglicher Nachteile kündigen möchte, muss sich zunächst in den Vertragsbedingungen über die Definition des Begriffes „Vertragsjahr“ informieren. Die meisten Anbieter setzen das Vertragsjahr dem Kalenderjahr gleich. Verträge sind dann immer bis Ende September für das Ende des laufenden Jahres kündbar (Dreimonatsfrist).

Andere Verträge definieren – abweichend vom Kalenderjahr – ein so genanntes „Versicherungsjahr“. Es hängt ab vom Datum des Vertragsbeginns. Begann ein solcher Vertrag beispielsweise am 1. Juni, ist die Kündigung jeweils bis Ende Februar möglich.

Eine besondere Regelung gilt bei Tarifanpassungen: Im Falle einer Beitragserhöhung – also dem Regelfall – sind die Kündigungsfristen außer Kraft gesetzt. Der Kunde kann seine private Krankenversicherung zu dem Termin der Beitragsanpassung auflösen, ohne die Frist von drei Monaten zu beachten.

Mindestvertragszeit beachten

Die meisten privaten Krankenversicherungen sehen eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren (in seltenen Fällen ein Jahr) vor. Eine vorzeitige Kündigung ist in diesen Fällen ausgeschlossen – außer wiederum bei Beitragserhöhungen.

Je nach Definition des Vertragsjahrs endet ein am 1. Mai 2013 abgeschlossener Vertrag entweder am 30. April 2015 (Vertragsjahr = Versicherungsjahr) oder erst am Ende des Jahres 2015 (Vertragsjahr = Kalenderjahr). Im letztgenannten Fall kann die Kündigung bis zum 30. September 2015 erfolgen und wird dann zum 1. Januar 2016 wirksam.

Eine Ausnahme besteht für die Krankentagegeldversicherung: Bei ihr beläuft sich die Mindestvertragslaufzeit immer auf ein Jahr. Ausnahmen kann es außerdem bei einzelnen Tarifen von Zusatzversicherungen geben. Manche Anbieter gestalten auch die Fristen bei Einzelbestandteilen (zum Beispiel Beitragsentlastung im Alter) abweichend von der sonstigen Regelung.

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Kündigung der privaten Krankenversicherung kann auch ganz schnell gehen

Ganz anders verhält es sich wiederum, wenn Kunden aus der privaten Krankenversicherung aussteigen, weil eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse eintritt. Ein Grund hierfür kann beispielsweise die Aufnahme einer hauptberuflichen Tätigkeit als Angestellter sein, bei der das Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt. Auch Arbeitslosigkeit zwingt manchen in die gesetzliche Versicherung. In diesen Fällen erfolgt die Kündigung der privaten Krankenversicherung zu dem Termin, an dem die Versicherungspflicht eintritt.

Wer seine Privatversicherung freiwillig kündigen möchte, weil er zu einem anderen PKV-Anbieter wechseln will, sollte in jedem Falle professionelle Hilfe einholen. Nur Fachleute können Vertragsangebote zuverlässig auf ungünstige, versteckte Klauseln hin abklopfen. Und schließlich möchte keiner wenige Jahre später erneut den Vertrag wechseln.

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