Riester-Vertrag: Staatliche Zulagen sorgen für Rendite

Bei privater Altersvorsorge gilt Riester-Vertrag als Favorit

Das geförderte Riester-Sparen ist fast zehn Jahre nach Einführung zum Erfolgsmodell der privaten Altersvorsorge geworden: Mehr als 14 Millionen Deutsche haben inzwischen einen Vertrag abgeschlossen. Staatliche Förderung, wenig Risiko und zusätzliche Ertragschancen durch Fondsinvestments machen die Anlageform attraktiv. Insbesondere Familien können dank Kinderzulagen mit hoher Verzinsung rechnen.

Riester-Sparen gehört zu den Favoriten, wenn es um die private Rentenvorsorge geht. Die Einschätzung teilen in Verbraucherstudien gut 45 Prozent der Befragten. Insbesondere die möglichen Förderrenditen von mehr als 30 Prozent tragen zur Beliebtheit bei. Staatliche Grundförderung, Steuervorteile und Kinderzulagen machen es möglich. Überdies bietet die Geldanlage ein hohes Maß an Sicherheit. Dafür sorgen die gesetzlich vorgeschriebenen Garantieleistungen. Doch nicht jedes Produkt hat gleich hohe Ertragsaussichten. Die Rendite ist auch von Anbieter, Kostenstruktur und Art des Vertrags abhängig.

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Vertragsvarianten

Um die private Altersvorsorge zu fördern, stellte der Gesetzgeber im Jahr 2002 das nach einem ehemaligen Arbeitsminister benannte Riester-Modell vor: Wer aktuell mindestens vier Prozent seines Bruttoeinkommens in zertifizierten Anlageformen spart, bekommt Zulagen und Steuererleichterungen.

Angeboten werden die Produkte von Banken, Sparkassen, Versicherungen und Bausparkassen. Seit dem Jahr 2008 stehen als Vertragsvarianten vier Grundtypen zur Auswahl:

  • Versicherungsverträge,
  • Investmentfondsverträge,
  • Banksparverträge sowie die
  • Eigenheimrente.

Versicherungen und Eigenheimrente

Nach Erhebungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben sich die meisten Riester-Sparer für eine Versicherung entschieden: Gut zwei Drittel legen ihr Geld in klassischen oder fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen an. Ein Vorteil der Produkte ist ihre Leistungstransparenz. Denn Kunden wissen bereits bei Vertragsabschluss genau, wie viel Geld sie im Rentenalter erwarten können.

Die vereinbarte Mindestzahlung muss der Anbieter in jedem Fall leisten. Doch kann die Privatrente am Ende höher ausfallen, wenn das Investment entsprechende Erträge erwirtschaften konnte. Bei der Renditeerwartung bekamen in einem Vergleich der Stiftung Warentest die Angebote von Alte Leipziger und Debeka Höchstnoten.

Die Eigenheimrente hat sich seit ihrer Einführung 2008 zum Renner entwickelt. Gut ein Viertel der Neukunden entscheidet sich inzwischen für diese Form des Riester-Vertrags. Die Idee dahinter: Der Staat fördert es als praktische Altersvorsorgemaßnahme, wenn Sparanlagen oder Kredite zur Finanzierung von Wohneigentum genutzt werden.

Für den Wohn-Riester können bereits angesparte Verträge umgewandelt oder zertifizierte Baudarlehen und Bausparverträge genutzt werden. Die besten Konditionen für Bausparverträge bieten nach einer Analyse von Stiftung Warentest die LBS Bayern sowie die Alte Leipziger.

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Fonds- und Banksparpläne

In der Beliebheitsskala der Riester-Produkte liegen Fondssparpläne mit insgesamt etwa 2,7 Millionen Kunden an zweiter Stelle. Auch hier ist das Risiko für den Anleger klar einschätzbar: Im Rentenalter bekommt er garantiert eine Leistung, die mindestens der Höhe seiner Einlagen entspricht. Das gewährleistet der Anlagemix unter Einschluss sicherer Rentenpapiere.

Die in diesem Modell notwendigen Umschichtungen haben allerdings Nachteile: Ertragschancen sind nicht optimal nutzbar. Zudem muss der Sparer Abschluss- und Verwaltungskosten bezahlen. Für Verbraucher seien die Kostenstrukturen oft nicht durchschaubar, kritisiert etwa das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Tipp für Anleger: Ihr Fondssparvertrag sollte klare Informationen zu Renditeabschlägen in der Ansparphase und zur Kostenquote in der Bezugsphase enthalten. Wenn Sie Nebenkosten sparen wollen, erkundigen Sie sich bei Ihrem Berater nach Alternativen etwa in Form von Banksparplänen. Dort wird nur eine Jahresgebühr fällig.

Riester-Zulagen

Letztlich sind es die staatlichen Zulagen und Steuerersparnisse, die eine überdurchschnittliche Rendite des Riester-Vertrags ermöglichen. Aktuell zahlt der Staat eine Jahresgrundzulage von 154 Euro pro Person.

Besonders interessant wird es für Familien: Pro Kind gibt es noch einmal 185 Euro oder 300 Euro für nach 2008 geborene Kinder. Viele Anleger aber verschenken das Geld, weil sie Zulagen nicht oder zu spät beantragen.

Tipp für alle Riester-Sparer: Antragsformulare gibt es bei den Anbietern zertifizierter Produkte. Die Anträge lassen sich rückwirkend für zwei Jahre stellen und müssen bei der Deutschen Rentenversicherung ausgefüllt eingereicht werden. Danach werden die Zulagen jedes Jahr automatisch dem Anlagevermögen gutgeschrieben.