Stiftung Warentest: Nicht jede fondsgebundene Rürup-Rente ist geeignet

Finanztest: Unterschiede bei Rürup-Fondsprodukten beachten!

Höhere Renditechancen ja – sichere Rente nein, das ist in Kurzform der Unterschied einer fondsgebundenen Rürup-Rente zu einer klassischen Rürup-Versicherung. Die Fondsvarianten werden derzeit mehr verkauft als die klassischen. Finanztest hat sich die Angebote genau angeschaut und informiert, welches Produkt für welchen Sparer besonders geeignet ist.

Rürup-Verträge sind vor allem für Selbständige eine wichtige Erfindung. Sie sind die einzige private und staatlich geförderte Altersvorsorge, die allen nicht abhängig Beschäftigten offensteht. Die Riester-Tür bleibt den Selbständigen in den meisten Fällen verschlossen. Gut also, dass es die „Basisrente“ gibt, wie die Rürup-Rente auch gern genannt wird. Erst im Test erweist sich allerdings die Qualität der verschiedenen Angebote. Und die ist in der Tat sehr unterschiedlich.

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Mit oder ohne Beitragsgarantie, das ist die Frage

Fondsgebundene Riester-Policen sind von Haus aus spekulativ angelegt. Die Beiträge fließen direkt in Investmentfonds. Risikofreudigen Anlegern macht das Auf und Ab an den Börsen nichts aus. Sie spekulieren auf einen langfristigen Erfolg – der sich zwar öfters, aber nicht regelmäßig einstellt.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt lieber einen Vertrag mit Beitragsgarantie. Die Aussichten auf eine überdurchschnittlich höhere Rente sind dabei allerdings gering – dafür werden aber auch mögliche Verluste minimiert. Es handelt sich bei den Angeboten in der Regel um Kombiprodukte, die das Geld der Anleger sowohl in Investmentfonds als auch konservativ (zum Beispiel in Rentenpapieren) anlegen. Finanztest hat sich einige Produkte näher angeschaut.

Finanztest: Dynamische Varianten haben höhere Ertragschancen

Laut Finanztest bietet die Alte Leipziger mit dem Produkt „Alfonds-Basis, Tarif FR 75“ ein solches Kombiprodukt an. Die Versicherung garantiert 100 Prozent der eingezahlten Beiträge für die Verrentung. Dazu fließt ein großer Teil der Gelder zunächst einmal in besonders sichere Papiere und zusätzlich in einen Garantiefonds. Sind einige Erträge eingefahren, so wird ein Teil der Gelder in renditestärkere – und risikoreichere – Fonds umgeschichtet. Das kann aber auch in die umgekehrte Richtung laufen: Bei unsicheren Kapitalmärkten fließt ein großer Teil wieder in den sicheren Hafen zurück. Aus diesem quirligen Hin und Her ist der Name „dynamisches Hybridprodukt“ entstanden.

Finanztest hat aber auch Versicherer gefunden, die auf diese Dynamik verzichten. Die Interrisk zum Beispiel verzichtet in ihrem Tarif SFRVB auf dynamische Umschichtungen. Sie legt einen Teil des Vermögens in Fonds an, die vom Anleger frei wählbar sind. Der andere Teil fließt in das Sicherungsvermögen, also den Garantiefonds. Laut Test sind die Renditechancen allerdings schlechter als bei den dynamischen Varianten.

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Rürup-Fondssparpläne sind seltene Exoten

Statt Rürup-Fondspolicen kann der Kunde auch einen Rürup-Fondssparplan erwerben. Sie sind kostengünstiger, allerdings noch wenig verbreitet. Laut Finanztest bieten bisher nur die Fondsgesellschaften DWS und Deka solche Ratensparverträge an. Erst mit Beginn der Rentenphase kommt bei diesen Konstrukten die Versicherung ins Spiel: Dann werden die Sparpläne in eine Rentenversicherung überführt. Ab diesem Zeitpunkt garantiert der Versicherer eine Mindestrente, die durch Überschüsse noch erhöht werden kann. Ihren Versicherer dürfen die Rürup-Sparer übrigens frei wählen – und sind dabei immer auf der sicheren Seite: Eine Minderung der Rente ist gesetzlich verboten.

Nicht vergessen: Steuern sparen

Die spätere Rente ist nur einer der Pluspunkte von Rürup-Verträgen. Hinzu tritt vor allem der Steuereffekt. Im Jahr 2011 können 72 % von 20.000 Euro jährlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Jedes Jahr steigt der Anteil um weitere zwei Prozent. Gutverdienende Selbständige können sich also immer genau ausrechnen, in welcher Höhe eingezahlte Beiträge steuerlich angerechnet werden und die Steuerlast mindern.

Weitere Tipps zur Basisrente geben unabhängige Fachleute, die im persönlichen Gespräch die beste Variante heraussuchen. So kann sich der Kunde für ein Produkt entscheiden, das ihm möglichst hohe Rendite bringt und ihn auch im Alter nicht im Stich lässt.

 
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