Private Krankenversicherung: Laborkosten über Krankenkassenniveau

Ärzte berechnen privaten Krankenversicherungen zu hohe Laborkosten

Nicht allein Mehrausgaben für Arzneimittel belasten die Budgets der privaten Krankenversicherung (PKV): Als Kostentreiber erweisen sich ebenso Laborkosten. Die Ausgaben dafür liegen deutlich über denen der gesetzlichen Krankenkassen. Die Ursache sieht der PKV-Verband im Verhalten von Ärzten. Viele arbeiteten in Eigenlabors und kassierten für Arbeiten, deren medizinischer Nutzen zweifelhaft sei.

Ärzte berechnen privaten Krankenversicherungen zu hohe LaborkostenPKV-Verband macht Laborkosten als Kostentreiber aus

Die Dimensionen der Laborkostensteigerung in der PKV verdeutlicht der Vergleich mit den gesetzlichen Krankenkassen: Sie mussten im Jahr 2008 für Blutuntersuchungen oder andere Analysen 26 Euro pro Patient aufwenden. Die privaten Krankenversicherungen zahlten im selben Zeitraum fast fünf Mal so viel. Jeder Versicherte verursachte Laborkosten in Höhe von 129 Euro. PKV-Verbandschef Stefan Reker sieht darin ein Missverhältnis. Er fordert eine Gebührenreform, mit der die Abrechnung von Einzelleistungen der Labormedizin beendet werden soll.

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Reform soll Laborkosten für private Krankenversicherungen senken

Der Vorwurf der privaten Krankenversicherung an die Mediziner: Sie nutzten das 30 Jahre alte Regelwerk zur Gebührenerhebung, um über die Abrechnung von Laborkosten ihr Einkommen zu verbessern. Belege dafür liefert eine Studie des wissenschaftlichen Instituts der PKV.

Laut Kostenanalyse der Privatversicherer werden 80 Prozent aller Labortests in praxiseigenen Einrichtungen durchgeführt. Fachlaboratorien erbringen hingegen nur 20 Prozent der Leistungen. Die Konsequenz im Praxisalltag: Viele Mediziner beauftragen sich selbst mit den lukrativen Tests.

PKV-Vertreter sehen in der Doppelfunktion Arzt-Laborbetreiber einen Interessenkonflikt. Stefan Reker plädiert dafür, dass Ärzte Laborleistungen nicht länger gesondert abrechnen dürfen.

Bekommt die PKV die Laborkosten durch eine Gebührenreform in den Griff, wäre das nach Einführung der Medikamentenrabatte ein zweiter großer Sparschritt. Zum Nutzen der Versicherten: Beitragsanpassungen könnten künftig moderater ausfallen.

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