Riester-Zulage: Was Eltern und Mini-Jobber beachten sollten

Achtung: Minijob oder Geburt ändern den Riester-Status

Durch Zulagen und Steuervorteile bietet die Riester-Rente Sparern eine attraktive Option für den Aufbau der Altersvorsorge. Riester-Sparen birgt aber auch Gefahren. Praxisberichte zeigen, dass Anleger oft versäumen, durch Geburt eines Kindes oder Aufnahme eines Mini-Jobs ausgelöste Statusänderungen mitzuteilen. Dadurch können Zulagen auch noch Jahre später gestrichen werden.

Die Riester-Rente wurde 2002 eingeführt. Das Prinzip erscheint zunächst simpel: Sparer, die in ein Riester-Produkt einzahlen, erhalten eine Grundzulage von 154 Euro pro Jahr. Für jedes Kind gibt es zusätzlich 185 Euro. Für Jahrgänge ab 2008 beträgt die Kinderzulage sogar 300 Euro. Für die vollen Zuschüsse müssen förderfähige Anleger, sogenannte „unmittelbar Zulagenberechtigte“, mindestens vier Prozent des Vorjahreseinkommens aufwenden. Soweit gestaltet sich das Zulagenverfahren, das von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) gesteuert wird, übersichtlich.

Tarif-Check: Die besten Riester-Tarife
Meine Vorgaben für den Anbieter-Tarif-Vergleich
Bitte Altersvorsorge wählen …
Ich interessiere mich für …
Mein Anlageverhalten
Die Auszahlung soll fällig sein / beginnen …
Monatlicher Sparbetrag
Einmaliger Anlagebetrag
Stempel Info Service

Die Geburt eines Kindes wirkt sich auf den Riester-Status aus

Doch neben dem unmittelbar begünstigten Personenkreis können auch „mittelbar Zulagenberechtigte“ an der Riester-Förderung teilhaben. Darunter fallen die nicht direkt förderfähigen Ehepartner eines Riester-Sparers. Sie können beitragsfrei solche Huckepackverträge abschließen. Diese werden dann voll aus den Zulagen gespeist. Somit können auch Hausfrauen ohne Einkommen in den Genuss der staatlichen Förderung kommen. Das ist löblich – mitunter aber auch kompliziert.

Denn: Bei Geburt eines Kindes ändert sich bei Müttern der Status von „mittelbar“ in „unmittelbar“ zulageberechtigt. Hintergrund dafür ist, dass der Staat für Mütter Beiträge zum Aufbau der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) abführt. Das ist zwar rentensteigernd; die Mütter müssen nun aber den Sockelbetrag von 60 Euro in den Riestervertrag einzahlen. Sonst gibt es keine Zuschüsse vom Staat. Diese Umstellungskosten sind sicher vertretbar.

Falscher Status gefährdet die Riester-Zulagen

Viel problematischer ist, dass viele Versicherte vergessen, nach Ablauf der Kindererziehungszeit den erneuten Statuswechsel mitzuteilen. Mit Ausfüllhilfen für die Formulare bemühen sich Riester-Anbieter zwar, ihren Kunden einen möglichst fehlerfreien Weg durch das Zulagen-Dickicht zu ebnen. Doch Fehler passieren, und oftmals unterbleibt die Mitteilung über den neuen Status.

Versicherte werden dann fälschlicherweise mit dem Status „unmittelbar“ im System der ZFA geführt. Kurzfristig kann das ohne Folgen bleiben. Das böse Erwachen droht jedoch, wenn die ZfA ihre automatisierten Kontrollen durchführt: Das System meldet dann einen Fehler, da die Kindererziehungszeit längst abgelaufen ist - und bucht bereits gezahlte Zulagen wieder ab.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Auch die Aufnahme eines Mini-Jobs kann eine Statusänderung auslösen

Gleiches kann auch passieren, wenn ein mittelbar Zulagenberechtigter einen aufgestockten Mini-Job aufnimmt. „Aufgestockte“ Mini-Jobs beinhalten einen freiwilligen Eigenbeitrag des geringfügig Beschäftigten an die GRV, um sich deren Leistungen zu sichern. Damit wird Versicherungspflicht und beim mittelbar Berechtigten der Statuswechsel ausgelöst. Wenn Versicherte entsprechende Mitteilungen an die ZfA unterlassen, können auch in solchen Fällen böse Überraschungen bevorstehen.

Die Riester Rente bietet eine Reihe von Vorteilen - und einige Fallen. Gerade für Bezieher kleinerer Einkommen und für kinderreiche Familien ist sie aber aufgrund der staatlichen Förderung interessant. Mit der richtigen fachlichen Beratung und einem kompetenten Produkt-Anbieter können Stolpersteine beim Riester-Sparen gezielt ausgeräumt werden.