Private Krankenversicherung

  • Fast vier Millionen Arbeitnehmer und hauptberuflich Selbstständige sind freiwillig gesetzlich versichert. Sie verdienen genug Geld, um zu einem privaten Krankenversicherer wechseln zu dürfen. Doch wollen sie das? Den vielen Vorzügen einer PKV-Police stehen auch Nachteile gegenüber.

  • Privat Krankenversicherte können häufig ein Liedchen davon singen: Steigende Beiträge reißen ein immer tieferes Loch in den Geldbeutel. Um sich aus der misslichen Lage zu befreien, bieten sich verschiedene Lösungen an: von der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bis hin zum Tarifwechsel innerhalb der PKV.

  • PKV-Versicherte haben das Recht, nach einer Tariferhöhung ihren Vertrag zu kündigen. Ein Urteil bestätigt: Diese Regelung gilt auch dann, wenn nur ein einzelner Tarif innerhalb eines Versicherungsvertrags teurer wird (Az.: 3 U 35/13).

  • Privat Krankenversicherte sind gesünder als gesetzlich Versicherte – und fühlen sich auch besser. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei Kunden von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen. Erstaunlicherweise befürchten aber Privatpatienten wesentlich häufiger als Kassenpatienten, durch ihre Arbeit krank zu werden.

  • Die Stiftung Warentest hat erstmalig die neuen Unisextarife privater Krankenversicherer untersucht. Da es die Tarife erst seit kurzem gibt, wurde die Beitragsentwicklung nicht berücksichtigt. Stattdessen war das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend für das Gesamturteil. Fünfmal gab es ein „Sehr gut“.

  • Wie jeder Vertrag ist auch eine private Krankenversicherung kündbar. Grundsätzlich kann eine Kündigung zum Ende des Versicherungs- oder Kalenderjahrs erfolgen. Die Frist beträgt drei Monate. Vor der endgültigen Entscheidung sollte sich jeder Versicherte allerdings Klarheit verschaffen, ob er diesen Schritt wirklich gehen will.

  • Die PremiumCircle GmbH hat eine detaillierte Studie zum deutschen Gesundheitssystem erstellt. Im Mittelpunkt stand ein Vergleich von GKV (gesetzliche Krankenversicherung) und PKV (private Krankenversicherung). Die Analyse brachte einige interessante Ergebnisse. So zahlt statistisch nur einer von 40 privat versicherten Senioren einen Monatsbeitrag von mindestens 700 Euro. Wohlgemerkt: Die Befragten waren alle über 50 Jahre alt!

  • Vielen Kunden wird ihre private Krankenversicherung im Alter zu teuer. Ein Tarifwechsel kann richtig Geld sparen. Inzwischen gibt es eine regelrechte Wechselindustrie. Die Offerten sind aber nicht immer empfehlenswert. Denn sie verbessern neben den Ausgaben der Versicherten vor allem die Einnahmen ihrer Anbieter.

  • Für 2014 wurde die Versicherungspflichtgrenze wie jedes Jahr neu festgelegt. Sie beträgt nun 53.550 Euro (Vorjahr: 52.200 Euro). Dieser Betrag entspricht einem monatlichen Einkommen von 4.462,50 Euro.

  • 100 bis 500 Euro monatlich sparen PKV-Kunden, wenn sie einen Tarifwechsel zu ihren Gunsten durchsetzen. So rechnen Verbraucherschützer, allen voran die Zeitschrift Finanztest. Das klappt allerdings nur, wenn Versicherte beim eigenen Anbieter bleiben. Anderenfalls verlieren sie ihre Altersrückstellungen.

  • Wenn schon, denn schon, sagt sich mancher Verbraucher. Und greift für die eigene Gesundheit tief in die Tasche. Gerade die Top-Tarife der PKV nagen merklich am Portemonnaie. Dafür bieten sie Premium Qualität. Niemand sollte aber darauf verzichten, Angebote genau zu vergleichen. Analysten haben geprüft, welche private Krankenversicherung die besten Tarife bereithält.

  • Studienanfänger haben ein Wahlrecht zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Grundsätzlich sind Studenten allerdings in der gesetzlichen Krankenkasse versicherungspflichtig. Diese Pflicht ist im SGB V festgeschrieben und gilt bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters oder bis zum vollendeten 30. Lebensjahr. Bundeswehr- oder Zivildienst verlängern die Frist.

  • Beamte können sich sowohl privat als auch gesetzlich krankenversichern. Tritt ein Beamter der PKV bei, bekommt er vom Dienstherrn einen Zuschuss zu den Krankheitskosten, die Beihilfe. Als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kasse erhält er keine Beihilfe.

  • Eine private Krankenversicherung ist für Kinder Pflicht, wenn beide Elternteile bereits in der PKV sind. Die Eltern können allerdings frei entscheiden, ob die Versicherung über den Vater oder die Mutter läuft. Ist ein Elternteil privat und der andere gesetzlich versichert, gelten hingegen andere Regeln.

  • Selbständige müssen – wie jeder Bürger in Deutschland – krankenversichert sein. Allerdings brauchen sie kein Mindesteinkommen, um sich voll privat zu versichern – anders als Arbeitnehmer: Die Türen der PKV stehen Unternehmern generell offen. Gleichwohl können Selbständige auch freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sein.

  • Die andauernden Niedrigzinsen auf den Kapitalmärkten reißen jahrzehntelang bestehende Mauern ein. Nun geht es auch dem Rechnungszins für Altersrückstellungen an den Kragen: Viele private Krankenversicherer haben ihn bereits von 3,5 auf 2,75 Prozent gesenkt. Der Grund: Sie erwirtschaften nicht mehr genug Geld, um die Rückstellungen höher zu verzinsen.

  • Will ein PKV-Kunde durch einen Tarifwechsel Geld sparen, machen die Versicherer es ihm oft nicht gerade leicht. Der Wechselwunsch gleicht manchmal einem Hürdenlauf. Bisher waren das nur Vermutungen. Jetzt belegen interne Dokumente der Gothaer Krankenversicherung: Da ist was dran. Mitarbeiter werden offenbar angehalten, wechselwillige Kunden schlecht zu beraten.

  • Der Basistarif ist seit 2009 ein Pflichtangebot aller Unternehmen, die private Krankenvollversicherungen anbieten. Seine Leistungen sind mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung vergleichbar. Die Höhe des Beitrags ist gesetzlich begrenzt.

  • Die Versicherungspflichtgrenze ist eine Rechengröße der Sozialversicherung. Sie gibt die Höhe des jährlichen Brutto-Arbeitsentgelts an, ab der Arbeitnehmer nicht mehr in der Krankenkasse pflichtversichert sind. Maßgeblich ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt. Man spricht deshalb auch von der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG).

  • Die private Krankenversicherung (PKV) sichert Kosten ab, die durch Krankheiten oder Unfälle bedingt sind. Sie tritt auch bei vorbeugenden und diagnostischen Gesundheitsmaßnahmen ein. Als Angebot privater Versicherungsgesellschaften ist die PKV eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung.

  • PKV-Beiträge können einem im Laufe der Zeit regelrecht über den Kopf wachsen. Doch es gibt Möglichkeiten, die Kosten nicht ins Uferlose steigen zu lassen. Zum Beispiel ein Tarifwechsel beim eigenen Versicherer. Darauf besteht sogar ein gesetzlicher Anspruch.

  • Im Jahr 2008 wurde das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) neu gefasst. Dabei regelte der Gesetzgeber unter anderem die Schadenersatz-Frage für den Fall einer schlechten Beratung. Richter widmeten sich in einem Urteil der Frage, inwieweit auch Versicherungsvermittler bei mangelhafter Beratung haftbar gemacht werden können. In dem konkreten Fall ging es um einen Versicherungswechsel in der PKV (OLG München, Az.: 25 U 3343/12).

  • Ein privater Krankenversicherer darf eine Lasik-Behandlung der Augen nicht aus Kostengründen ablehnen. Das Landgericht Frankfurt/ Oder verneinte einen Zusammenhang zwischen der Kostenfrage und der Beurteilung der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung. Ein Physiotherapeut durfte deshalb seine Fehlsichtigkeit per Laser korrigieren lassen (Az.: 6a S 198/11).

  • Private Krankenversicherungen bezahlen nicht nur alle notwendigen Heilbehandlungen. Sie erstatten auch ambulante Vorsorgeuntersuchungen, mit deren Hilfe sich Krankheiten frühzeitig erkennen lassen. Nicht zum Leistungsspektrum der PKV zählt jedoch die so genannte prädiktive Gendiagnostik. Das hat das Landgericht Stuttgart in einem aktuellen Urteil festgestellt (Az.: 13 S 131/12).

  • PKV-Vermittler müssen ihre Informationspflichten gegenüber dem Kunden sehr ernst nehmen. Insbesondere sollten sie auf eine genaue und ausführliche Beantwortung der Gesundheitsfragen achten. Andernfalls kann eine rückwirkende Kündigung des Versicherers unwirksam sein, wie das Dortmunder Landgericht feststellte (Az.: 2 O 213/12).

  • Ein Gerichtsurteil stellt klar: Der Basistarif ist für jeden Privatversicherten eine Option, auf die er Anspruch hat – und das ohne Wenn und Aber. Eine private Krankenversicherung kann also die Aufnahme in den Basistarif nicht von der Verpflichtung abhängig machen, zunächst eine Gesundheitsprüfung durchzuführen (Az.: 2 O 159/12).

  • Die private Krankenversicherung hat unbestritten ihre Vorteile. Manchem wird sie aber irgendwann zu teuer. Der Weg zurück in die gesetzliche Kasse ist allerdings steinig – vor allem ab dem 55. Lebensjahr. Selbstständige haben es generell schwer, auf eigenen Wunsch versicherungspflichtig zu werden.

  • In der privaten Krankenversicherung gilt grundsätzlich das Kostenerstattungsprinzip: Der Patient legt Geld für Arztrechnungen oder Medikamente aus und erhält es später vom Versicherer zurück. Private Krankenversicherer weichen manchmal von dieser Regel ab – zugunsten der Patienten.