Berufsunfähigkeitsversicherung
Der Begriff „Berufsunfähigkeit“ ist im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) definiert. § 172 Abs. 2 VVG regelt verbindlich: „Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“
Erstaunlich leichtsinnig gehen manche Selbständige zu Werke: Sie haben einerseits Angst vor der Gefährdung ihres Betriebs aufgrund von Unfall oder Krankheit, schließen aber andererseits häufig keine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Nur die würde aber – ergänzt mit Unfall- und Haftpflichtpolicen – einen wirksamen Schutz bieten.
Die Riester-Rente wird gern in Verbindung mit einem Berufsunfähigkeitsschutz angeboten. Das hört sich gut an; schließlich zählt der BU-Schutz zu den besonders wichtigen Vorsorgemaßnahmen. Wer noch keine Police hat, greift vielleicht gern zu. Die Angebote wirken zwar auf den ersten Blick günstig, haben aber einige Haken und Ösen.
Nur jeder dritte Deutsche hat sich gegen Berufsunfähigkeit (BU) abgesichert. Das sind zu wenige. Denn immer mehr Menschen müssen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden – und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Nur wer sich absichert, kann die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit auffangen.
Seit der Einführung von „Unisex“-Tarifen differenzieren Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr nach dem Geschlecht. Anstatt ihre Kundschaft nun aber mit monotonen Einheitsverträgen zu langweilen, geben sich die Anbieter erfinderisch: In dem einen Vertrag spielt plötzlich die Zahl der Mitarbeiter eine Rolle, in dem anderen tauchen so genannte „weiche Faktoren“ auf. Es lebe die Vielfalt – der Kunde hat mehr Auswahl!
Auch Hausfrauen und Hausmänner können sich gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit versichern. Experten stufen einen solchen Schutz generell als sinnvoll ein. Immerhin kann jederzeit ein Unfall im Haushalt passieren – und dann muss sich jemand beispielsweise um die Kinder kümmern. Ein guter Berufsunfähigkeitsschutz kann die Finanzierung einer geeigneten Fachkraft sichern.
„Setzen! Sechs!“ – Ganz so schlimm ist es um das Wissen der Deutschen bei Versicherungsfragen nicht bestellt. Die Hannoversche Lebensversicherung vergab den Versicherungs-Kenntnissen deutscher Bundesbürger allerdings nur die Schulnote 3,5. Deutlich wurde unter anderem: Die Gefahren einer Berufsunfähigkeit werden häufig unterschätzt. Und manch Befragter erkannte: Er braucht etwas, was er bisher gar nicht kannte.
Für freie Berufe existiert kein gesetzlicher Berufsunfähigkeitsschutz. Jeder muss also selbst dafür Sorge tragen, im Falle einer Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert zu sein. Je nach dem konkreten Beruf können die Erfordernisse für die Vorsorge ganz unterschiedlich aussehen.
Im Laufe ihrer Dienstzeit erwerben Beamte relativ hohe Ansprüche für den Fall von Berufsunfähigkeit. In den ersten Berufsjahren bietet der öffentliche Dienst allerdings nur geringe Zusagen beim BU-Schutz. Ähnlich verhält es sich bei Arbeitern und Angestellten, die im Staatsdienst tätig sind. Eine zusätzliche Absicherung ist sinnvoll.
Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung beantragt, muss einen ausführlichen Fragebogen zu seiner Gesundheit beantworten. Darin werden körperliche Gebrechen, aber auch psychische Erkrankungen (zum Beispiel Depressionen) abgefragt. Stuttgarter Richter fällten jetzt ein überraschendes Urteil: Eine Versicherte hatte die frühere Behandlung einer Depression nicht angegeben – erhielt aber dennoch das Recht auf eine BU-Rente (OLG Stuttgart, Urteil v. 19.04.2012, 7 U 157/11).
Depressionen und Burnout sind heutzutage Volkskrankheiten; sie haben Rückenprobleme oder Herz-/ Kreislaufbeschwerden als Verursacher von Berufsunfähigkeit längst abgelöst. Wenn es allerdings um die Zahlung einer BU-Rente geht, verläuft der Weg oft alles andere als glatt.
Hängt die Lebenserwartung mit dem ausgeübten Beruf zusammen? Eine spannende Frage, die recht eindeutig zu beantworten ist: Ja! Viele Versicherungsunternehmen bemühen sich seit jeher um die genaue Klärung dieser Frage; etliche Tarife richten sich stark nach Berufsrisiko und/ oder Lebenserwartung, zum Beispiel Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherungen.
Eine neue Umfrage bringt es wieder einmal an den Tag: Das Wissen in der Bevölkerung über Berufsunfähigkeit ist überraschend gering. Das persönliche Risiko wird oft stark unterschätzt; außerdem fehlt der Klarblick für die weitreichenden Konsequenzen (auch und gerade im Alter), die eine Berufsunfähigkeit mit sich bringen kann.
Wer den Schicksalsschlag einer Berufsunfähigkeit erleidet, sollte wenigstens finanziell abgesichert sein. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist dabei erste Wahl. Sie zahlt im BU-Fall eine Rente in der vereinbarten Höhe. Beim Abschluss des Vertrages muss man aber sehr sorgfältig hinschauen, um später nicht leer auszugehen.
Auf der Suche nach Alternativen zur klassischen BU-Versicherung stößt mancher auf die private Unfallversicherung. Die Unterschiede zwischen beiden Versicherungsformen sind allerdings beträchtlich. Als Alternative zum BU-Schutz taugen sie nur eingeschränkt. Die Zeitschrift „Finanztest“ fand immerhin einige sehr gute Angebote, die für Kunden in Frage kommen.
Vereinbaren Kunde und BU-Versicherer die so genannte „konkrete Verweisung“, so muss sich der Versicherer selbstverständlich daran halten. Manche Anbieter versuchen sich allerdings mit fadenscheinigen Argumenten aus ihrer Leistungspflicht zu stehlen; gut, dass Gerichte solchem Gebaren häufig einen Riegel vorschieben – wie jüngst das Oberlandesgericht Nürnberg (Az.: 8 U 607/11).
Eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung zahlt nicht automatisch, wenn die Deutsche Rentenversicherung Bund bereits eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gewährt. Diese leidvolle Erfahrung musste eine Krankenschwester machen, die an einer beschleunigten Herzfrequenz litt. Das Landgericht Bielefeld gab dem BU-Versicherer Recht, der keinen Anlass für die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente sah (Az.: 1 O 115/07).
BU-Versicherungen kalkulieren konservativ. Sie nehmen mehr an Beiträgen ein als sie zur gleichen Zeit brauchen. So schützen sie sich – und die Versicherten – davor, fällige Leistungen nicht zahlen zu können. Für den Kunden bedeutet das: Er hat grundsätzlich Anspruch auf Überschüsse, die durch großzügig kalkulierte Einzahlungen entstanden sind. Die Versicherungen nennen das Überschussbeteiligung.
Auch bei einem scheinbar kompletten Versicherungsschutz kann sich kein Versicherter in völliger Sicherheit wiegen. So reichen eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht immer aus, um bei einer längeren Krankheit finanziell gut über die Runden zu kommen. Zwischen beiden Versicherungen können ungeahnte Lücken entstehen.
Wer heute eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, möchte im Falle eines Falles einen ausreichenden BU-Schutz genießen. Die Inflation kann aber diesen Erwartungen in die Quere kommen. Abhilfe schaffen Dynamik-Klauseln und Vereinbarungen zur Nachversicherung. So ist im Leistungsfall sichergestellt, dass der Lebensstandard erhalten bleiben kann.
Die Zeitschrift Öko-Test hat Berufsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Untersuchung ist bescheiden. Hauptkritikpunkt der Prüfer: die Annahmepolitik der Unternehmen. So kommt es zu einem Phänomen, dem Kunden in der freien Wirtschaft eher selten begegnen: Der Verbraucher möchte zwar unbedingt ein Produkt, aber er bekommt es nicht.
Seit die staatliche Berufsunfähigkeitsrente nur noch älteren Arbeitnehmern (geboren vor 1961) zugute kommt, ist private Vorsorge noch wichtiger geworden. Verbraucherschützer und Experten sind sich selten einig: Das Absichern einer möglichen Berufsunfähigkeit hat hohe Priorität gegenüber manch anderen, im Einzelfall sogar nutzlosen Versicherungen.
Der Weg zu einer BU-Police führt über einen Gesundheitsfragebogen. Alle Fragen darin müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Wer bei seinen Angaben schummelt und beispielsweise eine Vorerkrankung verschweigt, riskiert genau dann eine Leistungsversagung, wenn’s drauf ankommt: im Falle einer Berufsunfähigkeit; die Beiträge sind dann umsonst bezahlt und man steht ohne Schutz da.
360 Tarife von 77 Anbietern standen auf dem Prüfstand: Die Ratingagentur Morgen & Morgen untersuchte aktuelle Berufsunfähigkeitsversicherungen. Der Test ergab: Es gibt mehr herausragende Angebote als früher. Allerdings bestätigte der Test auch eine bekannte Redewendung: Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.
Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es nicht nur darauf an, sie möglichst früh – bei guter Gesundheit und mit entsprechend niedrigen Prämien – abzuschließen. Als sichere Vorsorge für den Fall von Invalidität sollte sie außerdem in der Höhe ausreichend bemessen sein. Damit eine fällige BU-Rente auch dauerhaft ausreicht, sollte sie einen besonderen Faktor enthalten: Dynamik.
Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: Früh, aber nicht übereilt handeln. Je früher der BU-Vertrag unter Dach und Fach ist, desto günstiger ist in der Regel der Tarif. Genügend Zeit zum sorgfältigen Vergleich sollte aber stets vorhanden sein. Einen Haken allerdings kann es immer geben: Der Beruf des Kunden kann einen dicken Strich durch jede Rechnung machen.
Wer in der Ausbildung steckt oder studiert, ist in der Regel kein Krösus. Die meisten jungen Leute sparen, wo sie nur eben können. Anbieter von BU-Policen haben sich darauf eingestellt und bieten Berufseinsteigern besonders günstige Tarife an. Solche „Einsteigertarife“ können eine akzeptable Alternative sein – gegenüber gar keiner Versicherung.
Psychische Krankheiten boomen: In rund jedem dritten Fall liegt einer diagnostizierten Berufsunfähigkeit eine psychische Erkrankung zugrunde. Dabei spielt der Begriff „Burn out“ zunehmend eine wichtige Rolle. Obwohl das „Ausgebranntsein“ bei Fachleuten als möglicher Vorbote einer Depression gilt, erkennen private BU-Versicherungen nur eine ausgewiesene Depression, nicht aber das Burn-out-Syndrom als Grund für Berufsunfähigkeit an.
Eine Umfrage im Auftrag der Gothaer Lebensversicherung AG brachte es zutage: Viele Menschen unterschätzen nach wie vor die Risiken von Berufsunfähigkeit. Wer aber von der Notwendigkeit einer BU-Police überzeugt ist, hat bestimmte Wünsche an sie. Die Gothaer reagiert dementsprechend und bringt eine Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt, die sich an den Umfrageergebnissen orientiert.
Im Falle von Invalidität haben es Studenten und Azubis besonders schwer: Sie haben keinen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Umso wichtiger ist ein privater Berufsunfähigkeitsschutz. Die Zeitschrift Finanztest nahm 25 Tarife unter die Lupe, die bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Glücklicherweise fanden sich darunter etliche gute Policen.
Jede Versicherung sollte von Zeit zu Zeit überprüft werden, ob sie den Ansprüchen noch genügt. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist das ganz besonders empfehlenswert. Viele BU-Anbieter haben in den letzten Jahren – oft auf Druck der Verbraucherverbände – die Vertragsbedingungen wesentlich verbessert. Wenn die alte BU-Versicherung nicht mehr recht taugt, können Kunden von einem Wechsel deutlich profitieren.
Wie professionell agiert eine Versicherungsgesellschaft auf dem Markt der Berufsunfähigkeitsversicherungen? Zur Klärung dieser Frage führt das Analysehaus Franke und Bornberg regelmäßig BU-Ratings durch. Einmal mehr stand auch die Swiss Life Deutschland auf dem Prüfstand. Ergebnis wie in den Vorjahren: hervorragend.
Viele Streitfälle bei Berufsunfähigkeitsversicherungen landen vor Gericht. Oft geht es dabei um die Beantwortung der Gesundheitsfragen. Das Landgericht Heidelberg stellte in einem Urteil klar, dass die Anforderungen des Versicherers an die korrekte Ausfüllung der Formulare nicht zu hoch gegriffen sein dürfen (Landgericht Heidelberg, Az.: 2 O 201/09).
Grund zur Freude für das Versicherungsunternehmen ERGO Lebensversicherung: Im aktuellen BU-Rating von Franke und Bornberg erhielt der Anbieter die Bestnote „hervorragend“. Nach Angaben des Analysehauses bestätigte ERGO die guten Rating-Ergebnisse der letzten Jahre. Untersucht wird dabei jeweils die Professionalität, die ein Berufsunfähigkeits-Versicherer dem Kunden bietet.
Ärzte können jetzt eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, ohne lästige Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Der Finanzvertrieb MLP und der Versicherer Standard Life haben ein Konzept entworfen, das auch den Abschluss einer Rürup-Rente oder einer privaten Rentenversicherung beinhaltet.
Wer eine BU-Police abschließt, kann oft eine Dynamik-Option nutzen. Damit lassen sich später die BU-Rentenzusagen anpassen. Diese im Grunde gute Einrichtung führt in der Praxis aber dennoch häufig zu Unmut unter den Versicherten. Oft bauen die Anbieter nämlich Bremsen in das System ein.
Wer aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr seinen Job ausüben kann, gerät häufig in finanzielle Nöte. Berufsunfähigkeit (BU) betrifft heute bereits jeden vierten Arbeitnehmer. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist der einzig wirksame Schutz.
Wenn Ärzte für längere Zeit erkranken, stehen sie manchmal vor unerwarteten finanziellen Problemen. Oft haben sie für den Krankheitsfall eine Krankentagegeld- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Tritt eine Berufsunfähigkeit (BU) ein, kann es aber zu Lücken zwischen beiden Versicherungen kommen.
Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sind ein neuer Trend. Sie versprechen niedrige Tarife und eine Police ohne große Gesundheitsprüfung. Aber Vorsicht: Die echte Berufsunfähigkeitsversicherung können sie nicht ersetzen. Die BU-Police springt nämlich meist schon ein, wenn man seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann.
Jeder vierte bis fünfte Berufstätige muss aus gesundheitlichen Gründen seinen Job vorzeitig an den Nagel hängen. Nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dann effektiv vor existenziellen Nöten. Da kommt eine genaue Checkliste gerade recht: Sie gibt wichtige Tipps, worauf man beim Abschluss achten muss.
Wichtig, fast lebenswichtig ist sie, die Berufsunfähigkeitsversicherung; aber es ist nicht leicht, die richtige zu finden. Die Zahl der Anbieter ist groß und jeder hat meist etliche BU-Produkte im Rennen. Es gibt einige zuverlässige Kriterien, die bei der Entscheidung helfen können.
Berufsunfähigkeit betrifft – statistisch gesehen – mittlerweile jeden vierten Berufstätigen. Das Risiko wird von vielen unterschätzt. Häufigster Grund für Berufsunfähigkeit sind psychische Probleme. Wer sich gegen BU-Risiken absichern möchte, sollte sich vorab gründlich informieren.
Die Möglichkeit zur Verweisung auf andere Berufe wird manchmal von Gerichten sehr weit gefasst. In einem neuen Urteil wurde sogar die Verweisung eines öffentlich Bediensteten auf eine Saisontätigkeit gestattet. Laut dem Landgericht Aurich muss der Versicherer folglich keine Berufsunfähigkeits-Rente zahlen (Az.: 3 O 724/10).
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung darf ihre Kunden nicht durch besondere „Vereinbarungen“ unangemessen benachteiligen. Sie muss über mögliche Nachteile genau aufklären. Das entschied das OLG Koblenz in einem Urteil (Az.: 10 U 469/10). Kläger war ein ehemaliger Schreiner, der zwei Lebensversicherungen mit Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BUZ) abgeschlossen hatte.
Für die meisten Menschen stellt die Arbeitskraft das größte Vermögen dar, das sie besitzen. Wenn die Arbeitskraft durch Unfall oder Krankheit verloren geht, stehen nicht wenige vor dem finanziellen Ruin. Doch was sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit?
