Riester-Rente: Förderung auch für Berufsunfähigkeitsschutz möglich

Kombination von Riester-Rente und Berufsunfähigkeitsversicherung hat Tücken

Die Riester-Rente wird gern in Verbindung mit einem Berufsunfähigkeitsschutz angeboten. Das hört sich gut an; schließlich zählt der BU-Schutz zu den besonders wichtigen Vorsorgemaßnahmen. Wer noch keine Police hat, greift vielleicht gern zu. Die Angebote wirken zwar auf den ersten Blick günstig, haben aber einige Haken und Ösen.

Einen Vorteil hat der eingebaute BU-Schutz in jedem Fall: Während eine Riester-Rente normalerweise erst ab 60 Jahren (bei Verträgen ab 2012 erst mit 62 Jahren) ausgezahlt wird, kann eine bei Riester eingeschlossene Invaliditäts-Rente auch schon früher ausgezahlt werden. Man erhält also für die geleisteten Beiträge eine staatliche Förderung ohne die Riester-typische Bedingung, vor Auszahlungen erst ein bestimmtes Mindestalter erreichen zu müssen.

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Geringe Absicherung der Berufsunfähigkeit

So schön „staatliche Riester-Förderung für Schutz gegen Berufsunfähigkeit“ auch klingt – die Nachteile sind unübersehbar. Die Minuspunkte beginnen mit dem geringen Prozentsatz, der für den BU-Schutz maximal verwendet werden darf: magere 15 Prozent. Damit lässt sich keineswegs eine auskömmliche Berufsunfähigkeitsrente finanzieren. Die Gefahr ist also sehr groß, dass der Versicherte im Ernstfall mit wenigen Hundert Euro jährlich dasteht – was zur Sicherung des Lebensunterhalts nicht gerade taugt.

Unter diesen Umständen nützt auch ein Argument wenig, das von Vermittlern gern ins Feld geführt wird: Bei den Koppelangeboten fällt der Gesundheitsfragebogen meist kürzer aus als bei den selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen. Vielen erscheint also der BU-Schutz dank der Riester-Lösung leichter erreichbar zu sein.

Die Hoffnung ist aber oft trügerisch: Die Fragen müssen auch bei den Koppelangeboten äußerst sorgfältig und ausführlich beantwortet werden – vor allem dann, wenn es sich um sehr offene und weit gestellte Fragen handelt. Anderenfalls droht im Ernstfall Leistungsentzug.

Viele Nachteile, wenig Nutzen

Einige Anbieter haben reagiert und alternative Modelle auf den Markt gebracht. So sehen manche Offerten vor, dass eine fällige BU-Rente nicht zur freien Verfügung steht, sondern zur Weiterzahlung des Riester-Vertrags genutzt wird. Eine eventuelle BU-Rente dient in diesem Fall nur der Sicherung der weiteren Altersvorsorge. Das mag plausibel klingen, hat allerdings einen Nachteil: Wer komplett arbeitsunfähig wird, bekommt meist auch keine Riester-Zulagen mehr. Die weitere Besparung eines Riester-Vertrags macht dann häufig wenig Sinn.

Noch schlimmer kann es kommen, wenn ein gekoppelter Riester-Vertrag aus finanziellen Gründen aufgelöst werden muss: Dann entfällt nämlich nicht nur die Altersvorsorge, sondern auch der Berufsunfähigkeitsschutz. Selbst wenn dieser Schutz nur gering sein sollte, ist er immer noch besser als gar keiner.

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BU-Schutz und Riester-Rente separat abschließen

Eine wirklich umfassende Absicherung gegen die Gefahren einer Berufsunfähigkeit bietet nur eine selbstständige BU-Police. Sie bietet einen entscheidenden Vorteil: Die Versicherungssumme kann in der tatsächlich benötigten Höhe abgeschlossen werden. Da vorzeitige Berufsunfähigkeit häufiger eintritt als vielfach angenommen wird, sollte auf diesen Faktor großer Wert gelegt werden. Der Verzicht auf einen kleinen Anteil an Riester-Zulagen lässt sich da relativ leicht verschmerzen.

Weitere Informationen zur Riester-Rente sowie zum wichtigen BU-Schutz sollte man sich bei unabhängigen Beratern einholen, die persönlich passende Tarife aussuchen können und individuelle Angebote ausarbeiten.