Schlechter Gesundheitszustand kann zum Risikozuschlag in PKV führen

In der PKV trägt Risikozuschlag zur ausgleichenden Gerechtigkeit bei

Private Versicherungen können ihre Tarife individuell gestalten. Um Beiträge und Leistungen exakt auf jeden Kunden abzustimmen, stellen sie vor Vertragsabschluss umfangreiche Gesundheitsfragen. Abhängig vom Ergebnis erheben die PKV-Unternehmen dann häufig einen Risikozuschlag.

Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist alles ganz einfach: Die Krankenkassenbeiträge basieren auf dem Einkommen des Kassenmitglieds; im Jahr 2011 liegt der Beitragssatz bei 15,5 Prozent. Dabei wird aber ein festgelegter Höchstbetrag nicht überschritten. Diese so genannte Beitragsbemessungsgrenze beträgt 2011 genau 49.500 Euro, das heißt: Monatlich werden maximal 4.125 Euro Einkommen für die Berechnung der Beiträge berücksichtigt. Bei der PKV ist das anders: Das Einkommen spielt keine Rolle. Umso wichtiger ist aber der Gesundheitszustand, der sich unter Umständen in einem Risikozuschlag niederschlagen kann.

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Risikozuschlag soll Lasten gerechter verteilen

Anders als die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kalkulieren PKV-Unternehmen ihre Tarife aufgrund vieler individueller Faktoren. Dadurch soll erreicht werden, dass die Lasten innerhalb der Versichertengemeinschaft möglichst gerecht verteilt werden. Mit anderen Worten: Wer (voraussichtlich) hohe Kosten verursacht, wird stärker zur Kasse gebeten.

Umgekehrt gibt es aber auch Belohnungen, zum Beispiel in Form niedrigerer Tarife: Wer gesund ist und vielleicht auch einiges dafür tut (sprich: gesundheitsbewusst lebt), zahlt geringere Beiträge. Insofern handelt es sich zwar wie bei der GKV auch um eine Art Solidargemeinschaft, allerdings mit einem Unterschied: Nicht das Einkommen, sondern andere Faktoren wie Alter oder Gesundheitszustand sind entscheidend bei der Vertragsgestaltung.

Gesundheitsfragen federn Risiken für PKV und ihre Versicherten ab

Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, kennt das Procedere: Vor dem Vertrag steht erst einmal eine umfangreiche Liste mit so genannten Gesundheitsfragen. Damit möchte das PKV-Unternehmen das mögliche Risiko kennenlernen, bevor es dem Antrag stattgibt. Die Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand sind also zur Kalkulation der Prämie notwendig, können aber auch über Aufnahme oder Ablehnung entscheiden. Bei einem ungünstigen Gesundheitszustand kann es zum erwähnten Risikozuschlag kommen. Das PKV-Unternehmen verhindert damit, dass die anderen Versicherten im gleichen Tarif über Gebühr belastet werden. Rechnen die PKV-Experten aufgrund der Angaben im Antrag mit hohen Aufwendungen, dient der Risikozuschlag der Abfederung dieser zu erwartenden höheren Leistungen.

Für den Antragsteller ist wichtig zu wissen: Unterzeichnet er die Einverständniserklärung mit dem Risikozuschlag, ist der Vertrag sofort gültig. Er akzeptiert somit einen etwas höheren Beitrag aufgrund seines nicht optimalen Gesundheitszustandes. Allerdings schätzen verschiedene PKV-Unternehmen die diversen Risiken durchaus unterschiedlich ein; insofern lohnt sich ein Vergleich mehrerer Angebote. Fachkundige Experten helfen gerne, die richtige Police für die private Krankenversicherung zu finden.

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