Private Krankenversicherung: Manche Tarife bieten weniger als die GKV

Einstiegstarife der privaten Krankenversicherung sind oft Kostenfallen

Junge Erwerbstätige haushalten mit ihrem Geld eher vorsichtig. Oft sparen sie Geld für Anschaffungen oder eine Familiengründung. Da kommen die günstigen Einsteigertarife von privaten Krankenversicherungen gerade recht. Viel Leistung für wenig Geld, denkt mancher. Leider falsch gedacht: Oft sind diese Tarife echte Kostenfallen.

Wer eine private Krankenversicherung abschließt, rechnet mit ordentlichen Leistungen. Kuren, Reha-Maßnahmen, Psychotherapie: das ist doch selbstverständlich, glauben viele. Zumal sich sogar die gesetzlichen Kassen – wenn auch murrend – zu solchen Leistungen bewegen lassen. Im Falle eines Falles kommt aber für viele Kunden das böse Erwachen. Im Kleingedruckten steckt’s oft drin: Manche Tarife für Einsteiger enthalten nicht einmal „Selbstverständlichkeiten“.

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Gezielte Verunsicherung

Zur mangelnden Transparenz trägt die Praxis vieler privater Krankenversicherungen bei, in den Einsteigertarifen nur Leistungen anzugeben, die erstattungsfähig sind. Bei den Normaltarifen liegt der Fokus eher auf den Leistungsausschlüssen. Der Kunde hat aber in jungen Jahren meist noch wenig Überblick und kann kaum sicher entscheiden: Reichen die genannten Leistungen tatsächlich für alle kommenden Bedürfnisse? Auch der medizinische Fortschritt bleibt bei diesem Verfahren – zumindest teilweise – außen vor. Das Dilemma: Junge Versicherte können bei Vertragsabschluss kaum abschätzen, ob sie nun einen guten Versicherer erwischt haben oder eher einen schlechten.

Billige Tarife – aber das dicke Ende kommt später

Billige Einsteigertarife der PKV können auch noch andere unliebsame Überraschungen beinhalten. Wieder steht’s bei manchen Verträgen irgendwo im Kleingedruckten: Es wird nicht das volle Privathonorar der Ärzte abgerechnet. Im Klartext: Berechnet der Arzt das volle private Honorar, muss der Versicherte die Differenz zwischen Rechnung und Erstattungsbetrag aus eigener Tasche zahlen.

Genauso übel: spätere deftige Preiserhöhungen. Experten vermuten, dass die Altersrückstellungen bei Einsteigertarifen knapp kalkuliert sind. Gerade diese Rückstellungen sollen aber helfen, spätere Preiserhöhungen zu verhindern. Schlecht, wenn manche Versicherungen eher auf eine möglichst hohe Zahl an Neukunden schielen als für ein realistisches Preis-Leistungs-Gefüge zu sorgen!

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Ungünstige private Krankenversicherung erwischt? Doppeltes Pech!

Merkt der Versicherte nach einiger Zeit, dass es weitaus bessere Tarife als seinen gibt, kommt das nächste Problem: Ein Wechsel in eine andere private Krankenversicherung birgt in der Regel erhebliche Nachteile. Angesammelte Altersrückstellungen gehen zum Teil verloren. Außerdem verlangt die neue Versicherung oft eine erneute Gesundheitsprüfung. Und vielleicht kommen Leistungsausschlüsse oder Zuschläge für Vorerkrankungen hinzu. Der Wechsel in eine andere private Krankenversicherung will also gut überlegt sein. Ohne Verluste geht nur ein Tarifwechsel beim gleichen Anbieter über die Bühne. Ob die Versicherungen darauf spekulieren?

Fazit: Wer sich für eine private Krankenversicherung entscheidet, legt sich frühzeitig auf einen bestimmten Anbieter fest. Umso wichtiger ist es, gleich auf das richtige Pferd zu setzen. Die größtmögliche Sicherheit erhält man als Kunde durch eine unabhängige Beratung.