Riester-Rente nicht voreilig kündigen

Kündigen einer Riester-Rente bringt oft Nachteile

Nicht immer passt der neue Anzug ein Leben lang – so ist das auch bei der Riester-Rente. Mancher Kunde kommt irgendwann mit seinem Riester-Vertrag nicht mehr klar: Dem einen fehlt plötzlich das Geld, der andere liest oder hört zunehmend Negatives über das Riestern. Häufige Folge: Sparer kündigen ihre Verträge. Das ist oft voreilig.

Vom Grundgedanken her ist Riestern eine gute Sache. Dabei spielt vor allem die staatliche Förderung eine große Rolle: Pro Sparer beträgt sie bis zu 154 Euro jährlich. Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren sind, kommen jeweils 185 Euro hinzu; für ab 2008 geborene Kinder beträgt die Förderung sogar 300 Euro. Ein weiteres Plus sind Steuererleichterungen: Sparer können bis zu 2.100 Euro jährlich als Sonderausgaben geltend machen.

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Kündigen führt zu gewichtigen Nachteilen

Viele Verbraucher sind derzeit verunsichert: Die Riester-Rente erhält häufig Medienschelte. Sie lohne sich nicht als Altersvorsorge, der Ertrag sei zu gering – so ist oft zu hören. Wer einen Vertrag abgeschlossen hat, wird stutzig und überlegt vielleicht, ihn zu kündigen.

Dabei wird oft übersehen, dass die Riester-Rente große Sicherheit bietet: Die geleisteten Beträge werden auf jeden Fall ausbezahlt. Alle, die vorschnell kündigen und nicht für einen Ersatz sorgen, verzichten auf diesen Vorteil im Alter – also gerade dann, wenn vielleicht nur eine geringe staatliche Rente ins Haus steht und ein „Zuschuss“ umso wichtiger wird. Kündigen Sparer ihre Verträge, gehen auch die staatlichen Förderungen verloren – ein zweiter gewichtiger Nachteil.

Schließlich muss man berücksichtigen, dass ältere Verträge oft noch eine ordentliche Verzinsung bieten: Wer zwischen 2004 und 2006 eine Riester-Rente abgeschlossen hat, genießt einen Garantiezins von 2,75 Prozent. Danach sank der Wert auf 1,75 Prozent.

Wann ist eine Kündigung der Riester-Rente vertretbar?

Aber manchmal passiert es eben doch: Man hat einen sehr schlechten Vertrag erwischt. Vielleicht war mangelhafte Beratung schuld, vielleicht hat man sich auch selbst zu wenig um die Frage der Altersvorsorge gekümmert. Insbesondere dann, wenn der Vertrag noch nicht sehr alt ist (und so die Provisionszahlungen an Vermittler noch nicht komplett ausgeglichen wurden), kann es sich in Einzelfällen lohnen, zu kündigen.

Da die Riester-Rente aufgrund ihrer staatlichen Förderung grundsätzlich kein schlechtes Produkt ist, sollte man sich bei Unzufriedenheit über mögliche Riester-Varianten informieren. Nur wer die Vor- und Nachteile der einzelnen Produkte kennt, kann von einem Neuabschluss profitieren.

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Die Riester-Produkte in Kurzform

Als Verbraucher hat man die Auswahl unter sechs Riester-Varianten:

  • Klassische Rentenversicherung: Die Höhe der späteren Mindestrente wird garantiert.
  • Fondsgebundene Rentenversicherung: Da die Beiträge in Investmentfonds angelegt werden, ist die Höhe der späteren Auszahlung unsicher.
  • Banksparplan: Zurzeit sind die Zinsen niedrig, allerdings ist auch die Kostenbelastung besonders niedrig.
  • Fondssparplan: Der Sparer nimmt an den Chancen und Risiken der Aktienmärkte teil, muss aber die Kosten für Ausgabeaufschläge in Kauf nehmen.
  • Bausparvertrag: Punktet mit dem Anspruch auf spätere niedrige Zinsen, bietet dafür aber einen niedrigen Sparzinssatz; eine Option für alle, die später einmal bauen wollen.
  • Baudarlehen: Wer eine Immobilie kaufen will, kann Riester-Raten sowie Zulagen zur Tilgung des Kredits verwenden.

Im Zweifelsfall Vertrag ruhen lassen

Die vorstehende knappe Zusammenfassung soll lediglich einen Überblick über Möglichkeiten geben. In jedem Fall ist es sinnvoll, wenn Sie sich durch einen Experten beraten lassen. Das sollte bereits zu einem frühen Zeitpunkt geschehen, also bevor Sie einen Vertrag kündigen. Vielleicht entdecken Sie während der Beratung, dass der alte Vertrag gar nicht so schlecht ist.

Statt einer vorschnellen Kündigung ist es oft auch sinnvoll, zunächst einen Vertrag erst einmal ruhen zu lassen; in diesem Fall zahlt der Sparer keine Beiträge mehr ein. Sollte sich irgendwann ein besseres Produkt finden, kann man immer noch kündigen und einen neuen Vertrag abschließen. Keiner sollte aber ganz auf die Möglichkeit verzichten, mit staatlicher Hilfe für das Alter vorzusorgen.