Private Zusatzversicherung: Ein bisschen PKV-Luft schnuppern

Private Zusatzversicherungen boomen, denn vielen reicht die gesetzliche Krankenversicherung nicht

Nicht jeder ist mit seiner gesetzlichen Krankenversicherung zufrieden. Vor allem der geschrumpfte Leistungskatalog lässt manchen neidisch auf die PKV-Angebote schielen. Wer nicht in die PKV eintreten kann oder will, schließt dann vielleicht die eine oder andere private Zusatzversicherung ab. Dabei gibt es etliche nützliche Angebote; man sollte aber sehr genau auf die Bedingungen achten.

Private Zusatzversicherungen boomen. Im letzen Jahr (2010) gaben 16,5 Millionen gesetzlich Versicherte mehr als sechs Milliarden Euro aus – allein für Zusatzpolicen. Zum Vergleich: Die PKV bringt es gerade einmal auf knapp neun Millionen Mitglieder. Die große Zahl der Abschlüsse zeigt: Die private Zusatzversicherung ist mittlerweile nicht mehr eine exotische Ausnahme, sondern schon fast der Regelfall. Die Gründe liegen vor allem im massiv geschrumpften Leistungsangebot der „Gesetzlichen“ seit der Gesundheitsreform 2004. Zusätzlich erleichterte der Gesetzgeber die Kooperation von gesetzlicher und privater Krankenversicherung durch das GKV-Modernisierungsgesetz.

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Sinnvolle private Zusatzversicherung für Reisende und Selbständige

Entsprechend der ständig steigenden Nachfrage wächst auch das Angebot an privaten Zusatzversicherungen. Im Grunde muss jeder selbst entscheiden, welche Zusatzangebote ihm wichtig sind. Viele Experten sind sich jedoch in einigen grundsätzlichen Empfehlungen einig. So macht eine Auslandskrankenversicherung für jeden Sinn, der im Ausland unterwegs ist. Sie kostet wenig und bietet im Notfall einen kostenlosen Rücktransport an.

Für Selbständige ist eine Krankentagegeldversicherung sehr empfehlenswert. Anders als bei Angestellten können bei Selbständigen die Einnahmen stocken, wenn sie krank sind. Angestellte hingegen erhalten in der Regel eine sechswöchige Lohnfortzahlung. Eine entsprechende private Zusatzversicherung hilft Selbständigen also, auch bei Krankheit noch über die Runden zu kommen.

Krankenhaus und Zahnersatz: Auf den richtigen Tarif achten!

Manche weitere private Zusatzversicherung ist grundsätzlich sinnvoll, aber nur wenn der richtige Tarif gewählt wird. So ist bei einem Krankenhauszusatztarif zwar die Chefarztbehandlung enthalten. Manchmal wird aber nur der 3,5-fache Höchstsatz erstattet. Spezialisten nehmen oft ein Mehrfaches davon. Wer also sicher gehen will, im Notfall von höchstqualifizierten Ärzten behandelt zu werden, sollte auf Übernahme der Chefarztkosten in unbeschränkter Höhe achten. Das kostet nur wenig mehr, öffnet aber alle Medizinertüren.

Eine private Zusatzversicherung kann auch helfen, hohe Zahnarztrechnungen zu drücken. Vor allem Zahnersatz ist teuer: Wer kostspielige Zahnimplantate oder Inlays möchte, kann nicht auf die Unterstützung durch die gesetzlichen Kassen hoffen. Damit die Kosten nicht aus dem Ruder laufen, ist eine private Zahn-Zusatzversicherung wichtig. Meist werden 60 bis 80 Prozent der Zahnarztrechnung übernommen.

Aber aufgepasst: Manche Anbieter werben mit „100 %“ – damit meinen sie aber oft nur eine Verdoppelung des Festzuschusses, den die gesetzlichen Krankenkassen zahlen. Da diese Festzuschüsse relativ gering sind, lohnt sich eine solche Versicherung meist nicht.

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Manche überlegen sogar einen Wechsel zur PKV

Wer sich umfassend absichern will, kommt um die eine oder andere private Zusatzversicherung nicht herum. Da überlegt sich mancher, ob er nicht direkt in die PKV wechselt. Das kann vor allem in jungen Jahren Sinn machen, wenn die Beiträge und Konditionen noch günstig sind. Allerdings sind die Hürden hoch gesteckt: Die Versicherungspflichtgrenze liegt derzeit bei 49.500 Euro brutto. Diese Zahl bedeutet, dass zum Beispiel ein Angestellter ein Jahr lang mindestens 49.500 Euro brutto verdienen muss, bevor er in die PKV wechseln kann.

Während sich die Beitragshöhe bei den gesetzlichen Kassen am Einkommen bemisst, ist bei der PKV das Risikoprofil entscheidend – also vor allem Alter, Gesundheitszustand und Geschlecht.

Bei allen Überlegungen zur Krankenversicherung sollte man sich den Rat von Experten holen. Sie analysieren im Gespräch die persönliche Situation und können maßgeschneiderte Angebote vorlegen.

 
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