Stein des Anstoßes: Basistarif der PKV

Gesetzlicher PKV-Basistarif: Aufgrund fehlender Verträge können Ärzte die Behandlung verweigern

Der Basistarif der PKV ist für viele Privatversicherte ein Notanker, wenn die Beiträge sonst unbezahlbar wären. Eine Gefahr ist dabei aber vorhanden: Aufgrund fehlender Verträge mit den kassenärztlichen Vereinigungen muss derzeit nicht jeder Arzt jeden Basisversicherten behandeln. Die Bundesregierung sieht allerdings keinen Handlungsbedarf.

Nun schieben sich PKV, kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen und Bundesregierung den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KVen/KZVen) sollen laut Gesetz dafür sorgen, dass die Versorgung der Patienten auch beim Basistarif der PKV sichergestellt wird. Hierzu sollen sie Verträge mit zugelassenen Ärzten abschließen. Daran hapert es allerdings: Zurzeit haben beispielsweise nur 4 von 17 KZVen entsprechende Regelungen getroffen. Die PKV sieht sich nicht in der Pflicht, das zu ändern. In das gleiche Horn bläst die Bundesregierung: Die Gewährleistung der Versorgung sei Sache der KVen und KZVen, so ein Sprecher.

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Basistarif: Ein ungeliebtes Kind für die PKV

Eigentlich scheint der so genannte Basistarif eine gute Sache zu sein. Bekanntlich können private Krankenversicherungsbeiträge – vor allem im Alter – rasant ansteigen. Mancher tut sich schwer, das von seiner Rente zu bezahlen. Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist meistens nicht möglich. Der Basistarif ist dann die letzte Chance: Sowohl Beiträge als auch Leistungen sind dabei der GKV angepasst. Der maximale Höchstbeitrag beträgt etwa 575 Euro/Monat (2011).

Eingeführt und gesetzlich vorgeschrieben wurde der Tarif im Jahr 2009. Der Private Krankenversicherungsverband sieht darin allerdings eher ein Kuckucksei, das ihm ins Nest gelegt wurde: Auf der offiziellen Homepage wird der Pflichttarif sehr kritisch betrachtet (http://www.pkv.de/positionen/basistarif/). Der Verband distanziert sich dort deutlich: „Mit diesen Vorgaben bedeutet der Basistarif eine Versicherung nach dem Modell der GKV unter dem Dach der PKV. Es ist kein echtes Produkt der PKV.“

Keiner fühlt sich verantwortlich für die Patienten

So wird es auch verständlicher, dass die PKV wenig unternimmt, um die Situation der Basisversicherten zu verbessern. Gefragt ist da einmal mehr der Gesetzgeber. Doch auch die Regierung zeigt wenig Engagement, die Situation abgewiesener Patienten zu ändern. Das Bundesgesundheitsministerium spricht lediglich von Einzelfällen, aber keinem massenhaften Phänomen.

Unterm Strich bleibt die Situation unbefriedigend. Alle scheinen zu können, aber nicht zu wollen. Der Leidtragende ist der Patient, dem es passieren kann, dass er vom Arzt nicht behandelt wird – und das nur aufgrund fehlender Verträge. Der Schwarze Peter bleibt am Ende bei den KVen und KZVen hängen – denn sie sind laut Gesetz für die Versorgung der Patienten verantwortlich.

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