Betriebliche Altersvorsorge versus Riester-Rente

Riester-Rente gut im Rennen gegen betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wenn es um die Rentabilität geht. Einen klaren Gewinner gibt es nicht. Aber jeder der beiden Kandidaten hat bestimmte Stärken, die er bei Bedarf ausspielen kann. Deshalb lohnt es sich, die beiden staatlich geförderten Vorsorgearten gegeneinander antreten zu lassen.

Nach einer Infratest-Untersuchung haben nur 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine Riester-Rente abgeschlossen, dagegen aber 36 Prozent eine Betriebsrente. Bedenklich: Fast ein Drittel hat weder das eine noch das andere. Andererseits hat jeder Fünfte sogar beides. Die Aufwendungen sind laut Befragung unterschiedlich hoch: 109 Euro fließen durchschnittlich aus eigener Tasche in die Betriebsrente, nur 75 Euro in Riesterverträge. Entscheidend für eine Bewertung ist aber die Frage: Was kommt im Alter heraus?

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Betriebsrente: klassische Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Die betriebliche Altersvorsorge gibt es schon lange. Aber seit 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch darauf. Die so genannte „Entgeltumwandlung“ gestattet es ihnen, mit eigenen Lohnanteilen für die spätere Versorgung zu sparen. 2013 können Arbeitnehmer bis zu 2.784 Euro steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen – unabhängig vom Einkommen.

Dieser Betrag entspricht vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Wer ab 2005 einen Vertrag abgeschlossen hat, kann weitere 1.800 Euro steuerfrei einzahlen; diese Beiträge unterliegen allerdings der Pflicht zu Sozialabgaben.

In vielen Fällen gibt der Arbeitgeber Geld dazu. In manchen Branchen, zum Beispiel auf dem Bau, existieren hierfür tarifvertragliche Regelungen.

Viele dürfen riestern

Für die Riester-Rente gewährt der Staat Zulagen. Diese gibt es für jeden Sparer, der vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Einkommens einzahlt, in voller Höhe. Fleißige Sparer erhalten so pro Jahr eine Grundzulage von 154 Euro. Kinder werden mit jeweils 185 Euro bedacht. Dieser Betrag erhöht sich für ab 2008 geborene Kinder auf 300 Euro. Hinzu kommt die Steuerersparnis: In der Ansparphase werden keine Steuern fällig.

Ein besonderer Clou: Ist bei einem Ehepaar nur ein Partner förderberechtigt, kann der andere dennoch einen Vertrag abschließen. Für 60 Euro jährlichen Mindestbeitrag genießt er dann eine „mittelbare“ staatliche Förderung.

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Betriebliche Altersvorsorge als Schnellstarter

Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge punkten durch die staatliche Förderung. Doch wie steht es im direkten Vergleich um den Ertrag?

Nach Untersuchungen der Zeitschrift Finanztest liegt zunächst die Betriebsrente vorn. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Beiträge bei der Entgeltumwandlung steuer- und sozialabgabenfrei sind. Indirekt übernimmt der Staat bei dieser Form der betrieblichen Altersvorsorge rund 50 Prozent der Beiträge – eine satte Förderquote, die beim Konkurrenten nicht erreicht wird.

Auf der Zielgeraden geht der Betriebsrente allerdings die Luft aus. Ursache hierfür ist unter anderem die Belastung durch volle Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Noch wichtiger und oft nicht bedacht: Werden Lohnanteile in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt, entfallen die Rentenversicherungsbeiträge. Dementsprechend gibt es später weniger gesetzliche Rente.

Zielfoto zeigt Riester-Rente teilweise vorne

Die Riester-Rente beginnt als Langsamstarter, holt aber später auf. Geringere Abzüge führen auf der Ziellinie zu einem Vorsprung. Legt man die garantierte Verzinsung zugrunde, hat die Riester-Rente bei der Aufstockung der gesetzlichen Rente einen prozentualen Vorteil von bis zu zwei Prozent.

Werden allerdings die (nicht garantierten) Überschüsse in die Rechnung mit einbezogen, ändert sich das Zielfoto: Überschüsse wirken wie Doping auf die Betriebsrente und pushen sie vor dem Konkurrenten ins Ziel. Grund: Die insgesamt meist höheren Beträge bei der betrieblichen Altersvorsorge treiben den Zinseszinseffekt besonders stark an.

Fazit: Im Schnitt ist die Riester-Rente langfristig etwas rentabler als die betriebliche Altersvorsorge. Doch das ist nur eine Faustregel. Sie gilt vor allem dann, wenn Arbeitnehmer die Beiträge zur Betriebsrente alleine schultern müssen. Beteiligt sich der Chef aber daran und hat er außerdem einen guten Vertrag abgeschlossen, gerät zumindest ein mittelmäßiger Riester-Vertrag schnell ins Hintertreffen.

Wer sich genauer informieren möchte, wendet sich am besten an einen unabhängigen Experten, der ein individuelles Konzept ausarbeiten kann.