Schutz gegen Berufsunfähigkeit mit Stolpersteinen

Versicherung mit Tücken, aber enorm wichtig

Das Risiko von Berufsunfähigkeit ist unübersehbar: 1,5 Millionen Deutsche sind betroffen. Wer verantwortlich an seine Familie und sich denkt, kommt um einen privaten Schutz gegen Berufsunfähigkeit nicht herum. Die Qualität der angebotenen BU-Versicherungen ist allerdings sehr unterschiedlich.

Versicherung mit vielen Tücken, aber enorm wichtig: Privater Schutz gegen BerufsunfähigkeitFehler vermeiden: Beim Abschluss einer BU-Versicherung gibt es einiges zu beachten.

Die Tücken einer BU-Versicherung beginnen schon beim Abschluss des Vertrages: Alle Gesundheitsfragen sollten korrekt beantwortet werden. Wer hier schludert und wichtige Vorerkrankungen oder Behandlungen vergisst, könnte sich später einmal schwarz ärgern: Im Leistungsfalle recherchieren die Versicherungen gründlich. Unwahre Angaben können sich rächen, denn die Versicherungen reagieren schnell mit einer Kündigung des Vertrags. Der Grund ist klar: Beim Schutz gegen Berufsunfähigkeit geht es um viel Geld – schließlich wird die vereinbarte Versicherungssumme oft über viele Jahre oder Jahrzehnte ausbezahlt.

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Der Staat zeigt sich knauserig

Was der Staat als Schutz gegen Berufsunfähigkeit anbietet, ist eher mager. Seit 2001 gilt ein zweistufiges System: Wer aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält volle Erwerbsminderungsrente. Das hört sich gut an, macht im Schnitt aber gerade mal 38 Prozent des letzten Nettoeinkommens aus. Bei Männern werden dann im Durchschnitt etwa 800 Euro, bei Frauen knapp 700 Euro monatlich ausgezahlt. Es geht auch noch weniger: Wer drei bis sechs Stunden arbeiten kann, erhält nur die halbe Erwerbsminderungsrente. Außerdem müssen Leistungsempfänger später mit Abschlägen bei der Rente rechnen. Diese Bestimmungen gelten für alle, die ab 2.1.1961 geboren sind. Wer bereits früher das Licht der Welt erblickte, ist etwas besser dran: Bei ihm gilt ein Berufsschutz, das heißt auch die berufliche Qualifikation wird berücksichtigt. Nach § 240 SGB VI haben vor 1961 Geborene Anspruch auf Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit.

Wichtig bei BU-Vertrag: Anpassung der Prämien und Leistungen

Aufgrund der niedrigen staatlichen Hilfen denken viele Menschen über einen eigenen Schutz gegen Berufsunfähigkeit nach. Dabei übersehen sie oft, dass der Lebensstandard im Laufe der Zeit zunimmt. Dementsprechend steigen auch die Ausgaben. Wer früh eine BU-Versicherung abschließt, wählt oft eine relativ geringe Versicherungssumme. Das spart zwar zunächst Kosten – im Ernstfall kommt aber bisweilen das böse Erwachen. Oft können dann mit der BU-Rente nicht einmal die laufenden Ausgaben gedeckt werden.

Die Versicherungsunternehmen lassen sich einiges einfallen, um ihre Kunden gar nicht erst in eine solch prekäre Lage geraten zu lassen. Sie empfehlen häufig einen dynamischen Versicherungsschutz. Der beginnt mit kleinen Beiträgen (und kleinen Leistungen). Verbessern sich die Einkommensverhältnisse, werden Beiträge und Leistungen entsprechend angepasst. So kann es am Ende keine böse Überraschung geben.

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Beim Schutz gegen Berufsunfähigkeit ist gute Beratung notwendig

Wichtig: Der persönliche Schutz gegen Berufsunfähigkeit sollte frühzeitig abgeschlossen werden. Im Laufe des Lebens kommen oft Erkrankungen oder Behandlungen hinzu, die einen Vertragsabschluss erschweren oder sogar verhindern – zumindest aber verteuern. In der Regel sind „sortenreine“ BU-Versicherungen allen Koppelungsprodukten vorzuziehen. Wer beispielsweise seinen Schutz gegen Berufsunfähigkeit mit einer Lebensversicherung verbindet, kann später in die Bredouille kommen: Möchte er beispielsweise seine Lebensversicherung kündigen, ist meist seine BU-Versicherung mit betroffen. Der separate Neuabschluss dieser Versicherung kann dann äußerst ungünstig – sprich: teuer – werden.

Auch bei der kostengünstigen Alternative „Erwerbsunfähigkeitspolice“ heißt es aufgepasst. Erwerbsunfähig wird nämlich nur, wer in überhaupt keinem Beruf mehr einsatzfähig ist. Diese Regelung erweist sich oft als hohe Hürde. Eine gute BU-Versicherung tritt bereits ein, wenn der Versicherungsnehmer seinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kann. Aber Vorsicht: Auch in manchen „echten“ Versicherungsverträgen behalten die Unternehmen das Recht auf Verweisung auf eine andere Tätigkeit. Hier heißt es vor Vertragsabschluss: genau hinschauen!

Eines wird deutlich: Der wichtige Schutz gegen Berufsunfähigkeit will sorgfältig ausgewählt sein. Viele Fallstricke lauern auf den Antragsteller. Eine fachkundige Beratung gibt die notwendige Sicherheit vor dem Abschluss.