Riester-Rente: viele Optionen bei der Auszahlung

Sparer können Auszahlungen bei der Riester-Rente beeinflussen

Irgendwann ist sie da – die langersehnte Auszahlungsphase bei der Riester-Rente. In der Regel beginnen die monatlichen Überweisungen gleichzeitig mit den Zahlungen der Altersrente. Sparer haben verschiedene Optionen, die Auszahlungen zu steuern. Aber es gibt auch Pflichten.

Wer bereits früher in den Ruhestand geht, kann die Auszahlungen früher beginnen lassen. Das funktioniert aber erst ab dem 60. Lebensjahr; wurde der Vertrag erst ab 2012 abgeschlossen, so können die Zahlungen frühestens ab dem 62. Lebensjahr beginnen. In jedem Fall aber besteht die Möglichkeit, sich bis zu 30 Prozent der Gesamtsumme auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Mit diesem besonderen Vorteil punktet die Riester-Rente gegenüber anderen Vorsorgemodellen, zum Beispiel der Rürup-Rente.

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Auszahlungen sind bei der Riester-Rente gesichert

Über die Auszahlung müssen sich Riester-Sparer keine großen Sorgen machen: Jedem Kunden sind mindestens alle Einzahlungen und Zulagen sicher. Das „Sahnehäubchen obendrauf“ können Überschusszahlungen sein; sie hängen vom Anlagegeschick der Anbieter ab und sind deshalb nicht garantiert.

Bei der klassischen Rentenversicherung steht die Höhe der Rente schon zu Vertragsbeginn fest. Das ist bei Bank- oder Fondssparplänen anders: Die Auszahlungshöhe ist von Zins- und Renditeentwicklungen der Anlagen abhängig. Ab dem 85. Lebensjahr laufen aber sämtliche Verträge einheitlich als Rentenversicherung, damit die Zahlungen auch wirklich bis zum Lebensende gewährleistet sind. Die Anbieter zwacken bereits frühzeitig einen Teil vom angesparten Vermögen ab, um die späten Auszahlungen auch wirklich garantieren zu können.

Sofortauszahlung statt niedriger Monatsrente

Einige Tausend Riester-Sparer befinden sich bereits in der Auszahlphase. Die Auszahlungsbeträge bewegen sich dabei in überschaubaren Größenordnungen: Oft sind es nur 40 oder 50 Euro monatlich. Das ist auch kein Wunder, da fällig gewordene Verträge bislang nur eine kurze Laufzeit von maximal etwa zehn Jahren haben. Außerdem gibt es erst seit 2008 die staatliche Förderung im heutigen Umfang.

Wer nur wenig angespart hat, erreicht nicht einmal die so genannte Geringfügigkeitsgrenze. Sie liegt im Jahr 2012 bei 26,25 Euro monatlich. Wer mit seinem Auszahlungsanspruch unter diesem Betrag liegt, bekommt das ganze Geld auf einen Schlag ausbezahlt.

Tipp: Wem eine Sofortauszahlung wichtig ist, kann das auch künstlich herbeiführen. Er muss nur das eine oder andere Mal seinen Anbieter wechseln und darauf achten, dass er mit jedem Vertrag unter der Geringfügigkeitsgrenze bleibt – bei Rentenbeginn erhält er dann die komplette Auszahlung aus jedem Einzelvertrag. Allerdings entstehen bei jedem Vertragswechsel neue Kosten und Gebühren; die Methode empfiehlt sich also nur für jemanden, der sehr großen Wert auf eine Sofortauszahlung legt – ohne Rücksicht auf die Rendite. Wer umgekehrt unbedingt regelmäßige monatliche Zahlungen haben möchte, kann die Ansparphase seines Vertrags verlängern – so lange, bis die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird.

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Riester und die Steuer

Wird die Riester-Rente überwiesen, möchte auch das Finanzamt etwas davon abhaben. Die Besteuerung erfolgt nach dem persönlichen Steuersatz, der im Alter oft günstiger ist als in Erwerbszeiten. Unterm Strich machen Riester-Sparer also steuerlich meistens einen Gewinn. Ungeförderte Anteile der Riester-Rente werden außerdem geringer besteuert als geförderte Anteile.

Bei der Variante Wohn-Riester existiert keine Rente. Zulagen und geförderte Tilgungen werden in einem so genannten Wohnförderkonto verbucht; der Gesamtbetrag wird mit zwei Prozent jährlich verzinst. Die Sparer zahlen ihre Steuern dann auf das so errechnete Guthaben.

Riester-Rente auch im Ausland

Seit 2010 haben auch ausreisewillige Rentner Vorteile. Sie müssen erhaltene Fördergelder nicht zurückzahlen. Verbringen sie ihren Ruhestand allerdings in Ländern, die nicht zur EU oder zum EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) gehören, so werden sie zur Kasse gebeten. Sie zahlen zwar keine Steuern für die Verträge, müssen aber alle Förderungen zurückzahlen – also sowohl die Zulagen als auch die Steuerbegünstigungen. Die Anbieter übernehmen das Handling für die Kunden, indem sie von jeder Auszahlung 15 Prozent abzweigen.

Sicherheit und Variabilität im Alter machen die Riester-Rente zu einem Instrument, das für viele Sparer eine ideale private Altersvorsorge darstellt. Allerdings sollte dabei auch die Rendite stimmen. Deshalb sollte sich jeder Zeit nehmen, um mehrere Angebote sorgfältig miteinander zu vergleichen; erfahrene Experten beraten gerne bei der endgültigen Auswahl.

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