Riester-Förderung: Satte Zulagen vom Staat

Hohe Förderung macht Riester-Rente attraktiv

Die Zehn-Millionen-Marke wurde bei Riester-Versicherungen schon Anfang 2010 geknackt: Riester boomt! Eine Erfolgsstory, die erst 2001 begann. Damals übrigens mit mageren 38 Euro Förderung pro Jahr. Heute: 154 Euro! Pro Kind gab’s 46 Euro dazu. Heute: 185 Euro oder mehr! Keine Frage: Die Riester-Rente als eine prima Altersvorsorge ist angekommen.

Die Erfolgsstory kommt allerdings nicht von ungefähr: Sie ist eine Reaktion darauf, dass der Staat den Bürgern erst einmal etwas weggenommen hat. 2001 wurde nämlich das künftige Ruhegeld von 70 auf 67 Prozent des letzten Nettogehalts gekürzt. Die Riester-Rente sollte helfen, die Verluste zu kompensieren. Das ist ganz entscheidend, denn: Die Riester-Rente mit ihren umfangreichen staatlichen Förderungen ist kein schönes Extra, das man sich gönnt. Vielmehr ist sie ein nahezu unverzichtbarer Bestandteil jeder privaten Altersvorsorge.

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Die staatliche Förderung: Sahnehäubchen der Riester-Rente

Für die meisten Sparer ist die satte Riester-Förderung der größte Anreiz zu riestern: 154 Euro Grundzulage plus 185 Euro pro Kind! Für Kinder, die ab 2008 geboren sind, lässt Vater Staat sogar 300 Euro springen. So kommt bei größeren Familien ein hübsches Sümmchen im Jahr zusammen. Unter 25-jährige Antragsteller erhalten im ersten Beitragsjahr noch 200 Euro extra.

Aber: Um die maximale Förderung zu erhalten, muss ein bestimmter Mindestbetrag für die Riester-Rente eingezahlt werden. Dieser entspricht vier Prozent des Bruttoeinkommens vom Vorjahr. Wird weniger eingezahlt, so wird die Förderung anteilig gekürzt. Weiterhin wurden absolute Grenzen festgelegt: Mindestens müssen 60 Euro jährlich eingezahlt werden, maximal dürfen es 2.100 Euro sein. Je mehr eingezahlt wird, desto besser natürlich für die spätere Rente.

Förderung gibt’s auch indirekt: Stichwort „Steuerersparnis“

Bei so viel Förderung erstaunen neue Zahlen der Zentralen Zulagestelle in Berlin: Danach nehmen rund ein Drittel der Riester-Sparer die staatliche Förderung nicht in Anspruch. Der Hauptgrund hierfür dürfte in den erzielbaren Steuervorteilen der Riester-Rente liegen: Alle gezahlten Beiträge bis zur Höchstgrenze sind nämlich steuerlich als Sonderausgaben absetzbar. Vor allem für Alleinstehende ohne Kinder kann die Zulage damit schlichtweg überflüssig werden.

Beispiel: Ein Jahresverdienst von 30.000 Euro wird (mit Zulage) in Höhe von 30.154 Euro versteuert. Werden 1.946 Euro Vorsorgebeiträge geleistet, verbleiben als zu versteuerndes Einkommen 28.208 Euro. Der Steuervorteil aus dieser Differenz macht rund 600 Euro aus. Da dieser Vorteil aber die Zulage von 154 Euro übersteigt, bringt die Zulage selbst keinen wirklichen Vorteil mehr. Denn wenn der Sparer diese erhalten hat, erstattet das Finanzamt nur noch den Teil der Steuerersparnis, der die Zulage übersteigt.

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Viele Kinder, wenig Geld? Dann lohnt sich Riester erst recht

Für Geringverdiener und Familien ist in der Regel die staatliche Förderung attraktiver als die Steuerersparnis. Werden die Höchstgrenzen bei der Einzahlung voll ausgenutzt, so ergibt sich oft eine zusätzliche Förderung von mehr als 50 Prozent des Einzahlbetrags. Das lässt sich sehen. Familien profitieren zusätzlich von der staatlichen Belohnung für Kindersegen. Bei niedrigem Einkommen können die Förderbeträge sogar höher als die Einzahlbeträge liegen. Auch wenn das Aufbringen des Höchstbetrags nicht immer einfach ist: Mit Blick auf die spätere Rente lohnt es sich allemal.

Nicht jeder darf riestern wie er will

Von den Fördertöpfen können rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer sowie Beamte profitieren. Selbständige und Freiberufler haben das Nachsehen. Ausnahme: Haben sie einen Ehepartner mit Riester-Berechtigung, so können sie eine „eigene“ Grundzulage beanspruchen – ohne eigene Einzahlungen!

Insgesamt ist also ein großer Personenkreis riesterberechtigt. Wie das Geld im Einzelfall investiert wird, sollte sorgfältig überlegt werden. Neben der beliebten Rentenversicherung sind noch Banksparpläne, Fonds-Policen sowie Fondssparpläne im Angebot. Gefördert wird auch das Riester-Bausparen: Zulagen gibt es gemäß Eigenheimrentengesetz (Wohnriester) für den Bau eines Eigenheims, den Kauf einer Immobilie und auch den Erwerb eines lebenslangen Dauerwohnrechts.

Aber aufgepasst: Alle Förderungen gibt es nur auf Antrag. Wer ein wenig zur Vergesslichkeit neigt, kann einfach einen „Dauerzulagenantrag“ stellen. Dann läuft alles automatisch über den Riester-Anbieter. Gut zu wissen: Die Förderung kann auch noch rückwirkend beantragt werden – allerdings maximal zwei Jahre.