Private vs. gesetzliche Krankenversicherung: Umfrage lässt aufhorchen

Krankenversicherung: Privatpatienten gesünder und ängstlicher als gesetzlich Versicherte

Privat Krankenversicherte sind gesünder als gesetzlich Versicherte – und fühlen sich auch besser. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei Kunden von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen. Erstaunlicherweise befürchten aber Privatpatienten wesentlich häufiger als Kassenpatienten, durch ihre Arbeit krank zu werden.

Die repräsentative Umfrage, die der Zeitung „Die Welt“ vorliegt, wurde vom Meinungsforschungsinstitut Nielsen durchgeführt. Auftraggeber war der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (BAH) in Bonn. Dem Zweckverband gehören über 300 Arzneimittel-Hersteller an. Darüber hinaus vertritt er die Interessen von zahlreichen Verlagen, Agenturen, Apothekern und Rechtsanwälten. Er ist der mitgliederstärkste Verband der Arzneimittelindustrie in Deutschland.

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Wer fühlt sich am wohlsten?

Die Studie ergab bei der Frage nach dem „Wohlfühlfaktor“ bereits deutliche Unterschiede. 61 Prozent der Privatversicherten fühlen sich ganz oder weitestgehend wohl. Bei den gesetzlich Versicherten sind es nur 49 Prozent. Der Unterschied von 15 Prozentpunkten ist erheblich.

Getoppt wurden die Werte nur noch von Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung, die eine oder mehrere private Zusatzversicherungen abgeschlossen haben. Hier waren es sogar 62 Prozent, die sich wohlfühlen – ein Wert, der aufhorchen lässt.

Privatversicherte seltener krank als Kassenpatienten

Laut der Befragung sind Privatversicherte auch tatsächlich gesünder als Kunden der gesetzlichen Krankenversicherung: Sie waren in einem Zeitraum von drei Monaten durchschnittlich anderthalb Tage krank, gesetzlich Versicherte dagegen fast fünf Tage – also mehr als dreimal so lang!

Es ist allerdings fraglich, ob diese Ergebnisse ursächlich mit der Art der Krankenversicherung in Zusammenhang stehen. Eine andere Vermutung liegt nahe: Arbeitnehmer, die schwer körperlich arbeiten, sind relativ oft und lange krank. Gerade sie sind aber auch besonders häufig gesetzlich versichert. So gesehen sind die auseinander klaffenden Zahlen nicht sehr überraschend.

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Einkommen und Bildung beeinflussen Gesundheit

Dass auch die Einkommensverhältnisse die Gesundheit beeinflussen, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Hohes Einkommen, gute Bildung und ein hoher Lebensstandard haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Oft ist die Ernährung besonders hochwertig, was sich entsprechend auf den Gesundheitszustand auswirkt.

Hinzu kommt: Gut verdienende Beamte, Arbeitnehmer und Selbstständige – typische Kunden der privaten Krankenversicherung – sind aufgrund ihres hohen Einkommens finanziell abgesichert. Diese wirtschaftliche Sicherheit beeinflusst das allgemeine Wohlbefinden. Speziell bei Beamten gilt außerdem, dass existenzielle Ängste – beispielsweise vor Arbeitslosigkeit – praktisch keine Rolle spielen.

Gesetzlich Versicherte bei der Gesundheit sorgloser

Vor diesem Hintergrund ist auch ein weiteres Ergebnis der Untersuchung nicht mehr ganz überraschend: Gut ein Fünftel der gesetzlich Versicherten befürchtet, aufgrund ihrer täglichen Arbeit krank zu werden. Bei den PKV-Kunden liegt der Anteil weit höher, nämlich bei einem Drittel – und das, obwohl sie tatsächlich weit seltener krank werden als Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung.

Die Zahlen sind ein Indikator, dass sich Menschen mit höherem Einkommen und höherer Bildung – also typische Privatpatienten – mehr Gedanken um ihre Gesundheit machen. Diese Einstellung führt zu verändertem Handeln: Vermutlich betreiben diese Menschen mehr Vorsorge, bewegen sich mehr und achten auf gesündere Ernährung als bildungsfernere Menschen.

Ihr höheres Einkommen gibt zusätzlich Sicherheit. Hinzu kommt, dass sie seltener anstrengend körperlich arbeiten müssen. Das alles sind gute Voraussetzungen, gesünder zu leben und sich wohler zu fühlen. Die „richtige“ Krankenversicherung muss dabei nicht der entscheidende Faktor sein.

Es muss nicht immer eine private Krankenversicherung sein

Aus der Umfrage lassen sich zwei wichtige Schlüsse ziehen:

  1. Sorge um die eigene Gesundheit ist ein positiver Faktor. Natürlich sollte sie nicht in Hysterie ausarten. Wer aber seinen Körper wahrnimmt, auf gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achtet, kann nicht falsch liegen.
  2. Am wohlsten fühlen sich gesetzlich Versicherte mit einer oder mehreren privaten Zusatzversicherungen. Es muss also nicht unbedingt die Police der privaten Krankenversicherung sein, die glücklich macht. Der Kompromiss „Krankenkasse plus Zusatzversicherung“ ist offenbar sehr akzeptabel: So sind Verbraucher geschützt vor explodierenden Tarifen, wie sie manchmal in der PKV auftreten – und haben dennoch Anteil an hochwertigen PKV-Leistungen.
Wer eine passende Zusatzversicherung oder gar eine komplette Privat-Police abschließen möchte, sollte sich unbedingt an einen unabhängigen Berater wenden. Denn objektive Makler haben eher als gebundene Vermittler anstatt der eigenen Provision wirklich das Interesse ihrer Kunden im Blick.

 
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