Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Manche Experten lehnen sich weit aus dem Fenster: Sie halten eine Berufsunfähigkeitsversicherung für wichtiger als Altersvorsorge. Man muss nicht derselben Meinung sein, aber eines steht fest: Sinnvoll ist die frühzeitige Absicherung gegen Berufsunfähigkeit (BU) auf jeden Fall. Der richtige Abschluss ist allerdings alles andere als ein Kinderspiel.

  • Die Bedingungen von Berufsunfähigkeitsversicherungen sind oft alles andere als kundenfreundlich. Nicht selten wimmeln sie von unverständlichen Formulierungen, die die meisten Verbraucher überfordern. Eine gute Beratung zählt deshalb zu den wichtigsten Voraussetzungen, um eine leistungsstarke BU-Versicherung zu finden.

  • Selten herrscht zwischen Versicherern, Kunden und Experten Einigkeit. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das so: Alle finden sie wichtig und notwendig. Bleibt die Frage: Worauf müssen Verbraucher beim Abschluss unbedingt achten?

  • Der Trend hält nicht nur an, er beschleunigt sich sogar: Psychische Krankheiten sind als Ursache für Berufsunfähigkeit weiter auf dem Vormarsch. Allein von 2008 bis 2012 stieg ihr Anteil von 24 auf 31 Prozent.

  • Berufsunfähigkeits-Versicherer sind möglicherweise besser als ihr Ruf. Zu diesem Resultat kommt das Analysehaus Franke & Bornberg. Dieses konnte kürzlich zumindest einigen Anbietern gründlich auf den Zahn fühlen. Die Ergebnisse stehen im Widerspruch zu Meldungen, nach denen BU-Versicherer immer häufiger berechtigte Ansprüche der Kunden ablehnen.

  • Die Regierung gibt Gas: Sie möchte, dass sich mehr Menschen gegen Berufsunfähigkeit absichern. Deshalb hat sie gesetzlich geregelt, dass seit 2014 jedermann seine Beiträge für die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzen kann – und zwar vollständig. Das Ziel: Möglichst viele Berufstätige sollen sich einen Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente sichern.

  • Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab einem Kläger recht: Obwohl er im neuen Job kürzer arbeitete und sogar mehr verdiente als vorher, durfte ihn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht auf den neuen Beruf „verweisen“. Die Richter verdonnerten die Versicherung zur Zahlung einer BU-Rente. Das Urteil gibt allen Hoffnung, die kein Geld wegen einer Verweisung auf andere Berufe erhalten (Az.: 12 U 93/12).

  • Psychisch Kranke haben mitunter nicht nur mit ihrer Krankheit zu kämpfen, sondern auch mit ihrer Versicherung: Wer gegen Berufsunfähigkeit versichert ist, muss die negativen Auswirkungen seiner Leiden nachweisen, um Geld zu erhalten. Doch das kann dauern.

  • Verbraucher erhalten eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn sie berufsunfähig werden – falls sie sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) privat abgesichert haben. Die Versicherer zahlen die vertraglich festgelegten Beträge bis zum vereinbarten Alter, meist bis zum Beginn des regulären Rentenalters.

  • Etwa jeder vierte Arbeitnehmer kann seinen Beruf irgendwann nicht mehr ausüben, weil er berufsunfähig wird. Zum Beispiel wegen eines Unfalls oder wegen psychischer Probleme.

  • Eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ) ist eine Risiko- oder Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatz. Der Schutz für den Fall von Berufsunfähigkeit existiert also nicht isoliert - im Gegensatz zu einer selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile.

  • Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Versicherung) zahlt eine monatliche Rente, wenn der Versicherte aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr seiner Arbeit nachgehen kann. Regelmäßig genügt eine (voraussichtlich dauerhafte) Beeinträchtigung von 50 Prozent, um Leistungen zu erhalten.

  • Finanztest hat wieder einmal Berufsunfähigkeitsversicherungen auf den Prüfstand gestellt. Wichtigstes Ergebnis: Die Prüfer fanden zahlreiche sehr gute BU-Versicherungen. Das Niveau sei in den letzten Jahren stetig gestiegen. Auch für Verbraucher mit geringem Budget haben die Verbraucherschützer Tipps parat.

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen. Aber wie tief muss man für den Versicherungsschutz in die Tasche greifen? Klar ist: Statistische Gesundheitsrisiken wie die Berufsgruppe oder das Alter kann man nicht ändern. Und dennoch lässt sich der individuelle Versicherungsbeitrag spürbar reduzieren, wenn man bei Vertragsabschluss an den richtigen Stellschrauben dreht.

  • Der Begriff „Berufsunfähigkeit“ ist im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) definiert. § 172 Abs. 2 VVG regelt verbindlich: „Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

  • Die Riester-Rente wird gern in Verbindung mit einem Berufsunfähigkeitsschutz angeboten. Das hört sich gut an; schließlich zählt der BU-Schutz zu den besonders wichtigen Vorsorgemaßnahmen. Wer noch keine Police hat, greift vielleicht gern zu. Die Angebote wirken zwar auf den ersten Blick günstig, haben aber einige Haken und Ösen.

  • Auch Hausfrauen und Hausmänner können sich gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit versichern. Experten stufen einen solchen Schutz generell als sinnvoll ein. Immerhin kann jederzeit ein Unfall im Haushalt passieren – und dann muss sich jemand beispielsweise um die Kinder kümmern. Ein guter Berufsunfähigkeitsschutz kann die Finanzierung einer geeigneten Fachkraft sichern.

  • Für freie Berufe existiert kein gesetzlicher Berufsunfähigkeitsschutz. Jeder muss also selbst dafür Sorge tragen, im Falle einer Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert zu sein. Je nach dem konkreten Beruf können die Erfordernisse für die Vorsorge ganz unterschiedlich aussehen.

  • Im Laufe ihrer Dienstzeit erwerben Beamte relativ hohe Ansprüche für den Fall von Berufsunfähigkeit. In den ersten Berufsjahren bietet der öffentliche Dienst allerdings nur geringe Zusagen beim BU-Schutz. Ähnlich verhält es sich bei Arbeitern und Angestellten, die im Staatsdienst tätig sind. Eine zusätzliche Absicherung ist sinnvoll.

  • Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, muss einen ausführlichen Fragebogen zu seiner Gesundheit beantworten. Darin werden körperliche Gebrechen, aber auch psychische Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen) abgefragt. Stuttgarter Richter fällten jetzt ein überraschendes Urteil: Eine Versicherte hatte die frühere Behandlung einer Depression nicht angegeben – erhielt aber dennoch das Recht auf eine BU-Rente (OLG Stuttgart, Urteil v. 19.04.2012, 7 U 157/11).

  • Hängt die Lebenserwartung mit dem ausgeübten Beruf zusammen? Eine spannende Frage, die recht eindeutig zu beantworten ist: Ja! Viele Versicherungsunternehmen bemühen sich seit jeher um die genaue Klärung dieser Frage; etliche Tarife richten sich stark nach Berufsrisiko und/ oder Lebenserwartung, zum Beispiel Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen.

  • Auf der Suche nach Alternativen zur klassischen BU-Versicherung stößt mancher auf die private Unfallversicherung. Die Unterschiede zwischen beiden Versicherungsformen sind allerdings beträchtlich. Als Alternative zum BU-Schutz taugen sie nur eingeschränkt. Die Zeitschrift „Finanztest“ fand immerhin einige sehr gute Angebote, die für Kunden in Frage kommen.

  • Vereinbaren Kunde und BU-Versicherer die so genannte „konkrete Verweisung“, so muss sich der Versicherer selbstverständlich daran halten. Manche Anbieter versuchen sich allerdings mit fadenscheinigen Argumenten aus ihrer Leistungspflicht zu stehlen; gut, dass Gerichte solchem Gebaren häufig einen Riegel vorschieben – wie jüngst das Oberlandesgericht Nürnberg (Az.: 8 U 607/11).

  • Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zahlt nicht automatisch, wenn die Deutsche Rentenversicherung Bund bereits eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gewährt. Diese leidvolle Erfahrung musste eine Krankenschwester machen, die an einer beschleunigten Herzfrequenz litt. Das Landgericht Bielefeld gab dem BU-Versicherer Recht, der keinen Anlass für die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente sah (Az.: 1 O 115/07).

  • BU-Versicherungen kalkulieren konservativ. Sie nehmen mehr an Beiträgen ein als sie zur gleichen Zeit brauchen. So schützen sie sich – und die Versicherten – davor, fällige Leistungen nicht zahlen zu können. Für den Kunden bedeutet das: Er hat grundsätzlich Anspruch auf Überschüsse, die durch großzügig kalkulierte Einzahlungen entstanden sind. Die Versicherungen nennen das Überschussbeteiligung.

  • Auch bei einem scheinbar kompletten Versicherungsschutz kann sich kein Versicherter in völliger Sicherheit wiegen. So reichen eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht immer aus, um bei einer längeren Krankheit finanziell gut über die Runden zu kommen. Zwischen beiden Versicherungen können ungeahnte Lücken entstehen.

  • Wer heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, möchte im Falle eines Falles einen ausreichenden BU-Schutz genießen. Die Inflation kann aber diesen Erwartungen in die Quere kommen. Abhilfe schaffen Dynamik-Klauseln und Vereinbarungen zur Nachversicherung. So ist im Leistungsfall sichergestellt, dass der Lebensstandard erhalten bleiben kann.

  • Die Zeitschrift Öko-Test hat Berufsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Untersuchung ist bescheiden. Hauptkritikpunkt der Prüfer: die Annahmepolitik der Unternehmen. So kommt es zu einem Phänomen, dem Kunden in der freien Wirtschaft eher selten begegnen: Der Verbraucher möchte zwar unbedingt ein Produkt, aber er bekommt es nicht.

  • Der Weg zu einer BU-Police führt über einen Gesundheitsfragebogen. Alle Fragen darin müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer bei seinen Angaben schummelt und beispielsweise eine Vorerkrankung verschweigt, riskiert genau dann eine Leistungsversagung, wenn’s drauf ankommt: im Falle einer Berufsunfähigkeit; die Beiträge sind dann umsonst bezahlt und man steht ohne Schutz da.

  • 360 Tarife von 77 Anbietern standen auf dem Prüfstand: Die Ratingagentur Morgen & Morgen untersuchte aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der Test ergab: Es gibt mehr herausragende Angebote als früher. Allerdings bestätigte der Test auch eine bekannte Redewendung: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.

  • Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es nicht nur darauf an, sie möglichst früh – bei guter Gesundheit und mit entsprechend niedrigen Prämien – abzuschließen. Als sichere Vorsorge für den Fall von Invalidität sollte sie außerdem in der Höhe ausreichend bemessen sein. Damit eine fällige BU-Rente auch dauerhaft ausreicht, sollte sie einen besonderen Faktor enthalten: Dynamik.

  • Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: Früh, aber nicht übereilt handeln. Je früher der BU-Vertrag unter Dach und Fach ist, desto günstiger ist in der Regel der Tarif. Genügend Zeit zum sorgfältigen Vergleich sollte aber stets vorhanden sein. Einen Haken allerdings kann es immer geben: Der Beruf des Kunden kann einen dicken Strich durch jede Rechnung machen.

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