Psychische Ursachen bei Arbeits- und Berufsunfähigkeit
Psychische Ursachen bei Arbeits- und Berufsunfähigkeit
Der Krankheitsverursacher Nummer eins in Europa ist die Psyche. Das hat eine umfassende Studie jetzt dargelegt. Das hat nicht nur finanzielle Folgen für Krankenversicherungen und Arbeitgeber, sondern auch für Versicherer gegen Berufsunfähigkeit.
Die Ergebnisse stützen sich auf eine Analyse des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) Amsterdam und des European Brain Council (EBC) Kopenhagen, die auf 27 Studien ab 1990 mit Daten von 150.000 Betroffenen aus 27 Ländern zurückgeht. Nach dieser größten und umfassendsten Auswertung erkrankt jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens mindestens einmal psychisch. Die häufigsten Störungen sind Depressionen (6,9 Prozent) und Phobien (6,5 Prozent).
Schaden im Gesundheitswesen, in den Betrieben und in der Volkswirtschaft
Erschreckenderweise sind psychische Krankheiten vor allem in der Pubertät häufig vertreten. 35 Prozent aller jungen Frauen im relevanten Alter leiden unter psychischen Erkrankungen. Männer leiden dafür überdurchschnittlich häufig an Psychosen sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch. Die Belastung für die Krankenkassen ist mittlerweile enorm. Dazu kommt aber noch der betriebs- und volkswirtschaftliche Schaden wegen Fehltagen am Arbeitsplatz und wegen der immer häufiger anzutreffenden psychisch verursachten Berufsunfähigkeit.
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Psyche als Hauptauslöser für Krankheitstage und für Berufsunfähigkeit
Mittlerweile – auch das ist ein Ergebnis der Studie – haben die meisten Ausfalltage wegen Arbeitsunfähigkeit psychische Ursachen. Körperliche Ursachen sind EU-weit in der Minderheit. Die Folge: 300 Milliarden Euro Kosten in der Europäischen Union durch psychische Erkrankungen – jedes Jahr. Und dabei werden nur 26 Prozent aller psychischen Erkrankungen überhaupt ärztlich behandelt. Die Folge: In vielen Fällen ist Berufsunfähigkeit vorprogrammiert.
